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Sie wollen den Wald an der Lohner Straße retten

Mit einer Kundgebung wollen die Grünen gegen eine mögliche Waldrodung protestieren. Sie wünschen sich eine Alternative.

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Im Grünen: Holger Ziefus, Rebekka Polster und Bernhard Schwarting (von links) setzen sich für den Erhalt des Waldstücks ein. Foto: Oevermann

Im Grünen: Holger Ziefus, Rebekka Polster und Bernhard Schwarting (von links) setzen sich für den Erhalt des Waldstücks ein. Foto: Oevermann

Die Diskussionen um das kleine Waldstück an der Lohner Straße in Vechta reißen nicht ab. Die Kritiker werfen der Stadt Vechta mangelnde Transparenz und "Politik aus der Mottenkiste" vor. Daher wollen einige Mitglieder der Vechtaer Grünen gegen die mögliche Rodung protestieren. Die Demo soll am 4. Februar (Samstag) ab 11 Uhr (Treffpunkt: Parkplatz am Pferdezentrum) starten. Mit einer Waldbegehung soll die Kundgebung beginnen.

"Aus unserer Sicht wurden Alternativen zu wenig geprüft", sagt Grünen-Stadtratsmitglied Bernhard Schwarting. Laut Niedersächsischem Waldgesetz müsste das jedoch erfolgen. "Uns wurde jedoch nicht gesagt, wie und mit welchen Kriterien das geprüft wurde", betont Schwarting.

Bürgermeister Kristian Kater (SPD) verwies vor wenigen Tagen auf Nachfrage von OM-Online auf das laufende Verfahren: Die Verwaltung warte auf die Ergebnisse artenschutzrechtlicher Gutachten. Wenn seltene Arten gefunden würden, könne dies zu neuen Planungen führen. Zudem ist die Fläche aufgrund eines beabsichtigen Hotelvorhabens vor 10 Jahren, welches letztendlich nicht realisiert wurde, bereits überplant. Auch die notwendige Kompensation ist längst erfolgt – sogar größer als sie sein müsste. 

Bald ein Parkplatz? Über das Waldstück im Vechtaer Süden erhitzen sich die Gemüter. Foto: OevermannBald ein Parkplatz? Über das Waldstück im Vechtaer Süden erhitzen sich die Gemüter. Foto: Oevermann

Der Landkreis Vechta hielt sich auf Nachfrage abermals bedeckt. Pressesprecher Jochen Steinkamp verwies darauf, dass der Landkreis bereits im Verfahren der frühzeitigen Beteiligung im September letzten Jahres eine Stellungnahme verfasst hatte, in der auf die Berücksichtigung umweltschützender Belange verwiesen wird. Die Planungshoheit habe allerdings die Stadt Vechta. "Sie hat die Möglichkeit, die Belange des Waldes gegenüber anderen Belangen im Abwägungsprozess zurückzustellen und zu gewichten", so Steinkamp.

Kritiker: Vorgehen ist nicht mehr zeitgemäß

Für Bernhard Schwarting ist das Vorgehen seitens der Stadt Vechta hingegen nicht mehr zeitgemäß. "Wir machen so weiter wie bisher. Das ist Politik aus der Mottenkiste", urteilt Schwarting. Er wünscht sich eine Diskussion über mögliche Alternativen – etwa eine mehrgeschossige Erweiterung der Firma Bela-Pharm oder die Schaffung von Parkraum an einer anderen Stelle rund um das Pferdezentrum.

Kritik kam auch aus anderen Reihen der Grünen. "Rückzuggebiete für die Tiere werden immer kleiner und damit immer unattraktiver. Solche Orte müssen wir in Vechta unbedingt erhalten", sagt die Vorsitzende des Grünen-Kreisverbandes, Rebekka Polster. In dieselbe Kerbe schlägt auch der Kreistagsabgeordnete Holger Ziefus, der zusammen mit Johannes Babilon den Aufruf zur Kundgebung unterzeichnet hatte. "Das Waldstück ist ein geschlossenes Biotop für sich", sagt Ziefus. "Wir retten damit nicht nur ein Biotop, sondern auch unseren Lebensraum." Denn Umweltpolitik sei auch zugleich Politik für den Menschen, meint der Lehrer von der Justus-von-Liebig-Schule Vechta.

Denn auch für die Menschen sei der Wald ein wichtiger Rückzugsort. Vor allem für die naheliegende Kita St. Elisabeth sei eine Rodung bedauerlich, empfindet zumindest Ziefus. "Die Stadt unternimmt viel in Sachen Umweltbildung, ein Wald direkt an der Kita soll nun aber für Parkplätze weichen. Was für ein Vorbild möchte die Stadt für die Kinder sein?", fragt Ziefus.

Ziefus wünscht sich weitere Protestbanner

Zugleich warb Ziefus für weitere Protestbanner im Vechtaer Süden. Seit einigen Tagen hängt ein Protest-Transparent an der Lohner Straße. Geht es nach dem Waldschützer sollen weitere folgen. Er lobte einen Wettbewerb des kreativsten Banners aus. Für den Gestalter oder die Gestalterin winken 2 Kinogutscheine, verspricht der Kreistagsabgeordnete.

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