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Trippel Trappel Hof sammelt über Crowdfundingaktion Geld für ein neues Therapiepferd

"Dante" heißt das 18 Jahre alte Tier. Aktuell wird es auf seinen Einsatz in Goldenstedt vorbereitet.

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Reittherapeutin Mandy Hibbeler mit Knut. Das Pony wird im Therapiebereich bei Schulanfängern eingesetzt. Foto: Heinzel

Reittherapeutin Mandy Hibbeler mit Knut. Das Pony wird im Therapiebereich bei Schulanfängern eingesetzt. Foto: Heinzel

"Dante" ist der Neue auf dem Goldenstedter Trippel Trappel Hof. Das 18 Jahre alte Pferd soll die Nachfolge von "Stina" antreten; das Therapiepferd soll nun in den wohlverdienten Ruhestand gehen können. Die Arbeit mit Schulanfängern hat ihr "Knut" bereits abgenommen. Besucher des Weihnachtsmarktes auf Bredemeyers Hof konnten dort die beiden Tiere erleben.

„Wir waren sehr beeindruckt über die große Bereitschaft der Menschen das Crowdfundingprojekt zu unterstützen.“Mandy Hibbeler vom Trippel Trappel Hof in Goldenstedt

Möglich wurde der Kauf für Mandy Hibbeler, Gründerin und Inhaberin des Hofes, durch eine  Crowdfundingaktion über die Plattform „Viele schaffen mehr“ der Volksbank. 5438 Euro sind so zusammengekommen. Ursprünglich hatte die Reittherapeutin auf 4500 Euro gehofft. „Wir waren sehr beeindruckt über die große Bereitschaft der Menschen, das Projekt zu unterstützen“, sagt die gebürtige Cuxhavenerin.

59 Unterstützer und die Volksbank haben Geld gegeben. Die Bank hat dabei die Spenden bis zu einer Summe von 100 Euro verdoppelt und beteiligt sich dadurch mit 1924 Euro, berichtet die 42-Jährige. Dank dieser Summe sei sogar noch eine „gute Ausstattung“ möglich, beispielsweise ein spezieller Therapiegurt.

„Wir arbeiten ihn jetzt ein“, sagt Mandy Hibbeler. Es müsse eine vertrauensvolle Bindung zwischen Therapeut und Pferd entstehen. Dante bringe zwar die notwendige Ruhe und Gelassenheit mit, müsse aber noch an verschiedene Dinge gewöhnt werden. Stina werde natürlich auf dem Hof bleiben und dort ihren Ruhestand genießen können.

Das Ziel: Jedem den Kontakt zum Pferde möglich zu machen

Auf dem Gelände am Brombeerhagen in Goldenstedt stehen zwei Reitplätze für die 16 Pferde und Ponies des Hofes zur Verfügung. 160 Reiter nutzen die Möglichkeiten der gemeinnützigen Unternehmensgesellschaft. Das Ziel von Mandy Hibbeler ist es, „den Kontakt zum Pferd für jedem zu ermöglichen". Unterstützt wird Mandy Hibbeler dabei von einer Reittherapeutin in Ausbildung, drei weitere Reitlehrerinnen und zehn Pferdemädchen. Letztere „durchlaufen eine reiterliche Ausbildung mit entsprechenden Lehrgängen auf dem Weg zum Trainerschein“.

Ihr sei Inklusion "enorm wichtig", sagt Mandy Hibbeler. Sie setze dabei auf ihrem Hof auf therapeutisches Reiten – im Fachjargon  „Pferdgestützte Intervention“ genannt. Sie kümmere sich beispielsweise um Kinder und Jugendliche mit Autismus, mit Konzentrations- und Aufmerksamkeitsschwierigkeiten oder sozialen und emotionalen Problemen wie Aggressionen und einer mangelnden Impulskontrolle.

Foto: privatFoto: privat

Mandy Hibbeler gründete den Trippel Trappel Hof im Mai 2015 und realisierte damit einen lange gehegten Traum, der bereits in ihrer Abi-Zeitung erwähnt wurde. „Ich reite, seit ich 9 Jahre alt bin“, erzählt die studierte Erziehungswissenschaftlerin. Allerdings gebe es keine staatlich anerkannte Ausbildung zur Reittherapeutin. Sie selbst nutzte die Möglichkeit eines berufsbegleitenden dreieinhalbjährigen Studiums „Equine Assistet Therapy and Management“ an der Universität Vechta. Sie bedauert, dass es diese Möglichkeit heute nicht mehr gibt.

Kinder mit besonderem Förderbedarf bekämen in klassischen Vereinen oft nicht die Aufmerksamkeit, die sie benötigten. „Ich wollte es anders machen“, sagt sie. „Wir haben hier die Zeit und maximale Flexibilität.“ Auf dem Trippel Trappel Hof gehe es nicht um Leistungssport, sondern um Spaß und Freude im Umgang mit dem Tier. Das sei auch einer der Gründe, warum die Reiterinnen auf dem Trippel Trappel Hof über die eigentliche Reitstunde hinaus viel Zeit verbringen. Das spüre der Mensch, das spüre das Tier und tue beiden gut.

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