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Neuer Combi-Markt: Handel und Wohnen unter einem Dach

Die Bünting-Gruppe will im Jahr 2022 mit den Bauarbeiten an der Oldenburger Straße in Vechta beginnen. Die Politik spricht von einem richtungsweisenden Projekt.

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Konzept für den Neubau: Im Erdgeschoss des Gebäudekomplexes befindet sich der Verbrauchermarkt mit einer Verkaufsfläche von 1750 Quadratmetern. In den Obergeschossen sind insgesamt 20 Wohnungen vorgesehen. Das Flachdach im mittleren Bereich dient als Aufenthaltsmöglichkeit. Visualisierung: Bünting-Gruppe

Konzept für den Neubau: Im Erdgeschoss des Gebäudekomplexes befindet sich der Verbrauchermarkt mit einer Verkaufsfläche von 1750 Quadratmetern. In den Obergeschossen sind insgesamt 20 Wohnungen vorgesehen. Das Flachdach im mittleren Bereich dient als Aufenthaltsmöglichkeit. Visualisierung: Bünting-Gruppe

Der Bauboom in Vechta wird sich im kommenden Jahr fortsetzen. Das betrifft auch den Combi-Verbrauchermarkt an der Oldenburger Straße. Das bestehende Gebäude wird der Abrissbirne zum Opfer fallen. Auf dem Grundstück entsteht ein Neubau. Dabei verwirklicht die Bünting-Gruppe ein Konzept, das auf viele Orte im ländlichen Raum übertragbar wäre: Handel und Wohnen und einem Dach.

In Großstädten haben sich solche Modelle längst durchgesetzt. Gerade in den dicht besiedelten Zentren sind Grundstücke knapp und teuer. Da werden Discounter fast ausnahmslos in den Erdgeschossen von mehrstöckigen Wohn- und Geschäftshäusern angesiedelt. Aldi und Lidl gelten als Vorreiter. Für die Bünting-Gruppe mit Sitz im ostfriesischen Leer sind solche Projekte hingegen noch Neuland.

Bauleitplanung nach fast zwei Jahren abgeschlossen

„Grundsätzlich prüfen wir eine Kombination von Handel und Wohnen bei zahlreichen Standorten. Ob dies im jeweiligen Einzelfall sinnvoll ist, muss bei jedem Vorhaben wieder neu beurteilt werden“, erklärt Pressereferentin Annett Rabe auf Anfrage. Der Fokus ihres Unternehmens liegt zunächst auf einem der beiden Standorte in Vechta, wo die Bauleitplanung jetzt nach fast zweijähriger Verfahrensdauer abgeschlossen ist.

Der Stadtrat hat in seiner letzten Sitzung dieses Jahres den Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan gefasst. Die Zustimmung aus den Fraktionen ist groß, sowohl bei der CDU als auch der SPD. Von einem „richtungsweisenden Projekt“ ist die Rede. „Vorbildlich“ heißt es aus dem Kreis der Grünen, die sich häufig gegen die Versiegelung von Flächen aussprechen, hier aber aufgrund der intensiven Nutzung des Grundstücks keine Einwände haben.

Bei der Beteiligung der Öffentlichkeit sowie der Behörden und sonstiger Träger öffentlicher Belange hat es kaum Widersprüche gegeben. Auf die eingegangen Stellungnahmen ist Diplom-Ingenieurin Rita Abel, Mitarbeiterin der NWP Planungsgesellschaft aus Oldenburg, die das Bauleitverfahren der Stadt Vechta begleitet, unlängst in einer öffentlichen Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Planung und Bauen eingegangen.

Zusätzliche Maßnahmen für den Lärmschutz

Auf Basis eines neuen Gutachtens sollen mehrere Maßnahmen zum Schutz der benachbarten Wohnbebauung greifen, unter anderem die Ergänzung einer Lärmschutzwand und die Abschottung der Lieferzone. Einen großzügigen Abstand zwischen Bebauung und Grundstücksgrenze, wie von Anliegern wegen Schattenwurfs gewünscht, kommt für die Planer aufgrund von reduzierten Gebäudehöhen nicht in Betracht.

Auch eine Überarbeitung der Verträglichkeitsuntersuchung, wie von der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer empfohlen, ist für die Planer kein Thema. Berücksichtigt wird im Bebauungsplan hingegen die angeregte Festsetzung der Mindestverkaufsfläche für den Standort. Sie entspricht der bisherigen Größe von 1250 Quadratmetern. Der neue Markt soll eine Verkaufsfläche von 1750 Quadratmetern aufweisen.

Auf den beiden Flügelseiten des Verbrauchermarktes erfolgt eine Aufstockung durch jeweils zwei Obergeschosse. Laut Abel sind hier insgesamt 20 Wohnungen vorgesehen. Für die Hausbewohner sind es somit nur ein paar Schritte bis zum Einkauf. Im mittleren Gebäudebereich ist auf dem Flachdach eine Aufenthaltsmöglichkeit geplant, inklusive Spielplatz und Begrünung.

Fertigstellung wird bis Ende 2023 angestrebt

Das rund 6600 Quadratmeter große Grundstück befindet sich im Eigentum einer Tochtergesellschaft der Bünting-Gruppe, zu dessen Versorgungsnetz auch Combi zählt. Ob das Unternehmen das Bauvorhaben selbst umsetzt oder einen Investor hinzuzieht, ist laut Mitteilung der Pressestelle noch nicht final entschieden. Dies gilt auch für den Verkauf oder die Vermietung der Wohnungen.

Was die Investitionssumme betrifft, hält sich das Unternehmen ebenfalls bedeckt. Der Zeitrahmen für das Projekt ist hingegen klar: Die Bauanträge sollen im ersten Quartal 2022 eingereicht werden, erklärt Rabe und ergänzt: "Wir gehen davon aus, dass mit dem Neubau im zweiten Halbjahr 2022 begonnen werden kann. Eine Fertigstellung wird bis Ende 2023 angestrebt."

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