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Bakumer Ortsbrandmeister sind echte Teamplayer

Christian Wienken ist seit dem Sommer Ortsbrandmeister der Gemeinde Bakum, Daniel Kenkel sein Stellvertreter. Beide sind seit mehr als 25 Jahren bei der Freiwilligen Feuerwehr.

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Engagieren sich gerne: Christian Wienken (links) und Daniel Kenkel sind die Bakumer Ortsbrandmeister.   Foto: C. Meyer

Engagieren sich gerne: Christian Wienken (links) und Daniel Kenkel sind die Bakumer Ortsbrandmeister.   Foto: C. Meyer

Fragt man Christian Wienken und Daniel Kenkel, warum sie sich gerne in der Freiwilligen Feuerwehr Bakum engagieren, fällt bei beiden das Wort Kameradschaft. Sie legen Wert auf ein gutes Miteinander, sprechen von sich stets als Team. Schnell verfestigt sich der Eindruck: Personen, die sich selbst gerne in den Vordergrund rücken, sind die beiden nicht. Das dürfte aber das eine oder andere Mal nicht ausbleiben. Denn Christian Wienken (38) ist seit dem Sommer der neue Ortsbrandmeister in der Gemeinde Bakum, Daniel Kenkel (39) sein Stellvertreter.

Nachdem der langjährige Ortsbrandmeister Jochen Spille angekündigt hatte, das Amt nicht weiter bekleiden zu wollen, seien innerhalb der Feuerwehr Gespräche geführt worden, schildert Wienken. Da er und Kenkel bereits im Ortskommando als Gruppenführer beziehungsweise Gerätewart tätig waren, wurden die beiden angesprochen. „Irgendwann konnte ich nicht mehr Nein sagen“, kommentiert Wienken die Suche nach einem Nachfolger und lacht.

Kameraden müssen sich aufeinander verlassen können

Die Tätigkeit als neuer Ortsbrandmeister ging auch direkt „turbulent“ los, wie Wienken erzählt. Ende Juni, Anfang Juli ereignete sich aufgrund der Baustelle auf der Autobahn 1 eine regelrechte Unfallserie. Fast täglich musste die Freiwillige Feuerwehr ausrücken. Das sei eine „heftige Nummer“ gewesen, sagt Kenkel. Dabei sei die gute Gemeinschaft in der Feuerwehr zum Tragen gekommen, sagt Wienken. Als Team sei man gut vorbereitet und gewappnet für die Einsätze gewesen.

„Man funktioniert nur als Team“, sagt Daniel Kenkel. Alleine könne man nichts machen. Auch als Führungskraft müsse man Teamplayer sein, ergänzt Wienken. „Ich-Menschen brauchen wir nicht“, sagt Kenkel. Immer wieder kommen sie während des Gesprächs auf den Kameradschaftsgedanken zurück. Gerade bei Einsätzen wie denen auf der A1 im Sommer sei das auch immens wichtig. Ein 18-Jähriger wie auch ein 55-Jähriger müssten sich im Zweifel aufeinander verlassen können. Außerdem sei ein harmonisches, gutes Miteinander die „Grundlage, um sich hier wohlzufühlen“, sagt Wienken. Und das über Generationen hinweg.

In der Freiwilligen Feuerwehr Bakum engagieren sich 51 Personen im aktiven Dienst – Mitglieder der Jugendfeuerwehr und die Senioren nicht mit eingerechnet. Davon sind 3 weiblich. „Das sind schon mehr als bei vielen anderen“, bewertet Kenkel den geringen Frauenanteil. Erklären kann er sich das nicht. Er betont aber, dass die Bakumer Ortswehr sich keinem neuen Mitglied verschließt. Die meisten Aktiven seien schon in der Jugendfeuerwehr gewesen, es gebe aber auch viele Quereinsteiger, sagt Kenkel.

Erinnerung an den ersten Einsatz

Wienken und Kenkel haben die „klassische“ Feuerwehrkarriere hinter sich. Im September 1994 sind die beiden gemeinsam mit weiteren Freunden in die Bakumer Jugendfeuerwehr eingetreten. „Ein Großteil ist auch heute noch dabei“, sagt Kenkel. 2000 ging es regulär in die Einsatzabteilung. Wenige Jahre später wurden sie Mitglied im Ortskommando.

An den ersten Einsatz können die beiden sich noch gut erinnern: Oktober 1998, Hochwasser Rosenbaums Hof. „Das war in den Herbstferien. Wir mussten Sandsäcke füllen“, berichtet Wienken. Die Anspannung sei groß gewesen, erinnert sich Daniel Kenkel. Das erste Mal „live an der Front“ dabei, man konnte helfen. Ein erfolgreicher Einsatz steigert die Motivation, weiterzumachen, sagt Wienken.

"Den Laden am Laufen halten"

Viele Fortbildungen und Beförderungen später haben Wienken und Kenkel auf der Feuerwehrkarriereleiter einige Sprossen hinter sich gelassen. Zwar sei ihm bewusst gewesen, dass man für den Posten als Ortsbrandmeister Zeit mitbringen müsse, sagt Wienken, aber er sei durchaus überrascht, wie zeitintensiv das Ganze ist. Durchschnittlich 2 Stunden täglich sei er mit Feuerwehr-Aufgaben beschäftigt, überschlägt Wienken.

Heißt konkret? „Den Laden am Laufen halten“, sagt Wienken knapp und lacht. Es gelte, den Kontakt zur Gemeindeverwaltung zu halten, die Motivation bei den Mitgliedern hochzuhalten, Nachwuchs zu generieren – man sei ein „Kommunikator“, nennt es Kenkel. Dazu gehören repräsentative Aufgaben, aber auch die Verantwortung für den laufenden Dienstbetrieb. Aktuell beschäftigen neue Hygienevorschriften die Feuerwehr Bakum. Das sorgt bei den Führungskräften für die Frage, wie sich das Thema mit den gegebenen Mitteln meistern lasse, nennt Kenkel ein Beispiel. Ein recht aktuelles und großes Projekt sei darüber hinaus die Spendenaktion für die Hochwasseropfer im Ahrtal.

Hauptamtlich ist Christian Wienken als Notfallsanitäter tätig, arbeitet im Wechseldienst, kann sich die Stunden einteilen. Aber das Ehrenamt nimmt viel Zeit in Anspruch. Da bleibe privat einiges liegen, verrät der Ortsbrandmeister. Der Freundeskreis wisse das aber und habe Verständnis. Daniel Kenkel arbeitet als Abteilungsleiter bei Big Dutchman und spricht in diesem Zusammenhang ein „großes Lob an zu Hause“ aus. Die Familie – Frau und 2 Kinder – halte ihm den Rücken frei. „Wenn meine Frau nicht mitziehen würde, wären die Einsätze und Termine nicht möglich“, sagt Kenkel. Sogar die Nachbarn unterstützten die Familie, erzählt er. Hörten sie Sirenen, böten sie direkt an, sich um die Kinder zu kümmern.

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