Dieses Ziel hat sich der "Freundeskreis Schwedenheim gesteckt. Im letzten Jahr gegründet, kann er nun nach den Corona-Lockerungen seine Arbeit aufnehmen und auf sein Anliegen aufmerksam machen.
Ingrid und Klaus Bomke suchen für den Freundeskreis Schwedenheim Gleichgesinnte. Foto: Heinzel
Das Schwedenheim ist Teil der Cloppenburger Nachkriegsgeschichte. Den Erhalt dieser „historischen und Stadtbild prägenden Einrichtung“ sowie die inhaltliche Förderung der Angebote im Gemeindezentrum hat sich der Verein "Freundeskreis Schwedenheim" zum Ziel gesetzt. Im Dezember 2019 gab es erste, von Hans-Jürgen Hoffmann initiierte Gespräche. Es folgte die Unterschriftenaktion „Rettet das Schwedenheim“. Hier kamen etwa 400 Unterschriften zusammen. Ein Zeichen dafür, dass die Initiatoren mit ihrem Anliegen nicht alleine dastanden.
"Es war eine interessante Entwicklung. Der Wunsch, etwas zu tun, war bei uns und vielen anderen vorhanden. Hans-Jürgen Hoffmann hat das Ganze gebündelt und umgesetzt."
„Es war eine interessante Entwicklung. Der Wunsch, etwas zu tun, war bei uns und vielen anderen vorhanden. Hans-Jürgen Hoffmann hat das Ganze gebündelt und umgesetzt“, sagt Jens Schultzki, der Schriftführer des Freundeskreises. Die Konsequenz: die Gründung des Vereins am 21. Oktober 2020.
In den Neubau soll der Kindergarten einziehen
Hintergrund: Der Verein möchte das Rote Haus als Begegnungsstätte erhalten. Das sehen die aktuellen Pläne nicht vor. Das baufällige Gebäude wird komplett abgerissen und für den Kindergarten, der bereits im Roten Haus untergebracht ist, ein Neubau errichtet. Die Kosten liegen bei knapp 2,45 Millionen Euro, wovon die Stadt Cloppenburg 2,2 Millionen Euro trägt. Den Rest muss die Kirchengemeinde schultern.
Der Neubau indes wird einen Teil der alten Fläche nicht umfassen. Denn der Gebäudeteil, in dem bislang der Diakonieladen, die Jugendarbeit der Gemeinde, die Bücherei und das Café untergebracht waren, wird nicht wieder aufgebaut. Die Fläche selbst könnte als Parkplatz dienen. Letzteres sieht der Verein mit gemischten Gefühlen. Er würde lieber einen An- oder Neubau sehen, der wieder als Ort der Begegnung genutzt werden kann.
Mit 20 Mitgliedern gestartet, stieg die Zahl der bekennenden Unterstützerinnen und Unterstützer des Vereins bis heute auf fast 60 an. Gerade erst konnten auf dem Fest der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde neue Mitglieder für den Verein gewonnen werden. Es war der erste öffentliche Auftritt des Freundeskreises. Die Pandemie behinderte bis dato die Arbeit des Vereins, denn „die persönliche Ansprache ist sehr wichtig“, erzählt Ingrid Bomke, die stellvertretende Vereinsvorsitzende. Daher sind weitere Präsenzveranstaltungen geplant.
Das Rote Haus wird abgerissen. Der im Bild zu sehende Gebäudeflügel wird nicht wieder aufgebaut und die Fläche könnte als Parkplatz genutzt werden. Der Verein möchte dies verhindern. Foto: Heinzel
Auch ihm gehe es darum, das Schwedenheim als einen „Ort der Begegnung“ zu erhalten, heißt es. Und die Kirchengemeinde möchte dies auch, betont Wolfgang Kürschner. Der Pastor spricht von vielen guten Ideen, die im Gespräch sind, um dieses Ziel zu erreichen.
Ingrid Bomke und Jens Schultzki vom Freundeskreis reden von einem Café eventuell mit Bücherei. Hier soll es wieder thematische Angebote aus dem Bildungsbereich geben, seien es Vorträge, Ausstellungen oder Konzerte. In einer angenehmen Atmosphäre sollen sich Menschen begegnen. Wolfgang Kürschner möchte auch eine mögliche Zusammenarbeit mit der Stadt Cloppenburg ausleuchten, immerhin sei der Mehrgenerationenpark direkt um die Ecke.
Café Holmström liefert das Vorbild
Wie teuer ein solcher Ort werden könnte und wer ihn bezahlt, dazu fehlen die Angaben. Die Umsetzung aber scheint gesetzt. Jens Schultzki berichtet, im alten Café Holmström habe man gute Erfahrungen gesammelt. Jugendliche und Ältere hätten sich hier ganz zwanglos getroffen. „Das fand ich total klasse. Das wollen wir wieder!“, sagt der Diakon der Kirchengemeinde. „Wenn wir jetzt durchstarten können, wird das ganze Projekt schnell an Fahrt aufnehmen“, ist sich Jens Schultzki sicher.
Einige Besucher des Gemeindefestes zeigten sich von der Geschichte des Schwedenheimes überrascht. Das Rote Haus wurde auf dem Gelände des ehemaligen Friesoyther Marktes am 20. Juni 1948 eingeweiht. Es war ein Anlaufpunkt für Flüchtlinge und Vertriebene. Nach dem Zweiten Weltkrieg stieg die Zahl der Protestanten in der Region Cloppenburg von 1.200 auf bis zu 20.000. Ihre Not linderte die schwedische „Innereuropäische Mission“ mit der Einrichtung und dem Betrieb des Schwedenheimes. Wenige Jahre später kam das Gelbe Haus hinzu. Später wurde das Ganze von der Diakonie und der Kirchengemeinde übernommen.
Info: Interessierte, die sich im Freundeskreis engagieren oder sich weiter informieren wollen, können dies über die Homepage oder telefonisch unter 04471/4484 bei Hans-Jürgen Hoffmann tun.