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Bundestagswahl: Das sagen die OM-Bewerber zum Thema Familie und Soziales

Der 26. September rückt näher, die Entscheidung der Bundestagswahl steht vor der Tür. Wie stehen die Kandidatinnen und Kandidaten der 6 im Bundestag vertretenen Parteien zur Familie und Soziales?

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Symbolfoto: dpa/Gutierrez-Juarez

Symbolfoto: dpa/Gutierrez-Juarez

Alle 6 im Bundestag vertretenen Parteien schicken im Oldenburger Münsterland Direktkandidaten zur Bundestagswahl am 26. September ins Rennen. Die Bewerber um einen Sitz für den Wahlkreis 32 (Cloppenburg-Vechta) erklären, was sie für die Region auf wichtigen Politikfeldern erreichen wollen. Das sagen die OM-Kandidatinnen und -Kandidaten zum Thema Familie und Soziales...

Silvia Breher (CDU): Familien brauchen mehr Zeit füreinander. Hier müssen wir mehr Flexibilität möglich machen und finanzielle Erleichterungen schaffen für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Dazu gehört für mich ein leichterer Zugang zu Familienleistungen, gute und verlässliche Versorgung durch moderne Kitas und Schulen. Bildung ist der Schlüssel zu mehr Chancen in der Zukunft. Wir brauchen gute Angebotsstrukturen in der Pflege, stärkere Entlastungen für Menschen, die Angehörige zu Hause pflegen und neue Angebote gegen Einsamkeit im Alter. Außerdem ist mir die Stärkung des Ehrenamtes wichtig, zum Beispiel durch Anlaufstellen in den Kreisen und Kommunen oder eine noch attraktivere Gestaltung von Freiwilligendiensten.

Alexander Bartz (SPD): Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist für viele eine große Herausforderung. Frauen und Männer wollen eine gute Balance zwischen Beruf und Privatleben finden, wirtschaftlich unabhängig sein, gute Bedingungen für das Aufwachsen ihrer Kinder schaffen und diskriminierungsfreie Arbeitswelten vorfinden. Ich werde mich für gleiche Bildungschancen, eine Kindergrundsicherung und die erneute Aufnahme von Kinderrechten im Grundgesetz stark machen. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer müssen von ihrem Gehalt gut leben können. Die Anhebung des Mindestlohns auf 12 Euro, sowie die Abschaffung von sachgrundloser Befristung, die Stärkung der Tarifautonomie und der betrieblichen Mitbestimmung unterstütze ich daher ausdrücklich.

Tanja Meyer (Die Grünen): Familien sind vielfältig. Politik muss für sie alle sein, wobei für mich Kinder im Mittelpunkt stehen. Deswegen setze ich mich für klar formulierte Kinderrechte, Kinder- und Jugendbeteiligung, eine Kindergrundsicherung sowie gute und genügend Kitas ein. In einer starken Region wie dem OM sollte kein Kind in Armut aufwachsen. Es gilt also sicherzustellen, dass Menschen von ihrem Einkommen leben können und vor Armut (im Alter) geschützt sind. Förderung sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung und beruflicher Entwicklung, Anerkennung von Sorgearbeit, Erhöhung des Mindestlohns sind hier genauso wichtig, wie Schaffung von bezahlbarem Wohnraum. Für all dies ist bei uns im OM noch viel zu tun.

Carolin Abeln (FDP): Wir setzen uns für eine moderne Familienpolitik ein, in der jede Familie ihre Entscheidungen selbst treffen kann. Damit dies möglich ist, brauchen wir ein umfassenderes Betreuungsangebot, das auch Randzeiten besser abdeckt. Vor allem für Alleinerziehende stellt der Mangel an Betreuungsplätzen, auch bei uns im Oldenburger Münsterland, immer noch ein großes Problem dar. Damit zukünftig jeder die Chance hat, beruflich und sozial aufzusteigen, braucht es einen modernen Sozialstaat. Es muss einen spürbaren Unterschied machen, ob jemand arbeitet oder nicht. Wir wollen Chancen durch Freiräume eröffnen – für ein selbstbestimmtes Leben.

Tom Dobrowolski (Die Linke): Eine bessere Infrastruktur und bezahlbares Wohnen sind mir besonders wichtig. Der Feldversuch eines Mietendeckels in Berlin hat Probleme und Handlungsfelder aufgezeigt. Die Mietpreisbremse wurde von der Immobilienlobby bis zur Wirkungslosigkeit durchlöchert. Das muss korrigiert werden. Auch in Cloppenburg und Vechta muss die Kreiswohnungsbaugesellschaft massiv aufgebaut werden. Geringere Mieten heißen mehr innerstädtischer regionaler Konsum. Grundsätzlich möchte ich, dass wesentlich mehr Geld des Bundes in die Familien und Kommunen geht. Dort wird es gebraucht und verkonsumiert. Dies gibt den Gemeinden mehr Freiheit zu entscheiden, wofür das Geld eingesetzt wird, z.B. für innerstädtische Verdichtung.

Waldemar Herdt (Alternative für Deutschland): Von Familien- über Bildungs- bis Rentenreformen sind alle brandaktuell und längst fällig. Deutschland pumpt Milliarden ins Ausland, währenddessen das Rentenalter in Deutschland stetig steigt und die prozentuale Auszahlung immer niedriger wird. Wir helfen Ländern, deren Renteneintrittsalter wesentlich niedriger ist als bei uns, und deren Auszahlungen teilweise bei über 90 Prozent vom letzten Nettoeinkommen liegen, in Deutschland, übrigens, knapp 50 Prozent. Eine Rentenerhöhung schafft mehr Kaufkraft und wirtschaftliche Stabilität in unserem Land. Genauso sieht es mit Familien mit Kindern aus. Ob ein Kind oder mehrere – das Muttersein ist der wichtigste Job überhaupt und der muss dementsprechend gewürdigt werden.

Sie alle wollen in den Bundestag: (von links) Tom Dobrowolski (Die Linke), Waldemar Herdt (AfD), Silvia Breher (CDU), Alexander Bartz (SPD), Carolin Abeln (FDP) und Tanja Meyer (Grüne).  Foto: M. NiehuesSie alle wollen in den Bundestag: (von links) Tom Dobrowolski (Die Linke), Waldemar Herdt (AfD), Silvia Breher (CDU), Alexander Bartz (SPD), Carolin Abeln (FDP) und Tanja Meyer (Grüne).  Foto: M. Niehues

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