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Staudte sieht noch Handlungsbedarf bei Düngungsreduzierung

Die Düngung aus der Landwirtschaft belastet nach wie vor das Grundwasser und die Oberflächengewässer in Niedersachsen – besonders im Oldenburger Münsterland.

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Miriam Staudte (Bündnis 90/Die Grünen), Landwirtschaftsministerin Niedersachsen, spricht. Foto: dpa/Matthey

Miriam Staudte (Bündnis 90/Die Grünen), Landwirtschaftsministerin Niedersachsen, spricht. Foto: dpa/Matthey

Trotz eines landesweiten Rückgangs bei der landwirtschaftlichen Düngung sieht die Landesregierung noch Handlungsbedarf. „Wir müssen weiter am Ball bleiben“, sagte Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte (Grüne) bei der Vorstellung des aktuellen Nährstoffberichts am Mittwoch in Hannover. Der aktuelle Nährstoffbericht zeige, dass es in Niedersachsen immer noch regionale Probleme gebe und das Land trotz richtiger Trends noch nicht am Ziel sei, erklärte Staudte: „Das ist ein großes Problem für unser Grundwasser und die Oberflächengewässer.“ Der Nährstoffbericht bezieht sich auf den Zeitraum vom 1. Juli 2021 bis zum 30. Juni 2022.

Zwar führen dem Bericht zufolge die gesunkenen Tierzahlen in Niedersachsen zu einer geringeren Erzeugung von Gülle, und es wurde weniger organischer und mineralischer Dünger ausgebracht. So sank der Dung- und Gärrestanfall aus der Tierhaltung und aus Biogasanlagen erneut um rund 0,6 Millionen Tonnen auf 54,0 Millionen Tonnen. Auch sei die Entwicklung in den Landkreisen mit einem hohen Stickstoffanteil aus Tierhaltung und Biogasanlagen insgesamt rückläufig.

Werte im Kreis Vechta und Cloppenburg liegen über der Grenze

Aber bei der Nährstoffbelastung in den Grund- und Oberflächengewässern gibt es den Angaben zufolge kaum Veränderungen. 28 Prozent der 167 Grundwassermessstellen, die Niedersachsen für den bundesweiten Nitratbericht meldet, zeigten im Jahr 2021 zu hohe Werte auf. Erlaubt sind maximal 50 Milligramm Nitrat pro Liter.

Für organische Düngemittel gilt die Obergrenze von 170 Kilogramm Stickstoff pro Hektar als Durchschnitt für den Gesamtbetrieb. In den meisten Landkreisen liegen die Werte unter der Grenze, nur die Landkreise Vechta und Cloppenburg liegen darüber. Allerdings handelt es sich um errechnete Werte; faktisch können die Tierzahlen niedriger liegen als angenommen. Der Bericht bezieht sich auf Angaben der Tierseuchenkasse zu Anfang des Jahres. Die tatsächlichen Tierzahlen können daher im Jahresverlauf gesunken sein. Schweinemäster waren im vergangenen Jahr von einem Preisverfall betroffen, viele Ställe seien daher leer geblieben, hieß es.

Belastung der Seen, Bäche und Flüsse mit Phosphor spielt eine große Rolle

Verglichen mit dem vorherigen Nährstoffbericht haben die sich Rinderbestände um 1,6 Prozent auf 2,3 Millionen Tiere und die der Schweine in Niedersachsen um 0,6 Prozent auf 10,4 Millionen Tiere verringert. Die Geflügelbestände wiederum nahmen um 1,6 Prozent zu – insgesamt verzeichnet der Bericht 104,4 Millionen Tiere.

Neben der Belastung des Grundwassers spielt auch die Belastung der Seen, Bäche und Flüsse mit Phosphor eine große Rolle. In 18 Landkreisen und kreisfreien Städten sei der Eintrag von Phosphat zu groß – rechnerisch wurden im Berichtszeitraum knapp 20.000 Tonnen Phosphat zu viel ausgebracht. Allerdings sei der Überschuss kleiner geworden, hieß es. Hier sollte unter anderem eine bessere Beratung der Landwirte geben, sagte Staudte. Eine weitere Reduzierung sei wichtig, auch weil Phosphor ein endlicher Rohstoff sei.

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