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Schweinehalter hoffen auf Normalisierung nach Schweinepest

Am Mittwoch (5. Oktober) enden die Handelsbeschränkungen für Schweinehalter nach dem Auftreten eines Falles der Afrikanischen Schweinepest im Emsland.

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Symbolfoto: dpa

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Mit dem Ende der wegen der Afrikanischen Schweinepest eingerichteten Sperrzone hoffen die betroffenen Landwirte auf eine schnelle Normalisierung der Situation. Rund 300 Betriebe mit rund 200.000 Tieren rings um das emsländische Emsbüren hatten seit Anfang Juli erhebliche Einschränkungen hinzunehmen, obwohl es nur einen einzigen Fall der Afrikanischen Schweinepest gegeben hatte.

Am Mittwoch enden die von der EU-Kommission verhängten Sperrmaßnahmen. Es war kaum möglich, Schlachtbetriebe zu finden, die die Tiere abnahmen, wodurch Platzprobleme in den Ställen entstanden, weil für die Verarbeitung besondere Auflagen galten. Die Landwirte setzen nun darauf, die überschweren Schweine an die Schlachtunternehmen abgeben zu können, sagte Georg Meiners, Präsident des Landvolk-Verbandes im Emsland. "Wir hoffen, dass wir das alles in den nächsten 14 Tagen abgearbeitet bekommen."

Am Mittwoch wird der neue Schlachtpreis veröffentlicht. In der vergangenen Woche sei der Preis um 10 Cent auf 2 Euro pro Kilo Schlachtgewicht gesunken, sagte Meiners. Er bezweifele, dass die nun leicht steigende Schlachtmenge den Preisrückgang rechtfertige.

Was passiert mit der ganzen Gülle?

Ein weiteres Problem sei die in den vergangenen 3 Monaten aufgelaufene Gülle, die ebenfalls nicht auf den Flächen ausgebracht werden konnte. Seit 1. Oktober gelte für die Gülle eine Sperrfrist – die Landwirte dürfen im Moment also keine Gülle mehr fahren, auch wenn die Güllefässer auf den Höfen voll seien. Er hoffe, dass das Land für die betroffenen Betriebe schnell eine Ausnahmegenehmigung erteile. Noch sei das Ausbringen von Gülle auf den Grünflächen fachlich zu rechtfertigen, weil die Pflanzen noch wachsen und damit die Nährstoffe aufnehmen. "Je weiter man das im Winter macht, desto weniger macht das auch fachlich Sinn", sagte Meiners.

Die Betriebe seien sehr unterschiedlich von den Folgen der Handelsbeschränkungen betroffen, sagte Meiners. Einige seien für einen solchen Fall versichert gewesen, andere nicht. "Es gibt Betriebe, für die ist das überschaubar, für andere ist das nicht mehr machbar." Einige Landwirte würden seiner Einschätzung nach aufgeben müssen. Sie hatten 3 Monate lang keine Einkommen mit ihren Schweinen, aber extrem hohe Kosten.

Dieser Fall müsse nun aufgearbeitet werden. Die Landwirte seien nicht Schuld an der Situation. In einem solchen Fall, wo die Afrikanische Schweinepest nur auf einem einzigen Hof aufgetreten sei, sei es aus seiner Sicht vertretbar, die Sperrzone nur für 4 Wochen einzurichten. Über die Dauer der Sperrzone entscheide die EU-Kommission.

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