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Nachbarn kritisieren die Ausmaße des Combi-Neubaus in Vechta

Jahresrückblick: 12 Meter hohe Außenwände rücken sehr dicht an die Gärten und Häuser am Kuhmarkt und am Fliederweg. Die Stadt sagt: Alle Vorschriften sind eingehalten worden. Mit Bildergalerie.

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Sehr dicht rückt der Combi-Neubau in Vechta an die Wohnbebauung am Kuhmarkt (Foto) und am Fliederweg heran. Foto: M. Niehues

Sehr dicht rückt der Combi-Neubau in Vechta an die Wohnbebauung am Kuhmarkt (Foto) und am Fliederweg heran. Foto: M. Niehues

In Vechta wächst seit dem Frühjahr etwas in die Höhe, das nicht allen gefällt: Der neue Combi-Markt sorgt für Schlagzeilen, weil die Nachbarn neben und hinter dem Neubau sich arg eingeengt fühlen. „Maximal unsensibel“ nennt Anwohnerin Ursula Tiemann die von der Stadt Vechta genehmigten Planungen zwischen Oldenburger Straße, Kuhmarkt und Fliederweg.

Der alte, eingeschossige Markt hatte am 30. Dezember 2023 seinen letzten Verkaufstag und wurde anschließend komplett abgerissen. Der neue Markt, der 2026 eröffnen wird, ist größer und vor allem deutlich höher. Oberhalb des neuen Ladens sind 20 Wohnungen geplant. Auf den beiden Flügeln wird das Gebäude durch jeweils zwei Geschosse aufgestockt, um Wohnraum zu schaffen.

Seit mehr als 10 Jahren wohnt Katrin Scheele am Kuhmarkt in Vechta. Von ihrem Garten aus schaut sie jetzt auf eine rund 12 Meter hohe Mauer. Foto: OblauSeit mehr als 10 Jahren wohnt Katrin Scheele am Kuhmarkt in Vechta. Von ihrem Garten aus schaut sie jetzt auf eine rund 12 Meter hohe Mauer. Foto: Oblau

Der Politik hat diese Planung gefallen – die Nachbarn aber erschrecken sich, als der Neubau nach und nach in die Höhe wächst. 12 Meter wird das Gebäude hoch, die Außenwände stehen teils dicht an den Wohngrundstücken. „Ich fühle mich in meinem Garten jetzt wie im Kerker“, sagt Ursula Tiemann. Ebenso wie ihre Nachbarn befürchtet sie, dass der Neubau künftig ihren gesamten Garten verschattet.

Diese Sorge hat auch Katrin Scheele, die von ihrer Terrasse inzwischen ebenfalls auf eine 12 Meter hohe Wand blickt. Als sie hört, dass der Combi neu gebaut werden soll, lässt sie sich die Pläne von der Stadtverwaltung zeigen. „Aber dass der Bau so hoch wird und so dicht an uns heranrückt, das habe ich aus den Plänen nicht herauslesen können. Je weiter die Bauarbeiten fortschritten, desto erschrockener war ich“, sagt die junge Mutter. Man habe ihr lange vor Baubeginn von Seiten der Stadtverwaltung aber auch gleich gesagt, dass ein Einspruch nichts bringen würde, da alle Bauvorschriften eingehalten würden.

Rund um den Kuhmarkt und den Fliederweg kritisieren Anwohner die Dimensionen des Combi-Neubaus. Fotos: OblauM. NiehuesScheele

Das bestätigt die Stadt Vechta. „Die von den Anwohnern vorgebrachten Bedenken und Anregungen wurden im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit geprüft und beraten“, teilt Pressesprecher Volker Kläne mit. Der Stadtrat habe sich am 13. Dezember 2021 mit den Eingaben der Anwohner befasst. Über die Entscheidung des Rates seien die Anwohner informiert worden. „In diesem Schreiben hat die Stadt Vechta darauf hingewiesen, dass die Anregung nicht berücksichtigt wird, da die Gebäudehöhe an der Grundstücksgrenze der Abstandsregelung in den Vorschriften der Niedersächsischen Bauordnung entspricht“, erläutert der Pressesprecher. Der Stadt sei es auch um die sogenannte Nachverdichtung gegangen und darum, dringend benötigten Wohnraum zu schaffen. 


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