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Die Bischofsgruft in Münster wird wieder geöffnet

Nach Veröffentlichung der Missbrauchsstudie wurde die Gruft zunächst für die Öffentlichkeit gesperrt. Den dort bestatteten Bischöfen wird Fehlverhalten angelastet. Jetzt wird die Sperrung aufgehoben.

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Ein Schild weist zurzeit auf die Verfehlungen der in der Gruft bestatteten Bischöfe Lettmann, Tenhumberg und Keller hin. Das soll nur eine provisorische Lösung sein. Foto: Bistum Münster

Ein Schild weist zurzeit auf die Verfehlungen der in der Gruft bestatteten Bischöfe Lettmann, Tenhumberg und Keller hin. Das soll nur eine provisorische Lösung sein. Foto: Bistum Münster

Die Bischofsgruft im St.-Paulus-Dom in Münster wird ab Allerheiligen wieder für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Das teilt das Bistum Münster am Freitag mit. Wie bereits berichtet, wurde die Bischofsgruft im Juni gesperrt. Grund dafür war die Veröffentlichung einer Missbrauchsstudie: Den bereits verstorbenen Bischöfen zu Münster, Reinhard Lettmann, Heinrich Tenhumberg und Michael Keller, wurde dabei Vertuschung von Missbrauchsfällen vorgeworfen. Diese drei Bischöfe sind in der Gruft bestattet worden.

Schon direkt mit dieser Entscheidung wurde seitens des Bistums kommuniziert, dass es eine langfristige Lösung geben müsse, wie man mit der Grabstätte und einer angemessenen Erinnerungskultur umgehen wolle. Mit der jetzigen Wiederöffnung der Gruft "ist noch nicht darüber befunden worden, wie man auf Dauer mit der Grablege und dem Thema einer angemessenen Erinnerungskultur umgehen muss“, betont Weihbischof Dr. Christoph Hegge in seiner Funktion als Domdechant und damit als derzeitiger Leiter des Domkapitels.


Lesen Sie auch diese drei aufgearbeiteten Missbrauchsfälle im Oldenburger Münsterland, bei denen ebenfalls der Umgang der Kirchenführung mit den Tätern beleuchtet wird:


Am Eingang zur Grablege wird es weiterhin einen Hinweis auf die schweren Fehler der Bischöfe im Umgang mit sexuellem Missbrauch geben. Auch auf dem Domherrenfriedhof des St.-Paulus-Doms sind mit den Weihbischöfen Josef Voß und Laurenz Böggering Verantwortungsträger beigesetzt, die sexuellen Missbrauch vertuscht haben.

Neben dem Domkapitel sollen auch das Diözesankomitee und der Diözesanrat in den Entscheidungsprozess einbezogen werden. Diesen Vorschlag der Betroffeneninitiative im Bistum Münster wird Bischof Dr. Felix Genn aufgreifen. Im Frühjahr kommenden Jahres ist dann ein weiteres Treffen der Betroffeneninitiative geplant. Etwaige Rückmeldungen danach sollen ebenfalls in den Entscheidungsprozess einbezogen werden.

Zugleich bittet der Bischof die Pfarreien im Bistum, auf deren Friedhöfen Priester beerdigt sind, die sexuellen Missbrauch begangen oder vertuscht haben, auch ihrerseits zu überlegen, wie ein angemessenes und gutes Vorgehen vor Ort aussehen kann.


  • Info: Wie im Umfeld der Bischofsgruft und des Domherrenfriedhofs in einer guten und angemessenen Form auf die schweren Fehler der dort beigesetzten Bischöfe im Umgang mit sexuellem Missbrauch hingewiesen und an die Betroffenen erinnert werden kann, hierzu können weiterhin Vorschläge eingereicht werden. Dies ist per Mail möglich an: betroffenenbeteiligung@gmail.com oder an interventionsbeauftragter@bistum-muenster.de. Einige Ideen sind schon eingegangen.

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