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Workshop entwickelt Ideen: Was soll der Naturpark an der Soeste künftig bieten?

6 Gruppen bauten ihren eigenen Mini-Park in kleinen Holzkisten. Heraus kam: Die meisten wollen die Natur vor Ort erleben. Aber was kann am Ende auch wirklich umgesetzt werden?

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Eine Kiste voller Ideen: Ulrike Aufderheide (rechts) sammelte die Vorstellungen der Workshop-Teilnehmer und will einen ersten Plan erstellen. Foto: Niemeyer

Eine Kiste voller Ideen: Ulrike Aufderheide (rechts) sammelte die Vorstellungen der Workshop-Teilnehmer und will einen ersten Plan erstellen. Foto: Niemeyer

Ob Bürgerpool, Tipi-Zelt oder Kletterwand: Aus dem Beteiligungsworkshop für den geplanten Naturpark an der Soeste sind eine Menge Ideen hervorgegangen, wie der "naturnahe Erlebnisraum" künftig gestaltet werden könnte. Am Dienstagnachmittag trafen sich Bürger, Mitarbeiter der Stadt sowie Mitglieder des Stadtrats im Cloppenburger Ratsaal und entwickelten Ideen für den Park, der bald einen Großteil des Parkplatzes an der Bürgermeister-Heukamp-Straße ersetzen soll.

"Es geht nicht darum, was wir haben wollen, sondern darum, was wir erleben wollen", erklärte die Leiterin des Workshops, Ulrike Aufderheide. Die Landschaftsarchitektin teilte die 36 Teilnehmer in 6 Gruppen ein, die jeweils in einem Holzkasten ihren Wunschpark gestalten konnten. Dabei verwendeten sie Materialien wie Zweige, Blätter, Sand, Alufolie und Blumen. Anschließend sammelte Aufderheide zusammen mit ihrem Team die Ideen.

Naturpark als Ort der Klimanpassung

Bevor der Planungsprozess in den politischen Gremien also überhaupt begonnen hat, konnten sich Bürger einbringen und ihre Vorstellungen vom Naturpark äußern. Die Idee, den Beteiligungsworkshop von Ulrike Aufderheide nach Cloppenburg zu holen, hatte der Science Shop der Universität Vechta. Man verstehe sich als neutrale Instanz zwischen Bürger und Stadt, sagte Hannah Hoff. Hoff arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der Universität Vechta und ist unter anderem für das Projekt "Terrifica" zuständig.

Foto: NiemeyerFoto: Niemeyer

Der "naturnahe Erlebnisraum" an der Bürgermeister-Heukamp-Straße soll im Rahmen dieses, von der EU geförderten, Projekts entstehen. 2019 wurde es ins Leben gerufen. Es sieht vor, Maßnahmen gegen den Klimawandel sowie der Klimaanpassung vor Ort umzusetzen. Das Oldenburger Münsterland ist eine von 6 Pilotregionen.

Aufderheide: Ziel ist eine Eier legende Wollmilchsau

Den Wunsch nach Klimaanpassung äußerten auch die Workshop-Teilnehmer. So kam die Vorstellung eines kühlenden Waldes gleich mehrfach auf. Generell wünschten sich die Workshop-Teilnehmer, die Natur in dem neuen Park zu erleben, resümierte Aufderheide. Zum Beispiel, indem sie dort Tiere beobachten können. Außerdem kam mehrfach die Idee auf, Obstbäume zu pflanzen.

Jede Idee fand ihren Platz an einer Wand. Einigen Teilnehmern des Workshops war zum Beispiel auch die Barrierefreiheit wichtig. Die Wege sollten rollstuhlgerecht sein und Hochbeete sollten sehbehinderten Menschen ermöglichen, Pflanzen zu ertasten sowie an ihnen zu riechen. Andere wünschten sich eine Blühwiese, einen Ort zum gemeinsamen Musizieren oder Wohnmobilstellplätze.

Foto: NiemeyerFoto: Niemeyer

Viele Ideen scheinen sich auf den ersten Blick aber auch zu widersprechen: So soll der Park einerseits Spiel und Bewegung bieten und andererseits Ruhe und Kommunikation. Doch Ulrike Aufderheide zeigt sich zuversichtlich, alles unter einen Hut zu bekommen, auch weil das Gelände so groß sei: "Mein Ziel ist eine Eier legende Wollmilchsau", sagte die Landschaftsarchitektin. Sie nehme die Ideen mit und zeichne einen ersten Plan.

Stadt muss Gelände "umkrempeln"

Was aber kann am Ende auch wirklich umgesetzt werden? Fachbereichsleiter Armin Nöh erklärte, es sei nun Aufgabe der Politik und der Stadt, das Machbare aus den Ideen herauszuziehen. Ähnlich äußerte sich auch der Bereichsleiter für Stadtplanung und Bauordnung, Björn Drebbermüller. Neben der nun erstellten Ideensammlung müsse man noch weitere Interessen berücksichtigen, wie etwa die der unteren Planungsbehörde oder der Wasseracht. Man befinde sich noch in einem sehr frühen Planungsstadium: "Wir müssen mit allen sprechen und ausloten, was möglich ist".

Bis die Ideen realisiert werden, ist also erst einmal Warten angesagt. Aufderheide schlug deshalb vor, schon einige kleinere Projekte umzusetzen, bevor der politische Planungsprozess abgeschlossen ist. Doch weil sich auf dem Gelände Altlasten einer Mülldeponie befinden, müsse die Stadt es "komplett umkrempeln", erklärte Drebbermüller. Ein Gutachten sagt 21.600 Kubikmeter an Altlasten voraus, die die Stadt für 3 Millionen Euro beseitigen will. Dementsprechend sehe er es skeptisch, frühzeitig kleinere Projekte umzusetzen.

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