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Bundestagswahl: Das sagen die OM-Bewerber zum Thema Landwirtschaft

Der 26. September rückt näher, die Entscheidung der Bundestagswahl steht vor der Tür. Wie stehen die Kandidatinnen und Kandidaten der 6 im Bundestag vertretenen Parteien zur Landwirtschaft?

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Symbolfoto: dpa/Reichel

Symbolfoto: dpa/Reichel

Alle 6 im Bundestag vertretenen Parteien schicken im Oldenburger Münsterland Direktkandidaten zur Bundestagswahl am 26. September ins Rennen. Die Bewerber um einen Sitz für den Wahlkreis 32 (Cloppenburg-Vechta) erklären, was sie für die Region auf wichtigen Politikfeldern erreichen wollen. Das sagen die OM-Kandidatinnen und -Kandidaten zum Thema Landwirtschaft...

Silvia Breher (CDU): Wir wollen unseren Landwirten Planungssicherheit geben. Wir werden mit einem Bestandsschutz bei neuen Stallbauinvestitionen für Verlässlichkeit und Sicherheit sorgen und die Borchert-Empfehlungen für mehr Tierwohl umsetzen. Außerdem wollen wir sicherstellen, dass die Leistung unserer Landwirte für Tier-, Umwelt- und Klimaschutz finanziell honoriert wird und mehr Anerkennung bekommt. Nur mit der Land- und Forstwirtschaft erreichen wir mehr Tier-, Umwelt- und Klimaschutz.

Alexander Bartz (SPD): Unsere Landwirtschaft steht vor großen Herausforderungen und befindet sich in einem Spannungsfeld zwischen den Anforderungen des Marktes auf der einen und der Erfüllung von klima-, umwelt- und tierwohlorientierten Arbeitsweisen auf der anderen Seite. Wir brauchen daher eine Landwirtschaft, von welcher der Landwirt gut leben kann, gleichzeitig aber Klima-, Arten- und Tierschutz im Blick hat. Konkret müssen die Empfehlungen der Bochert-Kommission zum Umbau der Tierhaltung schnellstmöglich auf den Weg gebracht werden, um den Landwirten wieder eine Perspektive zu geben. Weiter müssen die rechtlichen Rahmenbedingungen geschaffen werden, um den Umbau in der Tierhaltung gestalten zu können.

Tanja Meyer (Die Grünen): Die Landwirtschaft hat große Bedeutung für die Gesellschaft. Sie sorgt für hochwertige Lebensmittel und gestaltet unsere Kulturlandschaften. Das Vertrauen der Bevölkerung in die Landwirtschaft schwindet jedoch und die Landwirtschaft verliert ihr Vertrauen in die Politik. Ich setze mich dafür ein, das zu ändern. Wie beim Niedersächsischen Weg oder Borchert-Plan müssen Landwirtschaft, Umweltschutz, Verbraucher*innen, Handel und Politik an einen Tisch. Gemeinsam muss ein Zukunftsplan für ein nachhaltiges Ernährungssystem im OM geschaffen werden, bei dem Berlin für Umsetzbarkeit sorgt. Damit der Landwirtschaft ein nachhaltiger Wandel mit langfristigen Perspektiven ermöglicht wird.

Carolin Abeln (FDP): Wir haben der Landwirtschaft (sowie den vor- und nachgelagerten Industrien) viel zu verdanken und sollten sie deswegen auch jetzt unterstützen. Wir fordern eine Planungssicherheit für Investitionen, setzen uns ein für Regelungen auf EU-Ebene (wie beispielsweise das Tierwohllabel) und fordern den schrittweisen Rückgang von Subventionen. Die Landwirtschaft braucht faire Wettbewerbungsbedingungen, damit sie auch am internationalen Markt bestehen kann. Durch immer mehr Auflagen, können die hohen Standards nicht mehr wirtschaftlich umgesetzt werden – das sorgt für ein Höfesterben und dafür, dass immer mehr Produkte importiert werden, die nach viel geringeren (Umwelt-)Standards im Ausland erzeugt wurden. Das hilft weder dem Klima noch unserer Wirtschaft!

Tom Dobrowolski (Die Linke): Unsere bäuerliche Landwirtschaft muss auf den nationalen Absatz ausgerichtet werden. Regionale Lebensmittel sind letztlich, auch unter Schaffung einheitlicher Standards, nie konkurrenzfähig am Weltmarkt durch u.a. größere Flächen und klimatische Bedingungen. Staatliche Vorgaben an den Lebensmitteleinzelhandel, wie Mindestpreise und den Abbau von Bürokratie bei den Betrieben, z.B. für tiergerechte Stallumbauten, müssen endlich umgesetzt werden. Die regionale Lebensmittelversorgung der öffentlichen kommunalen Einrichtungen muss durch Bundesmittel mitgetragen werden. So wird die Existenz unserer bäuerlichen Landwirtschaft gesichert, mehr Klimaschutz, gute Ernährung unserer Kinder und faire Löhne erreicht.

Waldemar Herdt (Alternative für Deutschland): Die Nahrungs-Grundsicherung erreichen wir nur durch die heimische Landwirtschaft. Meine Tätigkeiten als Agraringenieur in Kasachstan und 3 Jahre als Futtermeister in einem Schweinemastbetrieb hier in Deutschland ermöglichten es mir, das benötigte Verständnis für die Probleme und Sorgen der Landwirte zu erhalten. Bauern werden mit Auflagen überschüttet, gesetzliche Anforderungen werden immer komplexer und sind teilweise nicht umsetzbar, Entscheidungen, die die Existenz vieler Höfe bedrohen. Wir sollten Erleichterungen für Bauern und Landwirte anstreben, wie Minimierung von Bürokratie, Direkt-Vermarktungskonzepte und Kleinbauernhöfe staatlich unterstützen. Regionale Landwirtschaft sollte faire Chancen gegenüber der Billigkonkurrenz haben.

Sie alle wollen in den Bundestag: (von links) Tom Dobrowolski (Die Linke), Waldemar Herdt (AfD), Silvia Breher (CDU), Alexander Bartz (SPD), Carolin Abeln (FDP) und Tanja Meyer (Grüne).  Foto: M. NiehuesSie alle wollen in den Bundestag: (von links) Tom Dobrowolski (Die Linke), Waldemar Herdt (AfD), Silvia Breher (CDU), Alexander Bartz (SPD), Carolin Abeln (FDP) und Tanja Meyer (Grüne).  Foto: M. Niehues

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