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Süße Trauben und große Träume beim Weingut Osterloh

Ulrich Osterloh, für seinen Erdbeerhof bekannt, widmet sich mit Begeisterung dem Projekt „Weinanbau und -herstellung“.

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Nach etwas Überzeugungsarbeit stehen Ehefrau Melita, Tochter Alicia und Alexander voll hinter dem künftigen „Weingut Osterloh“.

Nach etwas Überzeugungsarbeit stehen Ehefrau Melita, Tochter Alicia und Alexander voll hinter dem künftigen „Weingut Osterloh“.

Ulrich „Ulli“ Osterloh steht mitten in seinem zwei Hektar großen „Weinberg“, immerhin gebe es einen Hang von etwa 50 cm, erzählt er lachend und blickt anschließend prüfend auf seine Weinreben. Entschlossen greift er dann zur Gartenschere und beschneidet die Pflanze am oberen Ende. „Das nennt der Winzer gipfeln“, erklärt der 60-Jährige, „damit hemme ich das Höhenwachstum des Triebes.“ Gleichzeitig ist er am „Ausgeizen“ seiner Rebstöcke. Der Begriff bezeichnet das Entfernen der so genannten Geiztriebe. So werden überflüssige Seitentriebe bezeichnet.

Im April hat Familie Osterloh gemeinsam mit einigen Mitarbeitern eigenhändig die 89 Reihen angelegt. Ulrich Osterloh, in der Region für seinen Erdbeerhof bekannt, bekommt glänzende Augen, wenn er davon erzählt. Die Begeisterung, mit der er sich in das Projekt „Weinanbau und -herstellung“ wirft, ist beinahe mit Händen zu greifen. „Weinanbau hat mich schon immer interessiert und die Weine mit ihren unterschiedlichen Aromen haben mich fasziniert“, meint der Unternehmer, „also der gesamte Prozess vom Anpflanzen der Reben über das Keltern des Weines bis hin zum fertigen Produkt.“ Vier Sorten will er auf den Markt bringen. „Die Namen bleiben noch ein kleines Geheimnis“, meint Ulli Osterloh leicht verschmitzt. Hochwertige Qualitätsweine sollen es aber schon werden. Die bekommen die Kunden bei exklusiven Vertriebspartnern sowie online oder im Weinkeller des Weingutes, das „Weingut Osterloh“ heißen soll, soviel kann der Visbeker verraten.


Der Artikel ist in der neuen Ausgabe der Promenade erschienen. Jetzt erhältlich. 


In den Weinanbau ist Ulli Osterloh erst nach reiflicher Überlegung und akribischer Planung eingestiegen. Die Vorarbeiten laufen seit 2018, denn sein „Weinberg“ liegt nicht in einem bekannten Weinanbaugebiet, sondern in der Bauerschaft Hagstedt in der Gemeinde Visbek, also mitten in Niedersachsen. Daher war die erste Reaktion von Ulli Osterlohs Sohn Alexander ein nachvollziehbares, fragendes: „Hast Du was geraucht?“ Mit seinen Plänen, ein eigenes Weingut zu schaffen, stieß der gelernte Landwirtschaftsmeister innerhalb der Familie zunächst einmal auf Skepsis. Nach etwas Überzeugungsarbeit ist davon inzwischen aber nichts mehr zu spüren. Ehefrau Melita, Tochter Alicia und Alexander stehen voll hinter dem künftigen „Weingut Osterloh“. „Der Klimawandel macht es möglich“, meint der angehende Winzer. Zudem hat er eine Bodenanalyse machen lassen. Mit dem Ergebnis, dass der schluffige Lehmboden sich gut für den Weinanbau eigne, über eine gute Durchlässigkeit verfüge aber gleichzeitig auch ein gutes Wasserhaltevermögen besitze. „Das ist kein Hobby mehr, sondern ein eigener Betriebszweig“, betont Ulrich Osterloh.

Ulli Osterloh wirkt ein wenig rastlos, voller Neugierde und schwer stillbarem Wissensdurst. Er scheint kontinuierlich seine Pläne auf Schwachstellen abzuklopfen und zu optimieren. Zahlreiche Weingüter hat er besucht und deren Arbeitsweise betrachtet. Ungezählte Gespräche mit Winzern und Experten geführt. Es wirkt so, als würde er sich die „Best Practices“ heraussuchen, um sie dann in seinem Weinberg testen und anwenden zu können. Stets den qualitativ besten Wein als Ziel fest im Blick. Denn bei aller Begeisterung am Ende vom Tag ist er auch ein Geschäftsmann und das Investment soll sich schließlich auszahlen.

Gipfeln und ausgeizen. Entschlossen greift Ulli Osterloh zur Gartenschere und beschneidet die Pflanze am oberen Ende. Das nennt der Winzer gipfeln“, erklärt der 60-Jährige, damit hemme ich das Höhenwachstum des Triebes.“ Gleichzeitig ist er am Ausgeizen“ seiner Rebstöcke. Der Begriff bezeichnet das Entfernen der so genannten Geiztriebe.Gipfeln und ausgeizen. Entschlossen greift Ulli Osterloh zur Gartenschere und beschneidet die Pflanze am oberen Ende. „Das nennt der Winzer gipfeln“, erklärt der 60-Jährige, „damit hemme ich das Höhenwachstum des Triebes.“ Gleichzeitig ist er am „Ausgeizen“ seiner Rebstöcke. Der Begriff bezeichnet das Entfernen der so genannten Geiztriebe.

Entschlossen greift Ulli Osterloh zur Gartenschere und beschneidet die Pflanze am oberen Ende. „Das nennt der Winzer gipfeln“, erklärt der 60-Jährige, „damit hemme ich das Höhenwachstum des Triebes.“ Gleichzeitig ist er am „Ausgeizen“ seiner Rebstöcke. Der Begriff bezeichnet das Entfernen der so genannten Geiztriebe.

Bevor er sich an die Umsetzung seines Traumes machen konnte, benötigte er erst einmal eine Genehmigung, denn wer in Deutschland kommerziell Wein anbauen möchte, muss eine Erlaubnis der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) besitzen. Überhaupt ist es erst seit 2016 möglich, in Niedersachsen gewerblichen Weinanbau zu betreiben. „In Niedersachsen werden pro Jahr maximal fünf Hektar unter den Antragstellern verteilt“, sagt Ulrich Osterloh, der seine beantragte Fläche von zwei Hektar bekam. Langfristig soll die Anbaufläche sogar auf fünf Hektar ansteigen.

„Klein, aber fein“ lautet die Devise des Weingutes Osterloh. „Unser Wein soll ehrlich sein“, sagt der Neu-Winzer. Er meint damit, dass sein Wein jedes Jahr anders schmecken wird, da die Bedingungen und Umwelteinflüsse (Sonnenstunden, Trockenzeiten etc.), die auf die Trauben einwirken, variieren. Kenner können so die einzelnen Jahrgänge am Geschmack unterscheiden. In Hagstedt überlassen sie nichts dem Zufall, alles ist bis in das kleinste Detail durchdacht. Trotzdem bleiben sie flexibel und gehen Schritt für Schritt voran. „Wir haben ein Konzept für die nächsten 20 Jahre entwickelt“, stellt Ulli Osterloh klar.

Klein, aber fein“ lautet die Devise des Weingutes Osterloh. Unser Wein soll ehrlich sein“, sagt Ulli Osterloh.
Christoph Heinzel
Blick über das Weingut Osterloh
Christoph Heinzel
Erst seit 2016 ist es möglich, in Niedersachsen gewerblichen Weinanbau zu betreiben
Christoph Heinzel

Die erste kleine Lese ist für 2021 geplant. Und dies wollen Sie als eine Art Event in Hagstedt etablieren. „Wein wird mit der Hand gelesen!“, sagt Ulli Osterloh. „Wir planen, unseren Kunden die Möglichkeit zu geben, an der Weinlese teilzunehmen. Entlohnt werden sie dann mit dem neu gekelterten Wein.“ Für 2022 ist die erste richtige Lese geplant. Ihre Trauben werden zu Fritz Wassmer nach Bad Krozingen im Breisgau gebracht, der in den ersten Jahren ihre Weine keltern wird. „Ich gehe sozusagen bei meinem guten Freund und anerkannten Weinexperten Fritz in die Lehre und werde ihm in dieser Zeit genau über die Schulter schauen“, erzählt Ulrich Osterloh. „Wir wollen Erfahrung sammeln und diese kontinuierlich in unsere Arbeit einfließen lassen“, fährt er fort. In zwei bis drei Jahren will er dann eigene Keltertechnik anschaffen. Letztendlich, sozusagen als Höhepunkt und Abschluss des Anlaufprozesses, wird Ulli Osterloh einen eigenen Weinkeller samt Verkostungsraum bauen. Er betont nochmals: „Es ist schön wie ein Hobby, aber ein Vollerwerbsbetrieb.“

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