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Stadt Damme wusste nichts über Baumfällaktion

Auf einem Abschnitt von rund 100 Metern hat es im Kreuzungsbereich Stiege/Rüschendorfer Kirchweg einen Kahlschlag gegeben. Den Auftrag hatte die EWE ohne Absprache erteilt. Das bedauert sie.

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Über die offenbar von der EWE veranlasste Baumfällaktion am Rüschendorfer Kirchweg war die Dammer Stadtverwaltung nicht informiert. Foto: Lammert

Über die offenbar von der EWE veranlasste Baumfällaktion am Rüschendorfer Kirchweg war die Dammer Stadtverwaltung nicht informiert. Foto: Lammert

Großer Ärger wegen gefällter Bäume im Bereich der Kreuzung Stiege/Rüschendorfer Kirchweg in Borringhausen: Nach Angaben der Stadtverwaltung hat – wahrscheinlich am vergangenen Freitag und/oder Samstag – eine Firma entlang des Rüschendorfer Kirchwegs Bäume gefällt, die sich auf städtischem Grund befanden.

Den Auftrag habe der Unternehmer nach eigener Aussage von der EWE erhalten, hieß es aus dem Rathaus weiter. Aber: Weder das Unternehmen, das im Energiesektor tätig ist, noch die beauftragte Firma hatten die Stadt offenbar über die Arbeiten im Zuge des Freischneidens einer Leitungstrasse informiert, hieß es aus dem Rathaus weiter.

Die Zahl der betroffenen Bäume auf einem Böschungsabschnitt von ungefähr 100 Metern Länge beläuft sich auf mindestens 30. Darunter befanden sich Zitterpappeln und Kirschbäume, aber auch zum Beispiel eine Eiche mit einem Stammdurchmesser von etwa 40 Zentimetern. Einige der bis zu 20 Meter hohen Bäume seien schon älter gewesen, teilte die Stadtverwaltung mit. Da sei ein richtiger Schaden entstanden.

Die Stadtverwaltung will nun eine Bestandsaufnahme des entstandenen Schadens machen. Außerdem hat sie den Landkreis Vechta als Untere Naturschutzbehörde eingeschaltet.

Gegenüber OM-Medien erklärte Volker Diebels, Pressesprecher EWE Netz: „Ja, es trifft zu, dass ein von EWE beauftragtes Fachunternehmen am Rüschendorfer Kirchweg einen Trassenfreischnitt durchgeführt hat.“ Und er räumte ein: „Eine gesonderte Vorabinformation der Stadt Damme ist nicht erfolgt, da es sich um punktuelle Maßnahmen auf einem kurzen Abschnitt im Rahmen der laufenden Trassenunterhaltungen handelt. Unabhängig davon bedauern wir die entstandenen Irritationen.“

In diesem Bereich entlang des Rüschendorfer Kirchwegs verlaufe eine unterirdische Erdgas-Hochdruckleitung, die ein wichtiger Bestandteil der regionalen Energieversorgung ist. Für solche Leitungen gelten nach Angaben des Sprechers strenge gesetzliche Sicherheitsvorgaben. Das technische Regelwerk des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches (DVGW) schreibe vor, die Trasse in einem Schutzstreifen von jeweils vier Metern rechts und links dauerhaft von tiefwurzelndem Bewuchs freizuhalten.

Denn Wurzeln könnten die Ummantelung der Leitung – also den Korrosionsschutz – beschädigen. Im schlimmsten Fall könne es zu Undichtigkeiten und unkontrolliertem Gasaustritt kommen. Auch umstürzende Bäume könnten durch ihre Wurzelplatten einen mechanischen Druck auf die Leitung ausüben und die Betriebssicherheit gefährden. „Um solche Risiken auszuschließen und die Versorgungssicherheit dauerhaft zu gewährleisten, sind die Rückschnittarbeiten zwingend erforderlich“, teilte der Sprecher weiter mit.

Aufgrund der bis vor Kurzem anhaltenden winterlichen Witterung hätten die Arbeiten am Rüschendorfer Kirchweg nicht früher erfolgen können. Allerdings dürften solche Eingriffe nur außerhalb der Vegetationsphase stattfinden. „Dadurch ergab sich ein sehr kurzes Zeitfenster von wenigen Tagen bis Anfang März, das unser Dienstleister nutzen musste“, erklärte. Volker Diebels.

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