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Goldenstedt beteiligt sich am Urgeschichtlichen Zentrum Wildeshausen

Die Gemeinde wird Mitglied im zu gründenden Trägerverein. Darauf einigten sich die Ratsmitglieder in ihrer letzten Sitzung. Außerdem war der Nachtrag 2021 nochmals Thema.

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Archäologie spielt auch in und um Goldenstedt eine große Rolle: Deshalb wird die Gemeinde Mitglied im Trägerverein des Urgeschichtlichen Zentrums in Wildeshausen. Symbolfoto: dpa/Gentsch

Archäologie spielt auch in und um Goldenstedt eine große Rolle: Deshalb wird die Gemeinde Mitglied im Trägerverein des Urgeschichtlichen Zentrums in Wildeshausen. Symbolfoto: dpa/Gentsch

Die Gemeinde Goldenstedt wird Mitglied des Trägervereins für das Urgeschichtliche Zentrum Wildeshausen. Das haben die Mitglieder des Gemeinderats während ihrer letzten Sitzung einstimmig beschlossen.

Zuvor hatten Dr. Svea Mahlstedt, Vorsitzende des Fördervereins des Urgeschichtlichen Zentrums Wildeshausen, und der Wildeshauser Bürgermeister Jens Kuraschinski den Mitgliedern des Ausschusses für Haushaltsangelegenheiten, Wirtschaftsförderung, Feuerwehr- und Touristikangelegenheiten in der dem Rat vorangegangenen Sitzung das Vorhaben vorgestellt.

Altes Feuerwehrhaus wird zu Museum

Wie Kuraschinski ausführte, beschäftige die Stadt Wildeshausen sich schon seit einigen Jahren damit, ein Urgeschichtliches Zentrum einzurichten. 2015 sei dann der Beschluss gefasst worden, das alte Feuerwehrhaus in ein Museum umzuwandeln. Damit soll ein archäologisches Informationszentrum für die gesamte Region angeboten werden.

Der zu gründende Trägerverein für dieses Zentrum sei dabei, Mitglieder zu akquirieren, sagte Bürgermeister Alfred Kuhlmann. So sei auch der Gemeinde Goldenstedt – Mitglied im Zweckverband Naturpark Wildeshauser Geest – eine Mitgliedschaft angeboten worden. Die Archäologie sei überdies in Goldenstedt und der Region ein großes Thema.

Dr. Svea Mahlstedt stellte den Ausschussmitgliedern einen Vorentwurf vor, wie das alte Feuerwehrhaus künftig als Museum aussehen könnte. Aus der Fahrzeughalle soll eine Ausstellungshalle werden. Außerdem finden die Touristinformation sowie eine Gastronomie Platz in dem Urgeschichtlichen Zentrum. Das Museum soll nicht nur erwachsene Touristen ansprechen, sondern auch einen außerschulischen Lernstandort darstellen. Dafür werde es ein eigenes museumspädagogisches Programm geben.

Nachtrag 2021 beschäftigt Gemeinderat

Der Rat befasste sich darüber hinaus mit dem Nachtragshaushalt 2021, der bereits im Ausschuss für Haushaltsangelegenheiten, Wirtschaftsförderung, Feuerwehr- und Touristikangelegenheiten ausführlich besprochen wurde. Wie Kämmerer Martin Holzenkamp seinerzeit erläuterte, weist der Haushalt ein Defizit von rund 1,5 Millionen Euro auf. Im Rat erklärte Bürgermeister Alfred Kuhlmann noch einmal kurz die Gründe. Zum einen gebe es Mehrausgaben beim Grunderwerb, zum anderen gibt es weniger Einnahmen aus dem Verkauf von Grundstücken. Überdies laufen gerade 2 größere Baumaßnahmen: der Umbau der Lehrerwohnung an der St.-Heinrich-Schule in Ellenstedt sowie der Neubau des Kindergartens St. Gorgonius. Kuhlmann geht davon aus, dass mit dem Verkauf der erworbenen Grundstücke im kommenden Jahr ein „Einnahmeerfolg“ erzielt werden kann.

Otto Themann (CDU) gab zu, dass die Summe in Höhe von 1,5 Millionen Euro nach viel klinge, seiner Meinung nach gebe es aber keinen Grund zur Sorge. Die Hauptursache seien schließlich noch nicht getätigte Verkäufe, die eingeplant waren oder ungeplante Käufe von Flächen, die spontan angeboten wurden. Er habe die Hoffnung, dass „wir uns 2022 davon befreien“ können. Zwar hätten sich die Kosten für die Baumaßnahmen wegen der gestiegenen Baukosten erhöht, aber es sei insgesamt sinnvoll investiert worden. „Da muss man manchmal in den sauren Apfel beißen.“

Grüne und AfD lehnen Nachtrag ab

Die erworbenen Gewerbeflächen seien größtenteils schon wieder verkauft, deshalb sei man „auf einem guten Weg“, sagte Dieter Rohnstock (IGG). Positiv seien auch die gestiegenen Gewerbesteuereinnahmen – trotz Corona-Pandemie – zu bewerten. Hans-Georg Lück (SPD) empfand es als „richtig und wichtig“, angesichts der Baumaßnahmen Grundschule Ellenstedt und Kindergarten St. Gorgonius in Bildung zu investieren. Ähnlich sah dies auch Heinrich Niemann (FDP): „Der Nachtrag ist geprägt von Notwendigkeiten – wie jedes Jahr.“ Er geht davon aus, dass die Grundstücke zeitnah veräußert werden können.

Im Nachtrag sei der Klimaschutz zu wenig berücksichtigt, fand Antonius Meyer (Grüne). Deshalb lehne er ihn ab. Auch Ralf Fennig (AfD) formulierte seine Ablehnung. Mal wieder würden 1,5 Millionen Euro Schulden gemacht. „Es wird immer mehr“, sagte er. Zwar gehe auch er davon aus, dass das Geld der eingekauften Grundstücke wieder reinkomme, allerdings müsse es seiner Ansicht nach irgendwann in „die andere Richtung“ gehen. Überdies befürchtet er bei der Ortskernsanierung Kosten in Millionenhöhe, die wiederum Kredite nötig machen.

Die Mitglieder der Gemeinde Goldenstedt beschlossen mehrheitlich, bei 2 Gegenstimmen, den Nachtragshaushalt 2021.

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