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Heimatverein will Allee erhalten

In Gegenden mit viel Landwirtschaft seien Alleen oft die einzigen Struktur gebenden Elemente, sagt Heimatvereins-Vorsitzender Bernd Tabeling. Außerdem würden sie Lebensräume bilden.

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Hat viele  Fürsprecher: die Eichenallee an der Resthauser Straße in Cloppenburg. Foto: Hubert Kreke

Hat viele Fürsprecher: die Eichenallee an der Resthauser Straße in Cloppenburg. Foto: Hubert Kreke

Auch der Heimatverein Cloppenburg setzt sich für den Erhalt der Eichenallee an der Resthauser Straße ein. Alleen seien wichtige Elemente der Kulturlandschaft. Der Verein spreche sich deshalb eindringlich für den Erhalt der Allee aus. Das teilt der Vorsitzende des Heimatvereins, Bernd Tabeling, mit.

"Seit Jahrunderten prägen Alleen das Landschaftsbild in Niedersachsen. Radwanderer, die im Oldenburger Münsterland unterwegs sind, freuen sich besonders nach Wegstrecken vorbei an monotoner Maislandschaft an Wegführungen, die links und rechts von Bäumen gesäumt werden. Alleen sind wichtige Elemente der Landschaftsgestaltung, da sie Räume gliedern und beleben können", erklärt Tabeling.

Bäume tragen zum Klimaschutz bei und binden CO2

Gerade in landwirtschaftlich intensiv genutzten Gegenden wie dem Oldenburger Münsterland seien sie oft die einzigen Struktur gebenden Elemente in der Landschaft. Alleen würden wertvolle natürliche Lebensräume vernetzen und seien selbst Lebensraum für eine artenreiche Insekten- und Vogelfauna. Fledermäuse nutzten Alleen als Jagdbiotope und zeigten beim freien Flug eine enge Bindung an linienförmige Landschaftselemente, wie es Alleen an Straßen darstellen.

"Diese Arbeit der Bäume durch den Kahlschlag der Allee zu beenden, ist in hohem Maße unverantwortlich, ist nicht zu rechtfertigen gegenüber unseren Kindern und Enkelkindern."Bernd Tabeling, Vorsitzender des Heimatvereins Cloppenburg

Straßenbäume seien zudem wichtig für das Mikroklima und trügen maßgeblich zur Luftfilterung und Reduzierung der vom Verkehr freigesetzten Feinstäube bei. Geschlossene Alleen könnten in belaubtem Zustand einen hohen Anteil der Feinstäube aus der Luft herausfiltern. "Jeder dieser über 100 Jahre alten Alleebäume an der Resthauser Straße binden bis zu 6 Tonnen CO2 pro Jahr und produzieren dazu bis zu 4,5 Tonnen Sauerstoff, ausreichend für elf Personen pro Jahr. Somit binden die 156 vorhandenen Alleebäume an dieser Straße pro Jahr 936 Tonnen Tonnen CO2 und produzieren im gleichen Zeitraum 702 Tonnen Sauerstoff, ausreichend für 1716 Menschen" (Quelle: Google/der kleine Garten/kleine Baumschulung - Media Waldinventur/Media u. Natura/Wissen de.), so Bernd Tabeling.

Heimatverein: Intakte Natur wir ohne Not geopfert

"Diese Arbeit der Bäume durch den Kahlschlag der Allee zu beenden, ist in hohem Maße unverantwortlich, ist nicht zu rechtfertigen gegenüber unseren Kindern und Enkelkindern. Die Funktionsvielfalt und Nutzungsgeschichte der Alleen macht sie zu wichtigen Elementen der Kulturlandschaft, die durch ihre landschaftsprägende Wirkung und kulturhistorische Bedeutung in erheblichem Maße zur Eigenart, Vielfalt und Schönheit des Landschaftsbildes beitragen."

Daher betrachte der Heimatverein Cloppenburg mit großer Sorge die Überlegungen des Landkreises Cloppenburg, die Resthauser Straße weiter auszubauen, obwohl die Strecke schwach befahren sei und auch nicht durch schwere Unfälle auffalle. Es werde ein Stück intakter Natur ohne Not geopfert. Es sei ein weiteres negatives Beispiel dafür, dass durch diese geplante Maßnahme wieder eine Allee als bestimmendes Landschaftsbild verloren gehe und sukzessive aus dem Straßenbiid verschwinde. Das stelle einen Verlust für das Oldenburger Münsterland dar, das gerade erst anfange, die Region und ihre Schönheiten für den Tourismus, vor allem für den Radwandertourismus, zu entdecken. Die Schaffung von Ausgleichsflächen irgendwo in Niedersachsen führe in diesem Sinne nicht zum Ziel.


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