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Geflügelpest in einem Friesoyther Stall ausgebrochen

Es ist der erste Fall in einem niedersächsischen Stall in diesem Herbst: 38.000 Enten müssen getötet werden. Das trifft jetzt direkt alle Geflügelbetriebe im Landkreis: Die Stallpflicht kommt.

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Der Stall im Friesoyther Ortsteil Kampe ist bereits geräumt worden. Foto: Nonstopnews

Der Stall im Friesoyther Ortsteil Kampe ist bereits geräumt worden. Foto: Nonstopnews

In einem Geflügelstall in Friesoythe (Ortsteil Kampe) hat es einen  Ausbruch von Geflügelpest gegeben. Das bestätigt die Cloppenburger Kreisverwaltung am Mittwochvormittag. Es ist der erste Ausbruch in einem niedersächsischen Geflügelbetrieb in diesem Herbst. Der Fall ist mittlerweile auch vom Landwirtschaftsministerium in Hannover bestätigt worden. Demnach hat das Friedrich-Loeffler-Institut das Influenzavirus bereits nachgewiesen.

Kreisweite Stallpflicht gilt schon ab 11. November

Erst am Dienstag teilte das Landwirtschaftsministerium mit, dass die Landkreise in Niedersachsen eine Risikobewertung abgeben sollen – mit Blick auf eine etwaige Einführung einer Stallpflicht.

Die kommt jetzt zumindest im Landkreis Cloppenburg schneller als gedacht: Denn die Kreisverwaltung erlässt mit einer Allgemeinverfügung umgehend ein Stallpflicht. Die tritt bereits am 11. November um 0 Uhr in Kraft. Das Geflügel (Hühner, Truthühner, Perlhühner, Rebhühner, Fasane, Laufvögel, Wachteln, Enten und Gänse) muss in geschlossenen Ställen oder zumindest so gehalten werden, dass keine Einträge von außen durch Wildvögel möglich sind.

Verboten sind dann auch Geflügelausstellungen und Geflügelmärkte. Als Grund für diesen Schritt nennt Kreissprecher Frank Beumker, dass "der Landkreis Cloppenburg einerseits Wildvogeldurchzugsgebiet für wildlebende Wat- und Wasservögel ist und andererseits eine hohe Wirtschaftsgeflügeldichte aufweist." Die Kreisverwaltung stuft das Risiko einer Einschleppung der Geflügelpest als hoch ein.

Tierarzt stellte Symptome bei den Enten fest

Der betreuende Tierarzt habe bei den Tieren klinische Symptome festgestellt und den Verdacht auf Geflügelpest angezeigt.  Es seien unmittelbar danach Proben genommen worden. Im Lebensmittel- und Veterinärinstitut Oldenburg sei der Verdacht bestätigt worden. Das Friedrich-Löffler-Institut habe jetzt den Nachweis auf das hoch ansteckende H5N1-Virus mitgeteilt. Die 38.000 betroffenen Enten müssen jetzt tierschutzgerecht getötet werden, der Stall wird geräumt.

Jetzt wird eine so genannte "Sperrzone" rund um den Stall gezogen. Die beinhaltet die Schutzzone (ehemals Sperrbezirk) mit einem Radius von mindestens drei Kilometern und eine Überwachungszone (ehemals Beobachtungsgebiet) mit einem Radius von mindestens zehn Kilometern. In diesem Bereich ist unabhängig von der kreisweiten Stallpflicht  die Teilausstallung verboten.

Wiedereinstallungsverbot in Nordkreis-Kommunen und Garrel

Als zusätzliche Maßnahme wurde ein Wiedereinstallungsverbot für diese Städte und Gemeinden erlassen: Friesoythe, Barßel, Bösel, Garrel und Saterland. Hier müssen die Ställe nach der Räumung des Bestandes mindestens 30 Tage leer bleiben, bis dort neues Geflügel untergebracht wird. Das Verbot tritt ab dem 15. November in Kraft. 

Im Nachbarlandkreis Vechta kündigt die Verwaltung ein abgestimmtes Vorgehen für die kommende Kalenderwoche an, eine abschließende Entscheidung steht noch aus. "Die Anordnung einer zeitlich befristeten Aufstallungspflicht für Geflügel und gehaltene Vögel kann ein geeignetes Mittel zur Verringerung des Risikos der Viruseinschleppung und -weiterverbreitung in die hiesigen Nutzgeflügelbestände sein", erklärte Kreissprecherin Eva-Maria Dorgelo auf Anfrage von OM Online. 

Der letzte Ausbruch der Geflügelpest im Oldenburger Münsterland ist Ende März  in der Gemeinde Emstek festgestellt worden. Weil es danach keine weiteren Fälle gab, hatte der Landkreis Cloppenburg die monatelange Stallpflicht, die vor fast genau einem Jahr angeordnet wurde, für Geflügel am 21. Mai wieder aufgehoben

Zuvor hatte die Vogelgrippe der Geflügelwirtschaft, die im Landkreis Cloppenburg besonders stark ausgeprägt ist, stark zugesetzt. 574.500 Tiere (476.400 Puten, 71.900 Hähnchen und 26.200 Enten) mussten in 40 betroffenen Betrieben getötet werden. 

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