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Neuer Vogelgrippe-Ausbruch im Emsland hat auch für Friesoythe Folgen

Betroffen ist ein Putenstall in Lorup. Die Schutzmaßnahmen treffen nun auch Geflügelhalter in der Stadt Friesoythe. Das bestätigt der Landkreis Cloppenburg am Dienstag.

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Symbolfoto: dpa

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In einem Putenmastbetrieb in Lorup im benachbarten Emsland ist die Vogelgrippe nachgewiesen worden. 4300 Puten im Alter von 15 Wochen wurden wegen des Nachweises des Virus-Subtyps H5N1 getötet, wie der Landkreis Emsland am Dienstag mitteilte. Von Mittwoch an gelte zudem eine Allgemeinverfügung, die unter anderem die Einrichtung einer Schutzzone im Umkreis von 3 Kilometern und einer Überwachungszone im Umkreis von 10 Kilometern um den Betrieb vorsieht. Letztere erstreckt sich auch bis in den Landkreis Cloppenburg auf Bereiche in der Stadt Friesoythe.

Allein in der emsländischen Schutzzone sind 30 Betriebe mit 776.330 Tieren sowie 16 Hobbyhaltungen mit 266 Tieren betroffen. In die größere Überwachungszone mit einem Radius von 10 Kilometern fallen über 3,8 Millionen Tiere – darunter auch in Friesoythe.

Der Landkreis Cloppenburg hat als Reaktion auf den aktuellen Ausbruch im Emsland eine Allgemeinverfügung erlassen, die am Mittwoch (19. Oktober) in Kraft tritt. Dann gelten neben der üblichen Anzeigepflicht diese Maßnahmen: 

  • Es dürfen ab dem 19. Oktober keine Vögel weder aus einem noch in einen Betrieb, in dem Vögel gehalten werden, verbracht werden.
  • Das gilt auch für tierische Erzeugnisse – zum Beispiel Fleisch, Eier, Gülle (einschließlich Mist und genutztes Einstreu) .
  • Futtermittel dürfen nicht aus einem Geflügelbetrieb abtransportiert werden.
  • Es gilt eine Stallpflicht: Gehaltene Vögel müssen von Wildtieren abgesondert werden – entweder in geschlossenen Ställen oder durch eine geeignete Schutzvorrichtung, die Einträge von Wildvögeln von oben oder der Seite verhindert.
  • Geflügelhalter müssen eigenständig einmal am Tag ihre Tiere gesundheitlich überprüfen. Etwaige Auffälligkeiten müssen umgehend gemeldet werden.
  • Geflügelausstellungen, Geflügelmärkte oder Veranstaltungen ähnlicher Art sind verboten.

Der letzte Ausbruch im Landkreis Cloppenburg ist am 27. September amtlich bestätigt worden. Nachdem ein Putenstall in der Gemeinde Lastrup betroffen war, hat der Landkreis Cloppenburg neue Schutzmaßnahmen angeordnet. Diese sind auch weiterhin gültig. Zu diesen neuen Schutzmaßnahmen gehört eine örtlich begrenzte Stallpflicht in einem Radius von 10 Kilometern rund um den Lastruper Stall. Darüber hinaus gilt ein Wiedereinstallungsverbot in einem Radius von 25 Kilometern rund um den Lastruper Stall.

In diesem Jahr gab es in ganz Europa eine ungewöhnlich hohe Anzahl von Ausbrüchen im Sommer. Auch in Niedersachsen waren zahlreiche Betriebe betroffen. Für gewöhnlich liegt die Vogelgrippe-Saison zwischen Oktober und April. "Damit hat das Geflügelpest-Geschehen eine neue, sehr besorgniserregende Qualität angenommen", sagte Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU). Sie sprach sich im September für die Entwicklung eines Impfstoffes sowie eine mögliche Ausdünnung kommerzieller Geflügelhaltungen aus.

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