200 Gäste kommen zu Gemeindefest im Schwedenheimpark
Die dreistündige Veranstaltung mit Spiel- und Bastelständen für Kinder sowie Kaffee und Kuchen für die Erwachsenen wurde in den letzten 14 Tagen auf die Beine gestellt.
Kinderbücher waren gefragt: Sigrid Lehmann (links) und Elsbeth Ebel veranstalteten einen Bücherbasar auf dem Gemeindefest. Foto: Heinzel
Enten angeln, Glitzertattoos aufkleben oder ein Selfie mit dem alten "Roten Haus" des Schwedenheims im Hintergrund machen: Vor Corona wäre das fast nicht berichtenswert gewesen. Jetzt aber, nach vielen Monaten Zwangspause, genießen die Menschen alles mehr als früher.
Wie groß die Freude auch über Kleinigkeiten derzeit ist, das spürten die Macher des Gemeindefestes der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Cloppenburg. Rund 200 Besucher waren Samstag über den Zeitraum zwischen 14 und 17 Uhr verteilt im Schwedenheimpark unterwegs. Bei Kaffee und Kuchen gab es die Gelegenheit, sich in Ruhe zu unterhalten, während die Kinder sich auf dem Gelände austoben konnten.
Es sei ein guter Startschuss für eine Wiederbelebung des Gemeindelebens, meinte Pastor Wolfgang Kürschner. „Es ist ja fast wie immer“, sagte er über das sonst jährlich stattfindende Mittsommer-Fest. Im letzten Jahr musste die Veranstaltung aufgrund der Pandemie ausfallen. Sie war als ökumenisches Fest geplant gewesen. Doch dieses Vorhaben ist nicht ad acta gelegt, sondern „ist im Blick“, so Pastor Wolfgang Kürschner.
Ein letztes Bild mit dem bestehenden Roten Haus
Neben den Spiel- und Bastelständen gab beispielsweise einen Bücherbasar. Sigrid Lehmann und Elsbeth Ebel kümmerten sich hier um den Verkauf - und der lief gut. Vor allem Kinderbücher waren gefragt. „Das Sparschwein ist schon ordentlich voll“, sagte Sigrid Lehmann.
Direkt neben dem Bücherstand befand sich der Informationsbereich des „Freundeskreises Schwedenheim“. Walter und Dagmar Bergner sowie Klaus und Ingrid Bomke klärten über die Geschichte des Schwedenheimes und die Ziele des im letzten Jahr gegründeten Vereins auf. Neben der generellen Unterstützung des Vereines möchten sie das "Rote Haus" als Begegnungsstätte erhalten. Und die Kirchengemeinde möchte dies auch, betont Wolfgang Kürschner.
Der Komplex indes ist baufällig und wird demnächst abgerissen werden. Ersetzt werden soll er durch ein neues "Rotes Haus" im Schwedenstil. Pastor Wolfgang Kürschner erläuterte kurz den momentanen Planungsstand: Derzeit arbeite das beauftragte Architekturbüro an den Ausführungsplanungen. Im Herbst sollen die Ausschreibungen erfolgen, sodass mit den Ergebnissen zum Ende des Jahres zu rechnen ist. Große Pläne für die Zukunft also.
Entspannte Atmosphäre im Schwedenheimpark. Foto: Heinzel
Aber auch die Gegenwart ist spannend und abwechslungsreich. Zwar ließ sich auf dem Gemeindefest nicht alles umsetzen, war das Orgateam ursprünglich auf seiner Liste stehen hatte. Aber: Eine generelle Absage kam nicht infrage. So planten 7 Damen und Herren das Ganze innerhalb der letzten 14 Tage. „Manches ist dabei aus dem Nichts entstanden“, so Wolfgang Kürschner.
Es waren 2 ganz beglückende Wochen, erzählt der Pastor und spricht auch von einer erkennbaren Sehnsucht, wieder etwas zu unternehmen. Die Eltern der Kindergartenkinder hätten direkt angefragt, ob sie nicht Kuchen backen könnten für das Gemeindefest. Er zeigte sich nicht nur für diese Hilfe dankbar, sondern beispielsweise auch für die Unterstützung, die die Pfadfinder beim Aufstellen der Zelte geleistet hätten, oder gegenüber den Teamern aus dem Konfirmandenbereich, welche Glitzer-Tattoos klebten.
„Es war mutig zu sagen: Klar kriegen wir es hin. Das Ergebnis ist ein toller Erfolg für gemeinsam getragene Verantwortung“, sagte Wolfgang Kürschner. Nach den Lockdowns ist der Genuss von Kaffee und Kuchen in einer Gemeinschaft sehr viel mehr als früher.