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Landkreis Cloppenburg ordnet Stallpflicht an

Die Behörde reagiert auf die ersten Geflügelpest-Fälle in Norddeutschland. Die Stallpflicht gilt von Samstag (14. November) an. Tote oder kranke Wildvögel sollten nicht angefasst werden.

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Freilufthaltung ist ab Samstag verboten - vorübergehend. Foto: dpa/Hildenbrand

Freilufthaltung ist ab Samstag verboten - vorübergehend. Foto: dpa/Hildenbrand

Von Samstag (14. November) an müssen alle Geflügel-Halter im Landkreis Cloppenburg ihre Tiere in geschlossenen Ställen unterbringen. Die Kreisbehörde hat eine tierseuchenrechtliche Allgemeinverfügung gegen die Ausbreitung der auch Vogelgrippe genannten Geflügelpest erlassen. Das teilte Kreissprecher Frank Beumker am Donnerstag mit. Die Verfügung tritt demnach am Samstag (14. November) um 0.00 Uhr in Kraft.

Die Stallpflicht gilt laut Mitteilung für sämtliches im Kreisgebiet gehaltenes Geflügel – etwa Hühner, Truthühner, Perlhühner, Rebhühner, Fasane, Laufvögel, Wachteln, Enten und Gänse – und das sowohl in gewerblichen und landwirtschaftlichen Haltungen wie auch bei Hobbyhaltern. Die Tiere müssen demnach in einer geschlossenen Vorrichtung untergebracht werden. Heißt konkret: Weder von oben noch von den Seiten dürfen Wildvögel eindringen können. 

13 Millionen Stück Geflügel werden im LK CLP gehalten

Als Grund für die Anordnung nennt der Landkreis Cloppenburg zahlreiche Geflügelpest-Ausbrüche bei Wildtieren in Niedersachsen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. Eine Risiko-Bewertung habe ergeben, dass die Gefahr einer Einschleppung der hochansteckenden Tierseuche in das Kreisgebiet hoch sei. Immerhin gebe es 1.350 Haltungen mit insgesamt 13 Millionen Tieren. Die durchschnittliche Geflügeldichte liege bei 9.200 Tieren je Quadratkilometer.  Kreissprecher Beumker erklärte: "Die Feststellung der Geflügelpest auch in einer Kleinsthaltung (Hobbyhaltung, Rassegeflügelhaltung) hätte durch die Einrichtung der Restriktionszonen (Sperrbezirk, Beobachtungsgebiet) enorme Einschränkungen bei der Vermarktung von Wirtschaftsgeflügel zur Folge."

Bedroht sind die Betriebe durch ein – zu dieser Jahreszeit übliches –vermehrtes Aufkommen von Zugvögeln, die das hochpathogenem Influenzavirus einschleppen können. Zu beobachten seien vor allem Wildgänse. Abgeerntete Maisfelder dienten Wildvögeln als Futterquellen. Ein weiterer Risikofaktor: Im Cloppenburg gebe es mehrere Flüsse, Seen und Feuchtgebiete; dort könnten Wildvögel rasten.

Tote oder Kranke Vögel nicht anfassen

Sollten Bürgerinnen und Bürger kranke Wildvögel entdecken, sollten diese in Ruhe gelassen werden, schreibt die Behörde. Katzen oder Hunde sollten ferngehalten werden. Auch wenn der aktuelle Geflügelpesterreger des Typs H5N8 oder H5N5 bisher nicht für den Menschen gefährlich sei, sollten tote oder lebende Tiere nicht  eingesammelt werden.

Außerdem empfiehlt der Landkreis – unter Berufung auf die Tierseuchen-Experten des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) – Jägern, die mit Federwild oder ihren Ausscheidungen in Berührung gekommen sind, keinen Kontakt mit Hausgeflügeln zu haben. Geflügelhalter sollten die empfohlenen Biosicherheitsmaßnahmen konsequent umsetzen und auch die verfügbaren Checklisten und Online-Tools nutzen. Dazu gehöre auch die von Experten und Tiermedizinern entwickelte Risikoampel der Uni Vechta.

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