Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Damit die Schlochter Bäke ein naturnahes Gewässer wird

Das Leader-Projekt ist beendet. Vieles wurde dadurch angeschoben. Die Renaturierung muss dennoch fortgeführt werden.

Artikel teilen:
Wie hoch ist der Nitratgehalt in der Schlochter Bäke? Bei den Bäke-Feldlaboren im Sommer 2021 untersuchten unter anderem Schüler der Marienschule Goldenstedt gemeinsam mit ihrer Lehrerin Christiane Lehmkuhl die Gewässerchemie. Foto: C. Meyer

Wie hoch ist der Nitratgehalt in der Schlochter Bäke? Bei den Bäke-Feldlaboren im Sommer 2021 untersuchten unter anderem Schüler der Marienschule Goldenstedt gemeinsam mit ihrer Lehrerin Christiane Lehmkuhl die Gewässerchemie. Foto: C. Meyer

„Die Schlochter Bäke wird ein naturnahes Gewässer, welches das ganze Jahr über einen ausreichenden Wasserstand in Menge und Qualität hat, um den Artenreichtum über Jahre zu gewährleisten; dabei wird der Wasserabfluss gewährleistet.“ Diesen zugegebenermaßen etwas lang geratenen Satz haben die Teilnehmenden der Abschlussveranstaltung des Schlochter-Bäke-Projekts im Vechtaer Kreishaus als Zukunftsvision für das Gewässer im Vechtaer Nordkreis formuliert. Das 1-jährige Leader-Projekt „Bachläufe (wieder)beleben – die Natur in der Region fördern“ ist zwar jetzt beendet, doch die Renaturierungsmaßnahmen an der Schlochter Bäke sollen damit noch lange nicht abgeschlossen sein, wie Projektkoordinatorin Beata Punte wissen ließ.

Das Förderprojekt, das von der an der Universität Vechta angesiedelten „Koordinierungsstelle Transformationsforschung Agrar“ (kurz: Trafo-Agrar) geleitet wurde, sei ein Anschub gewesen, die Schlochter Bäke langfristig wieder in einen naturnahen Zustand zurückzuversetzen, sagt Punte. Eine Art Arbeitsgruppe soll das nun vorantreiben. Punte, die sich künftig ehrenamtlich weiter einbringen möchte, schlug während der Abschlussveranstaltung vor, sich zeitnah erneut zu treffen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Die Herausforderung wird nach wie vor sein, die unterschiedlichen Interessen, die der Landwirtschaft wie auch des Naturschutzes, miteinander zu vereinbaren.

Austausch: Bei der Abschlussveranstaltung des Schlochter-Bäke-Projekts sprachen die Teilnehmenden über die Zukunft des Gewässers. Foto: C. MeyerAustausch: Bei der Abschlussveranstaltung des Schlochter-Bäke-Projekts sprachen die Teilnehmenden über die Zukunft des Gewässers. Foto: C. Meyer

Bäke-Feldlabore leisteten Auflärungsarbeit

Um die Akzeptanz für die Renaturierung zu erhöhen, sind im vergangenen Jahr mehrere sogenannte Bäke-Feldlabore durchgeführt worden, warf Punte einen Blick zurück auf das Förderprojekt. Dies waren Mitmachaktionen, um das Leben an und in der Schlochter Bäke zu erkunden. Dabei wurden einfache, praktische Methoden rund um die Bewertung des Gewässerzustands vermittelt. Diese Bäke-Feldlabore fanden unter anderem mit Schülerinnen und Schülern der Marienschule Goldenstedt, deren Projekt „Die Schlochterbäke macht Schule“ unter der Leitung der Lehrerin Christiane Lehmkuhl in das Leader-Projekt integriert wurde, statt. Weitere Feldlabore fanden mit Anrainerinnen und Anrainern des Gewässers – größtenteils Landwirtinnen und Landwirten – sowie Naturfreundinnen und -freunden statt.

Dabei lernten die Teilnehmenden, dass der Zustand der Schlochter Bäke höchst unterschiedlich im Bachverlauf ist. Die Schlochter Bäke ist etwa 11 Kilometer lang. Sie entspringt im Herrenholz und mündet in die Moorbachniederung in Vechta. Am Oberlauf sind bereits viele Flächen naturnah hergerichtet. Am Unterlauf allerdings gibt es Begradigungen, die für deutliche Schwankungen des Wasserstands sorgen. Dadurch ist kein gleichmäßiges Milieu möglich, das es erlaubt, dass sich Flora und Fauna dauerhaft ansiedeln können. Das Ziel der Renaturierungsmaßnahmen ist, die Vielfalt zu erhöhen. Überdies sind monatliche Wasseranalysen an acht verschiedenen Stellen durchgeführt worden. Dies seien allerdings lediglich Momentaufnahmen, betonte Beata Punte. Ein langjähriges Monitoring wäre hier wichtig.

Projektkoordinatorin zieht positives Fazit

Im vergangenen Dezember sind schließlich die konkreten Renaturierungsmaßnahmen in Lutten durchgeführt worden. Zwei Auenbereiche sowie vier Stillgewässer sind angelegt worden. Diverse Pflanzen und Tiere sollen sich dort ansiedeln können. Positive Auswirkungen seien schon zu beobachten, berichtete Punte.

Und wie ist ihr Fazit nach dem einjährigen Projekt? „Positiv“, sagte Beata Punte. Sie habe viel mitgenommen und auch den Eindruck, dass die, die sich aktiv bei den verschiedenen Veranstaltungen eingebracht haben, viel gelernt haben. Ein Umdenken beim Thema Wassermanagement habe in der Bevölkerung stattgefunden. „Der Klimawandel lässt sich nicht aufhalten“, sagte sie. Sie freue sich deshalb, dass so viele die Renaturierung der Schlochter Bäke für wichtig erachten. Auch wenn natürlich die Ergebnisse nicht innerhalb weniger Tage zu sehen seien.

Während der Abschlussveranstaltung haben die rund 25 Teilnehmenden – von Vertreterinnen und Vertretern aus Verwaltung und Politik, über Naturfreundinnen und -freunden hin zu Anrainerinnen und Anrainern – über die künftige Unterhaltung der Schlochter Bäke diskutiert. Dabei beschäftigten sie sich mit den Fragen, wer zusammenarbeiten muss, wie diese Akteure entscheiden sollen, wie mit den unterschiedlichen Interessen umgegangen werden soll, welche Kompetenzen gefragt sind und wie oft die sich zu gründende Arbeitsgruppe treffen soll.

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Damit die Schlochter Bäke ein naturnahes Gewässer wird - OM online