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Goldenstedter "Trippel Trappel Hof" sammelt für ein Therapiepferd

Das langjährige Therapiepferd Stina wird bald in den Ruhestand entlassen. Ein Nachfolger muss her. Über eine Crowdfunding-Kampagne sammelt der Hof aktuell Gelder.

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Suchen einen Nachfolger: Mandy Hibbeler und das Therapiepferd Stina. Die Stute soll bald in den Ruhestand gehen. Foto: Röben

Suchen einen Nachfolger: Mandy Hibbeler und das Therapiepferd Stina. Die Stute soll bald in den Ruhestand gehen. Foto: Röben

Die langjährige Therapie-Stute Stina soll in Kürze in ihren wohlverdienten Ruhestand entlassen werden. Dem 28 Jahre alten Pferd gehe es gesundheitlich zwar noch gut, die Altersarthrose mache ihr allerdings zu schaffen. So berichtet Mandy Hibbeler, die Gründerin und Leiterin des "Trippel Trappel Hofs" in Goldenstedt. "Wir wollen sie in den Ruhestand schicken, bevor es unschön wird", erzählt sie. Aus diesem Grund werde aktuell nach einem neuen Therapiepferd gesucht, das den Platz der erfahrenen Stute einnehmen kann.

Aktuell sammelt der Reiterhof über die Crowdfunding-Plattform "Viele schaffen mehr" der Volksbank Geld für das neue Pferd. Bislang kamen knapp 3800 Euro zusammen – zum Erreichen der benötigten Summe von 4500 Euro fehlt also nicht mehr viel. Dieser Betrag stelle bei der Anschaffung eines neuen Pferdes eine enorme Unterstützung dar, so Hibbeler. Gleichwohl: "Pferdepreise sind aktuell enorm hoch."

Rücklagen habe der Hof keine. "Von den Corona-Ausfällen haben wir uns noch nicht erholt", sagt Hibbeler. Insgesamt 3 Monate konnte der Hof gar nicht öffnen, anschließend eine sehr lange Zeit nur beschränkt. Zudem würden die stark angestiegenen Preise in Bereichen wie dem Tierfutter eine neuerliche Schaffung von Rücklagen gar nicht zulassen.

Anforderungen an ein Therapiepferd sind hoch

Mit der Suche nach einem geeigneten Pferd wolle man erst beginnen, wenn die notwendigen Gelder vorhanden sind. Hibbeler möchte nichts überstürzen. Einen guten Tipp habe sie allerdings schon erhalten. Die Anforderungen, die an ein Therapiepferd gestellt werden, sind hoch: Ein mittleres Alter zwischen 12 und 15 Jahren sei wichtig. "So hat das Pferd schon einmal ein bisschen was an Lebenserfahrung vorzuweisen", erklärt Hibbeler. Zudem müsse der Charakter stimmen. Ein grundlegend ruhiges Pferd sei unbedingt erforderlich.

Die Ausbildung zum Therapiepferd würde Hibbeler selbst übernehmen; auch die langjährige Therapiestute Stina habe sie seinerzeit selbst ausgebildet. Unter anderem stünden Materialgewöhnungen und Kontakte mit außergewöhnlichen Gegenständen auf dem Programm. Besonders Rollstühle seien hier im Fokus.

Die Reittherapie, auch als "pferdegestützte Intervention" bezeichnet, deckt viele Bereiche ab. "Das Pferd ist dabei das Bindeglied zwischen mir und den Klienten", erzählt die Expertin. Laut der studierten Pferdetherapeutin finde die Therapie in den meisten Fällen auf dem Pferd statt. Dies fördere Gleichgewicht und ein Gefühl für den eigenen Körper. Auch zur Sprachentwicklung trage es bei. "So hat man immer etwas, worüber man sprechen kann", erklärt Hibbeler. Eine Klientin, die ihr nachhaltig im Gedächtnis geblieben sei, war eine Autistin. "Sie hat nur gesprochen, wenn sie auf dem Pferd saß", erinnert sich Hibbeler. Solche Erlebnisse seien einer der Gründe für ihre Arbeit. "So lange mich Geschichten rühren, so lange bleibe ich in dem Job."

Voll besetzt: 16 Pferde kommen auf dem Reiterhof unter. Foto: RöbenVoll besetzt: 16 Pferde kommen auf dem Reiterhof unter. Foto: Röben

Reittherapie ist sehr gefragt

Das Interesse an Reittherapieplätzen sei enorm. Von den aktuell ungefähr 160 Reitern, die auf dem Hof regemäßig im Sattel sitzen, sei rund die Hälfte in der Reittherapie aktiv. Wartelisten seien gut gefüllt. Der Erfolg gebe dem Therapieansatz Recht.

Mandy Hibbeler hat den Pferdehof 2015 gegründet. Nachdem sie selbst lange Zeit als Reitlehrerin und in der Behindertenhilfe tätig war, hat sie sich dazu entschlossen, sich selbstständig zu machen. Selbstständig machte sie sich schließlich nach abgeschlossenem Studium der pferdegestützten Intervention im Jahr 2014. Inzwischen leben 16 Pferde auf dem Hof, 13 davon sind im täglichen Einsatz. Bei ihrer Arbeit unterstützen Hibbeler fünf Reitlehrerinnen und einige Helfermädchen. Auch ihr Mann packt unter anderem bei handwerklichen Aufgaben mit an.

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