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Schlachthof-Schließung: Gericht entscheidet nächste Woche

Dem Gericht in Osnabrück ist am Freitag ein Eilantrag der Tönnies-Tochter Weidemark zugegangen. Der Kreis Emsland hatte wegen einer hohen Zahl von positiven Corona-Tests die Schließung verfügt.

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Die Schließung war vor allem auf Kritik aus der Landwirtschaft gestoßen, weil die Schweinemäster nicht mehr wissen, wohin sie mit den schlachtreifen Tieren sollen. Foto: dpa/Wagner

Die Schließung war vor allem auf Kritik aus der Landwirtschaft gestoßen, weil die Schweinemäster nicht mehr wissen, wohin sie mit den schlachtreifen Tieren sollen. Foto: dpa/Wagner

Im Streit über die Schließung eines Schlachthofes im emsländischen Sögel wird sich das Verwaltungsgericht erst in der kommenden Woche äußern. Dem zuständigen Gericht in Osnabrück sei am Freitag ein Eilantrag der Tönnies-Tochter Weidemark zugegangen, teilte eine Sprecherin mit. Der Landkreis Emsland hat nun Gelegenheit, sich bis zum Dienstag zu dem Fall zu äußern. "Vorher ist nicht mit einer Entscheidung der Kammer zu rechnen", hieß es.

Der Landkreis hatte wegen einer hohen Zahl von positiven Corona-Tests unter den Schlachthofmitarbeitern die Schließung des Schlachthofes mit rund 1800 Beschäftigten zum Wochenende verfügt. Erst in rund drei Wochen soll der Betrieb wieder aufgenommen werden können. Tönnies hatte auf inzwischen wieder gesunkene Infektionszahlen und weitere Präventionsmaßnahmen verwiesen und die Schließung als unverhältnismäßig bezeichnet.

Die Schließung war vor allem auf Kritik aus der Landwirtschaft gestoßen, weil die Schweinemäster nicht mehr wissen, wohin sie mit den schlachtreifen Tieren sollen. Am Freitag protestierten daher rund 70 Landwirte mit 55 Traktoren vor dem Kreishaus in Meppen und fuhren anschließend zum Schlachthof nach Sögel. Der Protest sei friedlich und ohne besondere Vorkommnisse verlaufen, sagte ein Polizeisprecher.

Die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) in Damme (Kreis Vechta) bezeichnete die Schlachthofschließung als "Akt der politischen Willkür". Hier solle ein Exempel an der Schlachtindustrie statuiert werden, kritisierte Geschäftsführer Torsten Staack. "Würde man beispielsweise VW schließen, wenn es zu ähnlich überschaubaren Fallzahlen (72 Neuinfektionen in 7 Tagen bei 4179 Tests von Mitarbeitern) kommen würde?", schrieb er in einer Pressemitteilung. Die Neuinfektionen seien deutlich rückläufig.

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