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Tragische Unfälle an Bahnübergängen erschüttern Vechta

Die Deutsche Bahn hatte die Runderneuerung der Sicherheitstechnik mehrfach verschoben. Es folgten 2022 erneut schwere Unfälle mit Radfahrern.

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Der Unterstand und die mobile Toilette am Bahnübergang an der Oldenburger Straße gehören inzwischen zum Stadtbild. Tag für Tag tritt das Sicherheitspersonal der Deutschen Bahn seit April ihren Dienst an der Gleiskreuzung an, um stündlich zweimal den Radweg abzusperren. Die Bahn zieht damit nach schweren Unfällen an der Gleiskreuzung Konsequenzen. Am Ostersonntag erfasste hier ein Zug der Nordwestbahn einen Radfahrer. Er wurde lebensgefährlich verletzt.

Formal ist der Bahnübergang aus Sicht der Deutschen Bahn als Netzbetreiber technisch gesichert. Es gibt Lichtsignalanlagen und Schranken für den motorisierten Verkehr auf der Straße – nicht aber für den abgetrennten Radweg. Immer wieder kam es hier zu tödlichen Unfällen mit Radlern.

Vorsichtsmaßnahme an der Oldenburger Straße: Ein Sicherheitsdienst riegelt seit April 2022 per Hand den Rad- und Fußweg ab, wenn sich die Nordwestbahn ankündigt. Eine Schranke gibt es an diesem Bahnübergang nur für den Kraftfahrzeugverkehr. Foto: SpeckmannVorsichtsmaßnahme an der Oldenburger Straße: Ein Sicherheitsdienst riegelt seit April 2022 per Hand den Rad- und Fußweg ab, wenn sich die Nordwestbahn ankündigt. Eine Schranke gibt es an diesem Bahnübergang nur für den Kraftfahrzeugverkehr. Foto: Speckmann

Der Bahnübergang an der Oldenburger Straße ist nicht die einzige Gefahrenstelle. Nur wenige Hundert Meter entfernt erfasste im September am Übergang an Visbeker Damme ein Zug erneut einen Radfahrer. Er starb noch an der Unfallstelle. Der Radweg ist hier ebenfalls unbeschrankt. Der erneute Unfall erschütterte Vechta.

Nach mehreren Verschiebungen soll es bald losgehen

Die Deutsche Bahn hatte die Runderneuerung der Sicherheitstechnik der Bahnübergänge mitsamt neuer Schranken für die Radwege in der Vergangenheit mehrfach aufgeschoben. Formal galten die Gleiskreuzungen durch die Lichtsignalanlagen und die Schranken für die Fahrbahn schließlich als technisch gesichert. Das gilt grundsätzlich auch für den Übergang in Holzhausen, unweit des Stoppelmarkts. Dort gibt es nur Signallichter, keine Schranken.

Bis Ende 2023 will die Bahn nach jüngsten Angaben alle drei Bahnübergänge modernisieren und dann auch komplett mit Schranken ausstatten. Die Arbeiten sollen demnach im 2. Halbjahr beginnen. Die Stadt ist an den Planungen beteiligt – das Sagen hat in dem aufwendigen Verfahren aber die Bahn. Der Schienennetz-Betreiber will die drei Anlagen gleichzeitig in Angriff nehmen, weil die Standorte nach Angaben des Unternehmens technisch miteinander verbunden sind.

Bleibt die Bahn bei ihrem Plan, sind im Stadtgebiet für die Bahn aber noch weitere Baustellen übrig: Auf dem Hagen gibt es noch zwei Bahnübergänge ohne Schranken. Hier hatte die Bahn zuletzt frühestens für 2024 Arbeiten angekündigt. An der Gleiskreuzung am Kötterweg gab es mehrfach schwere, auch tödliche Unfälle. Der Bahnübergang Viehdrift/Auf dem Hagen liegt inzwischen in bewohntem Stadtgebiet. An der Gleiskreuzung ist ein neues Wohngebiet entstanden – und die Stadt plant weitere neue Bauplätze an der Bahnlinie. Die Nutzung des mit Warnlichtern gesicherten Übergangs hat durch das bestehende Baugebiet bereits deutlich zugenommen.

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