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Bundestagswahl: Das sagen die OM-Bewerber zum Thema Umwelt und Klima

Der 26. September rückt näher, die Entscheidung der Bundestagswahl steht vor der Tür. Wie stehen die Kandidatinnen und Kandidaten der 6 im Bundestag vertretenen Parteien zu Umwelt- und Klimaschutz?

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Symbolfoto: dpa/Stratenschulte

Symbolfoto: dpa/Stratenschulte

Alle 6 im Bundestag vertretenen Parteien schicken im Oldenburger Münsterland Direktkandidaten zur Bundestagswahl am 26. September ins Rennen. Die Bewerber um einen Sitz für den Wahlkreis 32 (Cloppenburg-Vechta) erklären, was sie für die Region auf wichtigen Politikfeldern erreichen wollen. Das sagen die OM-Kandidatinnen und -Kandidaten zum Thema Umwelt und Klima...

Silvia Breher (CDU): Unser klares Ziel: Deutschland soll bis 2045 die erste klimaneutrale Industrienation werden. Dazu brauchen wir marktwirtschaftliche Instrumente, wie die CO2-Bepreisung, einen Turbo für die Erneuerbaren, aber vor allem neue Technologien und Innovationen statt Verbote. Außerdem müssen Innovationen in Klimatechnologien und Energieeffizienz zur CO2-Reduktion steuerlich besser abgesetzt werden können. Das Oldenburger Münsterland als Innovationsregion hat hier viel Potenzial, von den Erneuerbaren Energien über den Einsatz von grünem Wasserstoff bis zur Speicherung von Kohlenstoff in Böden und Wäldern.

Alexander Bartz (SPD): Die Auswirkungen des Klimawandels sind auch bei uns deutlich spürbar. Wenn wir diese gerade auch aus Respekt vor nachfolgenden Generationen nicht noch weiter verschlimmern wollen, müssen wir jetzt handeln. Für mich sind daher Klimaneutralität, Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Ressourcenschonung keine gut gemeinten Visionen, sondern der einzig richtige Weg. Diesen Prozess schnell und effektiv voranzutreiben, wird eine der größten Herausforderungen in der nächsten Legislaturperiode. Die Politik muss den Ausbau von erneuerbaren Energien sowie den Netzausbau sozialverträglich und schnell anschieben, die Elektromobilität massiv ausbauen und auch Innovationsförderung auf diesem Gebiet stark unterstützen.

Tanja Meyer (Die Grünen): Erhalten, weil Reparieren nicht geht. Das ist das Motto für unser Klima. Die Klimakrise ist auch bei uns das größte Risiko für soziale Sicherheit und Wohlstand. Daher können wir den Klima- und Umweltschutz nicht unbeschränkt in die Zukunft verschieben. Wir müssen jetzt handeln und Verantwortung für unsere Kinder und Enkel übernehmen. Ich setze mich für eine Kultur des Zusammenhalts ein, denn nur zusammen können wir es schaffen, unsere Lebensgrundlagen zu erhalten. Klimaschutz muss überall stattfinden. Dafür möchte ich den Dialog von Politik, Gesellschaft und Wirtschaft über Energieverbrauch, Mobilität, Konsum und eine klimaneutrale Zukunft fördern und mit Politik Umsetzbarkeit ermöglichen.

Carolin Abeln (FDP): Wir alle wissen, wie dringend wir uns mit dem Klimawandel auseinandersetzen müssen. Damit wir die Ziele aus dem Pariser Klimaabkommen erreichen, muss noch viel passieren: Neben dem CO2-Handel, den wir ausweiten wollen, setzen wir Freie Demokraten uns für Innovationen statt Verboten ein. Die großen Unternehmen müssen genauso mitziehen, wie es jeder Einzelne tun sollte. Das bedeutet auch, dass vor allem auf dem Land ein Mobilitäts-Mix gefördert werden muss. Die Situation bei uns im ländlichen Raum ist nicht mit der in vielen Großstädten vergleichbar. Aktuell gibt es zu wenig Ladesäulen für E-Autos, einen zu unattraktiven ÖPNV und oft fehlen (gut ausgebaute) Radwege, die das Fahrradfahren fördern würden.

Tom Dobrowolski (Die Linke): Klimaschutz soll endlich ernstgenommen werden. Die Politik muss den Mut haben, die Hauptverursacher in der Industrie zur Kasse zu bitten. Die EEG-Umlage, CO2-Bepreisung und der Ausbau von regenerativer Energie geht bisher mehr auf Kosten der kleinen Steuerzahler. Dies muss sich grundsätzlich ändern. Klimaschutz muss sozial gerecht erfolgen. Deshalb muss der Lobbyismus aus den Parlamenten gedrängt werden und klimaschädliche Subventionen, wie im Bereich Flugverkehr, Kohle und Atomindustrie, müssen sukzessive abgebaut werden. Ausschließlich regenerativer Energieimport kann das Ziel sein. Klimaschutz muss bei jeder politischen Entscheidung erste Priorität haben, das sind wir unseren Kindern schuldig.

Waldemar Herdt (Alternative für Deutschland): Der Klimawandel ist ein ständiger Begleiter in der Geschichte der Erde. Menschengemachter Klimawandel wird überschätzt. Die Energiekosten steigen, aber die erwünschte Senkung des CO2- Ausstoßes wird nicht erreicht. Der überstürzte Atomausstieg katapultiert uns aus der Energiesicherheit zu den weiteren Preiserhöhungen. Folgen: Konkurrenzunfähigkeit und ein Abzug der deutschen Industrie in andere Länder, was zu unvermeidlicher Verarmung unseres Landes führt. Hier wird Umweltschutz auf Existenzgefährdung des eigenen Volkes aufgebaut. Wir müssen ideologisch geprägte Konzepte – Atomausstieg, Energiewende, Elektromobilität – überdenken und pragmatisch-wirtschaftliche Konzepte durch unabhängige Wissenschaft erarbeiten

Sie alle wollen in den Bundestag: (von links) Tom Dobrowolski (Die Linke), Waldemar Herdt (AfD), Silvia Breher (CDU), Alexander Bartz (SPD), Carolin Abeln (FDP) und Tanja Meyer (Grüne).  Foto: M. NiehuesSie alle wollen in den Bundestag: (von links) Tom Dobrowolski (Die Linke), Waldemar Herdt (AfD), Silvia Breher (CDU), Alexander Bartz (SPD), Carolin Abeln (FDP) und Tanja Meyer (Grüne).  Foto: M. Niehues

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