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Wie eine 16-Jährige aus Damme den Pferdesport für Klimaschutz begeistern will

Emily Thümmel aus Damme gründet die Bewegung "Riders For Future". Mittlerweile hat sie mehr als 40.000 Follower auf Instagram.

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Unterwegs: Die 16-jährige Emily Thümmel stellt ihre Organisation auf der Equitana Open Air Pferdesportmesse 2021 vor. Foto: Thümmel

Unterwegs: Die 16-jährige Emily Thümmel stellt ihre Organisation auf der Equitana Open Air Pferdesportmesse 2021 vor. Foto: Thümmel

Bei Stichworten wie "Nachhaltigkeit" oder "Klimaschutz“ denken viele von uns vielleicht an Recycling oder, dass wir viel zu viel mit dem Auto fahren. Der Pferdesport spielt in den Gedanken vermutlich keine so große Rolle. Leider, findet Emily Thümmel.

Denn: Nicht nur Menschen hinterlassen einen ökologischen Abdruck auf der Erde, sondern auch Tiere. Ein Beispiel: Im Jahr 2021 gab es laut einer Umfrage in Deutschland 0,94 Millionen Deutsche, die ein Pferd besitzen. Laut einer Studie des Schaffhauser Instituts aus dem Jahr 2018 wiederum gelten Pferde als die Haustiere mit dem größten ökologischen Fuß-(Huf-)Abdruck. Dieser gibt übrigens an, wie viele Hektar Wald, Weideland, Ackerland und/oder Meeresfläche nötig sind, um die durch die Haltung des Tieres verbrauchten Ressourcen zu erneuern und die entstandenen Abfallprodukte verschwinden zu lassen.

Emily Thümmel gründet mit 14 Jahren "Riders For Future"

Wie wenig nachhaltig der Pferdesport ist, störte Emily Thümmel aus Damme stets. Und so machte es sich die Schülerin zur Aufgabe, den ökologischen "Huf-Abdruck" der Pferde zu verringern. Die 16-jährige Pony-Springreiterin gründete mit 14 Jahren die Initiative „Riders For Future“, bei der es um Nachhaltigkeit und Klimaschutz im Pferdesport geht.

Auf Instagram folgen Emily Thümmel inzwischen mehr als 40.000 Menschen; darüber hinaus viele Verbände und Unternehmen. Auch bekannte Pferdesportlerinnen und Pferdesportler sind begeistert von ihrer Idee und unterstützen das Projekt.

Im Netz ausgetauscht werden unter anderem Tipps im DIY-Stil: Wie lässt sich Plastikmüll vermeiden? Wie werden Lederfett oder umweltfreundliches Mähnenspray hergestellt? Wie sieht ein gut sortierter Putzkasten aus Holz aus? Wie wird der Reitplatz naturfreundlicher? Emily Thümmel kann helfen.

Auf die Frage, ob schon Veränderungen im Pferdesport spürbar seien und sich der Aufwand lohne, antwortet Emily Thümmel, dass die Initiative bereits Wirkung zeige: "Häufiger wird Verpackungsmüll für Pferdesportprodukte eingespart oder nachhaltig produziert." Außerdem sinke durch die Digitalisierung der Papierverbrauch auf Turnierveranstaltungen, und viele Veranstalter machen bei der Aktion "Tausche Schleife gegen Baum“ mit.

Über 2500 Bäume konnten gepflanzt werden

Besonders stolz ist die 16-Jährige auf das Wiederaufforstungsprojekt „Riders For Future start Planting“, welches sie gemeinsam mit der Organisation „Plant-for-the-Planet“ startete. Mithilfe der von ihr gesammelten Baumspenden habe bereits ein Wald aus über 2500 Bäumen entstehen können.

Klimaschutz und Nachhaltigkeit, beides fange mit Kleinigkeiten an, sagt die junge Reiterin. Jede und jeder – egal ob Pferde-Freundin oder nicht – könne sich vor dem Kauf eines neuen Produktes fragen: "Brauche ich das wirklich?“ Das habe einen großen Effekt, erklärt die Schülerin. Noch einen Tipp hat sie, diesen allerdings wieder speziell für Reiterinnen und Reiter: Anstatt den Schlauch beim Abduschen des Pferdes zu verwenden, könne auch zu einem Eimer mit Schwamm gegriffen werden. Das spare Wasser.

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