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Rathausneubau: Spatenstich beendet 10 Jahre Planung und Diskussion

In Barßel haben die Bauarbeiten für das neue Rathaus begonnen. Ende 2023 soll der Bau stehen, danach folgt bis 2025 das neue Bürgerhaus. Ob der Zeit- und Kostenplan zu halten sind, ist noch unklar.

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Los geht's: Mit dem ersten Spatenstich gaben Bürgermeister Nils Anhuth (6. von rechts) sowie Gemeinderäte, Verwaltungsmitarbeiter, Planer und Architekten den Startschuss für den Bau des neuen Barßeler Rathauses. Foto: Stix

Los geht's: Mit dem ersten Spatenstich gaben Bürgermeister Nils Anhuth (6. von rechts) sowie Gemeinderäte, Verwaltungsmitarbeiter, Planer und Architekten den Startschuss für den Bau des neuen Barßeler Rathauses. Foto: Stix

Erste Spatenstiche haben oft nur symbolischen Charakter. Manchmal dauert es danach Monate, bis es auf einer Baustelle dann wirklich losgeht. Die Gemeinde Barßel hat sich für den umgekehrten Weg entschieden: Die Baugrube für den Neubau des Rathauses wird schon seit 8 Tagen ausgehoben. Am Mittwochvormittag erfolgte jetzt der erste Spatenstich.

Mit dem Baubeginn geht – "endlich", wie Bürgermeister Nils Anhuth betonte – eine 10-jährige Planungs- und Diskussionszeit zu Ende. Eine Zeit, in der (wie berichtet) das Bürgerbegehren und der anschließende Bürgerentscheid für zusätzliche Verzögerungen, aber eben auch für Klarheit sorgten. "Das ist ein wichtiges Projekt für die Ortsmitte", brachte Anhuth seine Erleichterung über den Baubeginn auf den Punkt. "Wir sind jetzt in freudiger Erwartung dessen, was kommt", sagte er. "Man konnte sich ja 10 Jahre lang darauf vorbereiten, trotzdem ist es ein besonderer Moment, wenn die Arbeiten beginnen."

Lieferschwierigkeiten könnten Bauarbeiten verzögern

Die werden den Bürgermeister, die Gemeindeverwaltung, Politik und Bürger jetzt bis 2025 begleiten. Ende 2023 soll das neue Rathaus fertig sein, nach Umzug und Abriss des Altbaus wird an dessen Stelle ein Bürgerhaus entstehen. Der Zeitplan allerdings, das machte Christian Bär vom Architekturbüro Janßen, Bär und Partner aus Bad Zwischenahn deutlich, steht "unter der Prämisse, dass wir keine Rohstoffprobleme oder Lieferschwierigkeiten bekommen." Soll heißen: Die Dauer der Bauarbeiten könnte noch ansteigen.

So wie die Baukosten. Die waren ursprünglich mit 4,6 Millionen Euro veranschlagt und liegen inzwischen (Stand: Oktober 2021) bei 11,3 Millionen Euro. Das allerdings dürfte noch nicht das Ende der Fahnenstange sein. "Bei den Ausschreibungen für die Gewerke hatten wir jetzt schon wieder Preissteigerungen von 16 Prozent", erläuterte Anhuth.

Fördergelder fallen geringer aus als erhofft

Gleichzeitig steht zu befürchten, dass die Fördergelder nicht so sprudeln, wie erhofft. "Der KfW-Zuschuss hat sich halbiert, statt einer guten Million bekommen wir jetzt nur eine gute halbe Million Euro", sagt Anhuth. Und auch das nur, weil der Barßeler Antrag bei Öffnung des Verfahrens online um 7 Minuten nach Mitternacht bei der Förderbank einging. "Hätten wir den zu Beginn unserer Arbeitszeit abgeschickt, hätten wir nichts mehr bekommen", betont der Bürgermeister. Auf die Frage, ob die Gemeinde das stemmen kann und wird, begnügt er sich mit einem kurzen "Ja" als Antwort.

Auf der Baustelle wird jetzt in einem ersten Schritt die 4,26 Meter tiefe Baugrube ausgehoben. In der kommenden Woche wird die Horizontaldrainage eingefräst, anschließend werden Pumpen installiert. "Das Grundwasser steht hier etwa 2 Meter unter der Oberfläche, vor allem aber können plötzliche Starkregenereignisse die Grube schnell zum Überlaufen bringen", erläutert Bär. Deshalb gehe man in Zeiten des Klimawandels lieber auf Nummer Sicher.

Die Rohbauarbeiten für das neue Rathaus sollen, so die Planungen, Anfang August beginnen. "Dann müssen wir auch überlegen, was in die Zeitkapsel kommt", sagt Bürgermeister Anhuth. Neben den Tageszeitungen könne er sich da auch andere aktuelle Dinge vorstellen. "Eine Corona-Maske etwa, aber auch Mehl und Öl" – als Erinnerung an einen Baubeginn während Krieg und Pandemie.

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