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Landkreis Cloppenburg stellt Kitas 26.000 Testkits zur Verfügung

Der Landkreis investiert 190.000 Euro: Mit Schnelltests sollen sich Kitas besser vor neuen Infektionen schützen können. Das scheint auch nötig: Denn es werden Fälle aus zwei Einrichtungen gemeldet.

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Schnelltests: Der Landkreis stellt den Kitas und Tagesmüttern 26.000 Kits zur Verfügung. Symbolfoto: dpa

Schnelltests: Der Landkreis stellt den Kitas und Tagesmüttern 26.000 Kits zur Verfügung. Symbolfoto: dpa

26.000 Testkits stehen bereit: Sie sollen einen besseren Schutz vor Neuinfektionen in Kindertageseinrichtungen, aber auch den Gruppen von Tagesmüttern und -vätern im Landkreis Cloppenburg bieten. Das hat die Cloppenburger Kreisverwaltung am Donnerstag mitgeteilt. Demnach wurden vom Landkreis als Träger der öffentlichen Jugendhilfe rund 190.000 Euro in die Schnelltests investiert. "Dabei handelt es sich um zwei Schnelltests in der Woche pro Erzieherin beziehungsweise Tagesmutter", erklärt Kreissprecher Beumker. Die bestellte Menge soll den Bedarf bis zum 1. April abdecken.

Verteilt werden sollen die Testkits über die Rathäuser der 13 Städte und Gemeinden. "Das Ordnungsamt stellt die entsprechenden Mengen an Testkits je Kommune zusammen und sie können von den Städten und Gemeinden bei der Feuerwehrtechnischen Zentrale Cloppenburg abgeholt werden", berichtet Beumker.

Dass dieses Angebot durchaus Sinn macht, zeigen die aktuellen Corona-Daten des Cloppenburger Gesundheitsamt. Denn mit Verkündung dieses Angebots werden im gleichen Atemzug neue Coronafälle in zwei Kindertageseinrichtungen gemeldet. Dem Gesundheitsamt seien aus dem Kindergarten „Die Arche“ in Elisabethfehn neue positive Fälle von drei Mitarbeitern und einem Kind gemeldet worden. "Die weiteren Beschäftigten wurden heute abgestrichen", berichtet Beumker am Donnerstagnachmittag.

Neuinfektionen gibt auch im Kindergarten St. Vitus Löningen: Dort ist laut Angaben der Kreisverwaltung eine Reihentestung durchgeführt worden. Das Ergebnis von 38 Proben: Ein Kind und eine Praktikantin sind positiv. 

Insgesamt sind es 34 neue Coronafälle in 12 von 13 Städten und Gemeinden, die seit Donnerstag dem Cloppenburger Gesundheitsamt vorliegen. Einzige Ausnahme ist die Gemeinde Cappeln. Der größte Teil der Neuinfektionen verteilt sich dabei diffus auf "Einzelfälle aus verschiedenen Bereichen", berichtet Beumker. Den neuen Fällen stehen gleichzeitig 7 Personen gegenüber, die seit Donnerstag als genesen gelten. Deshalb steigt die Zahl der aktiven und nachgewiesenen Infektionen im Landkreis auf 345.

Darüber hinaus bestätigt die Cloppenburger Kreisverwaltung die Meldung des Landesgesundheitsamtes von Donnerstagvormittag. Die Zahl der Todesfälle ist deutlich gestiegen - von 107 auf 114. Dabei handelt es sich allerdings nicht um aktuelle Todesfälle, sondern um Nachmeldungen, die am Donnerstag statistisch berücksichtigt werden.

Standesamt informierte zu spät über 7 Todesfälle

"Dem Landkreis wurden am 9. und 10. Februar von einem Standesamt verspätet Todesbescheinigungen aus November und Dezember von im Zusammenhang mit einer Covid-19-Infektion verstorben Personen eingereicht", erklärt Beumker. Das hätte in dieser Form wohl nicht passieren dürfen. Beumker verwies auf "rechtliche Vorgaben, wonach eine unverzügliche Weiterleitung vorgeschrieben ist."

Bei den 7 Verstorbenen handelt es sich um zwei 86-jährige Frauen, eine 95-Jährige und einen 74-Jährigen aus Cloppenburg,  eine 92-Jährige aus Essen, eine 90-jährige Frau aus Lastrup und ein 79-Jähriger aus Lindern.

Zurzeit ist im Kreis nur noch ein Intensivbett frei

Die Lage in den 3 Krankenhäusern im Kreisgebiet: Zurzeit müssen 18 infizierte Patienten stationär behandelt werden. 5 von ihnen liegen auf der Intensivstation. Laut Angaben der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (kurz: DIVI) sind es hingegen 6, von denen 5 Patienten beatmet werden müssen. Nach derzeitigem Stand (11. Februar, 12.15 Uhr) ist nur noch ein Intensivplatz im Kreisgebiet frei. 27 von 28 Intensivbetten sind belegt.

Wie bereits berichtet ist die 7-Tagesinzidenz laut Landgesundheitsamt am Donnerstag weiter leicht gesunken - auf aktuell 97,3. Derzeit stehen 678 Einwohner unter amtlich angeordneter Quarantäne.

Mit Blick auf den Landkreis Vechta, in dem sich zurzeit die britische Mutation in einem rasanten Tempo ausbreitet, erklärte Kreissprecher Frank Beumker gegenüber OM online, dass im Cloppenburger Kreisgebiet bislang keine einzige Probe positiv auf die Mutation getestet wurde. Grund für ein Entwarnung sei das aber nicht: "Der Landkreis rechnet damit, dass sich die Mutation weiter ausbreiten wird - auch bei uns", so Beumker. Man beobachte die Lage auch mit Blick auf die Nachbarkreise. Wenn ein Verdachtsmoment bestehe, werde vom Gesundheitsamt eine entsprechende  Untersuchung der genommenen Proben veranlasst. Dies sei zum Beispiel im Cloppenburger Alloheim oder im Josefs-Hospital geschehen. 

Sequenzierungen nach fast einem Monat nicht abgeschlossen

A propos Josefs-Hospital: Es liegen immer noch nicht alle Ergebnisse der Sequenzierungen der Proben vom letzten größeren Ausbruch am 13. Januar vor.  Das bestätigte Beumker auf Anfrage von OM online. Lediglich ein Teil der Proben sei bislang untersucht worden - mit einem negativen Ergebnis.

Wie bereits berichtet, ist erst nach einige Tagen nach dem Ausbruch in dem Krankenhaus überhaupt klar gewesen, wo und wie die Proben wegen des Verdachts auf eine Mutation untersucht werden können. Das Robert-Koch-Institut macht aber bereits Mitte Januar klar, dass die Ergebnisse dauern würden. Das dürfte sich jetzt - rund einen Monat nach dem Ausbruch - bewahrheitet haben.

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