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Ab jetzt gilt das Wiedereinstallungsverbot im Cloppenburger Nordkreis und Garrel

Nachdem die Geflügelpest im Landkreis Cloppenburg wieder ausgebrochen ist, greifen ab Montag in fünf Kommunen noch schärfere Maßnahmen.

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Archivfoto: dpa

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Seit Mitternacht gilt am Montag ein Wiedereinstallungsverbot für Geflügelhalter in Friesoythe, Barßel, Bösel, Garrel und im Saterland. Die Cloppenburger Kreisverwaltung hat mit einer entsprechenden Allgemeinverfügung reagiert, nachdem in der vergangenen Wochen erstmals wieder Ausbrüche der Geflügelpest festgestellt worden sind.

Wie bereits berichtet, gab es am Mittwoch den ersten Nachweis in einem Entenstall in Kampe (Friesoythe). Schon kurz darauf ist die Geflügelpest in zwei weiteren Ställen nachgewiesen worden - zuletzt ist am Sonntag ein Ausbruch in einem Putenstall gemeldet worden. Damit mussten binnen weniger Tage insgesamt 57.200 Tieren (19.500 Puten und 37.700 Enten) getötet werden.

Neben einer kreisweiten Stallpflicht für Geflügel und einem Verbot für Geflügelausstellungen, die bereits am Donnerstag in Kraft getreten sind, ist für die Stadt Friesoythe und vier angrenzende Gemeinde das Wiedereinstallungsverbot erlassen worden.  Das bedeutet: Geflügelhalter müssen ihre Ställe nach der Räumung des Bestandes mindestens 30 Tage leer halten, bis neue Tiere dort untergebracht werden. 

Besonders hohe Geflügeldichte in Friesoythe

Begründet wird dieser Schritt mit der hohen Geflügeldichte in diesen Kommunen des Landkreises: "Sie beträgt in den betroffenen Gemeinden deutlich mehr als 500 Stück Geflügel pro Quadratkilometer", erklärt Kreissprecher Frank Beumker. Konkret in Friesoythe liegt die Geflügeldichte bei 18.691,388 Tieren pro Quadratkilometer.

Neben dieser hohen Geflügeldichte, die eine Ausbreitung des Vogelgrippe-Virus begünstigt, gibt es einen weiteren Risikofaktor in diesem Teil des Landkreises: die Nähe zur Thülsfelder Talsperre. Dort rasten besonders viele Wildvögel, die eine potenzielle Gefahr sind, das Virus einzuschleppen. Beim letzten Seuchenzug, der im Dezember 2020 begann und bis zum Frühjahr dauerte, sind vor allem zwei Gemeinden betroffen gewesen. 

„Es ist kritisch, dass in den Gemeinden Garrel und Bösel trotz der hohen Wildvogelpopulation und der alle Jahre wiederkehrenden Geflügelpest immer wieder so viele Puten eingestallt werden“, sagte Dr. Karl-Wilhelm Paschertz, Leiter des Amtes für Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung. Beim letzten Seuchenzug sind vor allem Putenställe betroffen gewesen. Hinzu käme: „Insbesondere im Raum Garrel liegen die Betriebe recht dicht beieinander“, so Beumker.

Um die Ausbreitung der Geflügelpest einzudämmen, sieht die Kreisverwaltung nur die Möglichkeit der "konsequenten Bekämpfung festgestellter Seuchenbestände" und durch strikte Einhaltung der Schutzmaßnahmen. Prinzipiell sei es aber erforderlich, wenn die "die Populationsdichte in nennenswertem Umfang verringert werden" könne, heißt es in der Lagebewertung der Kreisverwaltung. "Die dadurch erreichten Abstandsvergrößerungen unter den Beständen erschweren dem Virus, sich weiter auszubreiten."

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