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Zahl der PCR-Tests im Kreis Vechta ist im März stark gesunken

Die Testzahlen sind um mehr als 30 Prozent zurückgegangen. Im Februar hatte das Gesundheitsamt 4.156 Abstriche durchgeführt. Die Abnahme hänge vor allem mit der Art der Ausbrüche zusammen.

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Symbolfoto: dpa

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Das Gesundheitsamt Vechta hat im März deutlich weniger Corona-PCR-Tests durchgeführt als im Vormonat. Das geht aus einer Antwort des Landkreises Vechta auf Nachfrage von OM online hervor. Wie Gesundheitsamtsleiterin Sandra Guhe berichtet, wurden im März insgesamt 2.667 Abstriche genommen. Im Februar waren es noch 4.156 PCR-Tests. Die Testzahlen sind damit um mehr als 30 Prozent zurückgegangen.

Grund für diese starke Abnahme seien laut Guhe die Art der Ausbrüche: So gab es im Februar vor allem viele Corona-Infektionen in größeren Gemeinschaftseinrichtungen. Betroffen waren etwa Kitas, Werkstätten des Andreaswerks, Seniorenheime und Tagespflegeeinrichtungen sowie die Krankenhäuser Lohne und Vechta. Dies habe in der Folge zu einer Vielzahl von Kontaktpersonen und damit einhergehend auch zu vielen Tests geführt, erklärt Guhe. Wie berichtet, wurden etwa im Krankenhaus Vechta Anfang Februar sämtliche der 1.400 Beschäftigten auf das Coronavirus untersucht. 2.344 Tests wurden alleine im Zeitraum von 1. bis 8. Februar durchgeführt.

"Im März wurden keine vergleichbaren Ausbrüche in Einrichtungen festgestellt", erklärt die Gesundheitsamtsleiterin. Auffällig sei in diesem Zeitraum aber eine Vielzahl von kleineren Ausbrüchen in Betrieben und Firmen gewesen. In Abstimmung mit ihrer Behörde seien von den betroffenen Betrieben eigenständig Reihentestungen durchgeführt worden. Diese werden aber in den Testzahlen des Gesundheitsamtes nicht berücksichtigt.

Teststrategie sorgt insgesamt für mehr Tests

Die Infektionszahlen sind im Kreis Vechta zuletzt stark gestiegen. Seit einigen Tagen liegt die sogenannte 7-Tage-Inzidenz konstant über der 300er-Marke. Wie Guhe am vergangenen Mittwoch berichtete, gingen zuletzt etwa 90 Prozent der Fälle auf Infektionen im privaten Bereich zurück. Besonders bei Treffen über die Osterfeiertage hätten sich viele Menschen mit dem Virus angesteckt. Guhe sprach in diesem Zusammenhang auch von einer Art "Familienbesuch-Hopping". Listen von Kontaktpersonen mit rund 10 bis 15 Kontakten in zwei Tagen seien keine Seltenheit gewesen. Bei einigen Neuinfektionen hatte es sich zudem um Reiserückkehrer gehandelt, die über die Ostertage bzw. -ferien im In- und Ausland verreist waren.

Die Leiterin des Kreisgesundheitsamtes hatte dabei auch die Teststrategie als einen Grund für die hohen Infektionszahlen angeführt. Im Landkreis Vechta werden gemäß den aktuellen Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes (RKI) alle Kontaktpersonen von Infizierten am 1. Tag nach der Kontaktermittlung mittels PCR-Methode auf das Coronavirus getestet. Vor der Entlassung aus der Quarantäne werden Infizierte und bisher negative Kontaktpersonen dann erneut getestet. Dadurch würden viele neue Fälle aufgedeckt, so Guhe. Bei etwa der Hälfte der Neuinfektionen hätten sich die positiv getesteten Personen somit zuletzt als Kontaktpersonen bereits in häuslicher Isolation befunden.

RKI hat Unterscheidung zwischen K1- und K2- Kontakten aufgehoben

Das RKI hat die Teststrategie nach Angaben der Gesundheitsamtsleiterin im März zum wiederholten Male angepasst. Die bisherige Einordnung in sogenannte K1 und K2 Kontakte wurde aufgehoben. Es werden nun nur noch "enge Kontaktpersonen" ermittelt, die ein erhöhtes Risiko für eine Ansteckung haben. Die Kriterien orientieren sich dabei unter anderem an folgenden Faktoren:

  • Abstand zum gemeldeten Fall
  • Dauer des Kontakts
  • Tragen von Schutzmasken (durch Fall bzw. Kontaktperson)
  • Aufenthalt in einem Raum mit möglicherweise infektiösen Aerosolen

Insgesamt werden laut Guhe aufgrund der Ausbreitung der Corona-Mutation B.1.1.7 strengere Maßstäbe bei der Kontaktpersonenermittlung und Verordnung von Quarantänemaßnahmen angesetzt. Auch die Kriterien zur Durchführung von Tests werden großzügiger ausgelegt. Einen Bericht zur bisherigen Teststrategie finden Sie hier auf OM online.

Im April wurden bisher 1954 Abstriche genommen

Im April wurden bis zum vergangenen Samstag (17. April) bereits 1954 Tests durchgeführt. In diesem Zeitraum ist die Gesamtzahl der Infektionen mit Sars-CoV-2 indes um 795 Fälle auf 7.414 am 17. April gestiegen. Grundsätzlich gilt: Je mehr identifizierte Infektionen es gibt, desto höher ist auch die Zahl an Kontaktpersonen, die vom Gesundheitsamt getestet werden. Es steigt also die Wahrscheinlichkeit mit der Anzahl der Tests bzw. der Kontaktpersonen, weitere Infektionen aufzuspüren.

Auch durch das Kontakte-Hopping über Ostern seien die Testzahlen gestiegen, erklärt Guhe. Das Gesundheitsamt hat seine Testkapazitäten aufgrund der steigenden Infektionszahlen und Kontaktpersonen daher erweitert. Bisher wurden im PCR-Testzentrum des Landkreises Vechta an der Robert-Diesel-Straße in Vechta nur in der Woche Abstriche durchgeführt. Ab sofort ist dies auch an Samstagen möglich. Das war bisher nicht der Fall und spiegelt sich auch in einer höheren Zahl an gemeldeten Neuinfektionen am Sonntagen wider, so die Gesundheitsamtsleiterin.

Neben den PCR-Tests wird das Testangebot im Landkreis Vechta zudem durch zahlreiche Pflichttests in medizinischen Einrichtungen, Tests in Apotheken, bei Hausärzten, in Privatlaboren, den Firmentestungen aufgrund der per Allgemeinverfügung angeordneten Testpflicht sowie den Schnell- und Löffeltests in Schulen und Kitas ergänzt. Darüber hinaus gibt es seit Mitte März die 10 kommunalen Schnelltestzentren. Kreisweit wurden dort bisher etwa 20.500 Schnelltests durchgeführt (Stand: 14. April). Bei 54 positiven Schnelltests wurde ein anschließender PCR-Test veranlasst. In 41 Fällen wurde eine Corona-Infektion bestätigt. Diese 54 PCR-Tests sind in den Testzahlen des Gesundheitsamtes für März bzw. April enthalten.

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