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Ulrich Osterloh hatte Gänsehautgefühl bei der Verkostung seines Visbeker Weines

Verkaufsstart der 3 Sorten der Edition Weiss ist am Samstag mitten im Weinberg. In der Vinothek gibt es Weißburgunder, Grauburgunder und Sauvignon Blanc.

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Melita und Ulrich Osterloh werden ab Samstag (21. Mai) über die Vinothek mitten im Weinberg die Weine der Edition Weiss verkaufen. Foto: Heinzel

Melita und Ulrich Osterloh werden ab Samstag (21. Mai) über die Vinothek mitten im Weinberg die Weine der Edition Weiss verkaufen. Foto: Heinzel

Ulrich Osterloh, der in der Region für seinen Erdbeerhof bekannt ist, machte sich 2020 mit seiner Familie daran, einen Traum zu verwirklichen. Vor 2 Jahren pflanzten sie die ersten Rebstöcke des Weinguts Osterloh. Im Herbst 2021 fand die erste Weinlese statt, deren Ergebnis jetzt präsentiert wird. Am Samstag (21. Mai) zwischen 10 und 16 Uhr werden in der Vinothek, mitten in den Weinbergen, die ersten Weinflaschen verkauft. Es handelt sich dabei um die „Edition Weiss“ mit den Sorten Grauburgunder (GB), Weißburgunder (WB) und Sauvignon Blanc. Aufgrund der kleinen Lesemenge werden die Weine ausschließlich in Hagstedt 165 in Visbek verkauft und zwar maximal sechs Flaschen auf einmal. Jede produzierte Flasche bekam eine eigene Nummer, die eigenhändig auf das Etikett gestempelt wurde.

„Wir begleiten die Geburt eines Weinanbaugebiets.“Robert Bücker, Weinhaus Bücker Dinklage

Weinexperte Robert Bücker vom gleichnamigen Dinklager Weinhaus konnte die Weine bereits verkosten und meint, dass sie mit einer „tollen Finesse und Eleganz daherkommen“. Er zeigt sich beeindruckt und sagt, sie bräuchten den Wettbewerb mit Produkten aus den klassischen Weinanbaugebieten nicht scheuen. Für den Dinklager ist es eine spannend zu beobachtende Entwicklung, denn „wir begleiten die Geburt eines Weinanbaugebiets". Das Projekt in Visbek sieht er als ein Beispiel dafür, wie der Klimawandel positiv genutzt werden kann.

Zur Geschichte: Im April 2020 wurden auf einer Fläche von 2 Hektar in 89 Reihen 10.400 Rebstöcke angepflanzt. Die Überlegungen, Recherchen und Vorarbeiten zu dem Projekt reichen bis in das Jahr 2018 zurück. Möglich wurde das Ganze durch eine Gesetzesänderung, denn erst seit 2016 ist der gewerbliche Weinanbau in Niedersachsen möglich. Nachhaltigkeit, händische Arbeit und ganz viel Herzblut – darauf setzen sie in Hagstedt.

Edition Weiss: Grauburgunder (GB), Weißburgunder (WB) und Sauvignon Blanc.  Foto: HeinzelEdition Weiss: Grauburgunder (GB), Weißburgunder (WB) und Sauvignon Blanc.  Foto: Heinzel

Das sei ein Engagement, das zu sehen ist, findet Robert Bücker und sagt: „Da steckt viel Idealismus dahinter.“ Er ist sich sicher, dass das Ganze Erfolg haben wird. Weinanbau und -produktion seien ein komplexes Geschäft. Genau dieses biete aber auch Möglichkeiten – eine davon ist, in Niedersachsen einen eigenen Stil zu entwickeln, sagt Robert Bücker und ergänzt: „Genau das wollen wir ja. Das nennen wir Terroir – etwas Unverwechselbares, was es nur an diesem bestimmten Ort gibt.“ Boden, Klima sowie die Art, wie der Winzer es macht, gehörten dazu – und „wie Familie Osterloh den Wein macht, das ist Terroir“.

Und das soll sich später auf den Etiketten widerspiegeln, doch bislang dürfen niedersächsische Winzer wie Ulrich Osterloh aus rechtlichen Gründen keine geschützte Ursprungsbezeichnung angeben. „Das ist ein ganz großes Handicap“, meint er. Der 2019 gegründete Niedersächsische Weinbauverband arbeite daran, dies zu ändern. Der Verband umfasst laut eigenen Angaben fast 20 Mitglieder, die aktuell eine Fläche von 18,1 Hektar bewirtschaften. Robert Bücker geht davon aus, dass es in Niedersachsen geschützte Ursprungsgebiete geben wird. Wann, darauf möchte er sich jedoch nicht festlegen.

Unabhängig davon verfolgen Ulrich, Melita, Alexander und Alicia Osterloh in Hagstedt ihren Plan. Eine Homepage und der Onlineverkauf sind in Arbeit. Letzteres ist für das Frühjahr 2023 geplant. Dann geht die Edition Rot mit ihrem blauen Spätburgunder (SB) an den Start, berichtet Alicia Osterloh. Aktuell lagere der Wein noch in Barriquefässern aus deutscher Eiche bei Fritz Wassmer in Bad Krozingen.

„Klein, aber fein“, so lautet die Devise des Weingutes Osterloh. Man wolle langsam starten und natürlich Schritt für Schritt wachsen. Dieses Jahr haben sie auf einem weiteren Hektar Fläche Chardonnay angelegt. Die Trauben sollen 2023 geerntet und gekeltert werden, sodass der Chardonnay 2024 in den Verkauf gehen kann, dabei solle ein Teil der Lese zudem für die Produktion eines Sektes verwendet werden. Alicia Osterloh erwähnt aktuelle Überlegungen, nach der Lese entweder den Chardonnay oder den Weißburgunder in Barriquefässern reifen zu lassen. Das Ergebnis könnte allerdings erst 2025 angeboten werden.

Melita und Ulrich Osterloh wollen später auf ihr Weingut ziehen und dort eine Vinothek einrichten. Foto: HeinzelMelita und Ulrich Osterloh wollen später auf ihr Weingut ziehen und dort eine Vinothek einrichten. Foto: Heinzel

Zwischen 5 und 6 Hektar, das sei die Größe, die Ulrich Osterloh sich für das Weingut vorstellt. Mit seiner Frau Melita plant er, später dort zu wohnen und auf demselben Gelände in der eigenen Vinothek die Osterlohschen Weine zu verkaufen. Über 3 Hektar Anbaufläche verfügten sie derzeit, 2,5 weitere Hektar Fläche seien beantragt. Im August erfahre man, ob der Antrag von der  Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) in Bonn abgelehnt oder in welchem Umfang genehmigt sei.

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