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Lutten feiert 1150-jähriges Bestehen und blickt nach vorn

Bürgerinnen und Bürger versammelten sich am Wochenende, um das Jubiläum gebührend zu feiern. Zu Gast war unter anderem der noch amtierende Finanzminister Reinhold Hilbers.

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"Wo Menschen ein gemeinsames Ziel haben, wachsen Gemeinschaft und Zukunft": Unter diesem Motto überreichte Goldenstedts Bürgermerister Alfred Kuhlmann (links) eine Urkunde an den Lutter Heimatvereinsvorsitzenden, Franz Holzenkamp. Foto: Seelhorst

"Wo Menschen ein gemeinsames Ziel haben, wachsen Gemeinschaft und Zukunft": Unter diesem Motto überreichte Goldenstedts Bürgermerister Alfred Kuhlmann (links) eine Urkunde an den Lutter Heimatvereinsvorsitzenden, Franz Holzenkamp. Foto: Seelhorst

„In Lutten, in Lutten, darauf gebe ich mein Wort. Wer einmal hier wohnen war will nie wieder fort.“ So heißt es im sogenannten Lutter Lied. Und dieser Satz scheint sich über die Zeit hinweg bewährt zu haben. Denn seit dem 17. Oktober 872 nach Christus haben sich die Leute dazu entschieden zu bleiben, sodass der Ort mittlerweile auf eine 1150-jährige Geschichte zurückblicken kann. Zu diesem Anlass versammelten sich am Samstag (15. Oktober) die Bürgerinnen und Bürger, um gemeinsam dieses Jubiläum gebührend zu feiern. Als Festredner war der niedersächsische Noch-Finanzminister Reinhold Hilbers zu Gast, der für Bernd Althusmann eingesprungen war.

Die Dorfgemeinschaft versammelte sich zum Feiern im Saal Pickers. Der Musikverein Lutten sorgte dabei schon vor dem offiziellen Beginn für eine wohlige Atmosphäre im Saal. Moderiert wurde der Abend von Klaus Bohmann, Vorstandsmitglied des Heimatvereins und Teil dessen Festausschusses.

Gedenken an Verstorbene

Nach der Begrüßung und einer Gesangseinlage des Chors trat Bürgermeister Alfred Kuhlmann als Erster ans Rednerpult. In einem kurzen geschichtlichen Rückblick führte Kuhlmann noch einmal die Besonderheit vor Augen, die dem Ort bereits seit langem – genauer gesagt seit 1869 – zugesprochen werden. Und zwar in Form eines Sprichwortes: „Zwischen Bremen und Köln gibt's keine angeseheneren Orte als Lutten und Döll‘n.“

Ob nun 119 steuerpflichtige Bürger im Jahr 1498 oder die heute ungefähr 3500 Einwohner, die Lutten mittlerweile zählt – Kuhlmann betonte, dass sich die Ortschaft die Grundfeste der Dorfgemeinschaft über die Jahrhunderte erhalten konnte – und diese auch in Zukunft beibehalten wird. Zum Ende seiner Rede überreichte er dem Vorsitzenden des Heimatvereins Lutten, Franz Holzenkamp, eine Jubiläumsurkunde.

Dieses Jubiläum nutzte die Gemeinde auch, um der Verstorbenen des Ortes zu gedenken. Dies war bereits vor dem Festakt in Form einer Kranzniederlegung am Fuße des Kriegerdenkmals geschehen. Mit der musikalischen Unterstützung des Musikvereins Lutten und des gemischten Chors Cäcilia ehrten die Gemeinde die Gefallenen der Weltkriege sowie alle anderweitig verschiedenen Gemeindemitglieder.  Alfred Kuhlmann betonte, dass man auch an so einem Feiertag die Toten nicht vergessen dürfe.

Hilbers geht in Rede auf Heimat-Begriff ein

Auch Reinhold Hilbers ging zu Beginn seiner Rede auf die Kriegerdenkmalsehrung ein und freute sich, dass daran gedacht wurde – vor allem vor dem Hintergrund der aktuellen Ereignisse. „Wir leben aus unserer Geschichte und schöpfen daraus die Kraft, die Zukunft zu bestreiten“, sagte Hilbers. „Es ist wichtig, sich zu vergewissern, wo man herkommt.“ Er betonte, dass Heimat nicht ein Ort sei, an dem man seine Wohnadresse habe oder anderweitig gebunden sei – Heimat sei dort, wo die Menschen zusammengehören und wo man sich aufgehoben fühle. Dabei wies er auf die große Wichtigkeit des Ehrenamtes hin, dessen Energie und Leidenschaft er als entscheidend für eine so lebhafte Dorfgemeinschaft halte. Auch die Wichtigkeit des ländlichen Raumes solle man nicht unterschätzen und ihn weiter fördern.

„Lutten ist attraktiv – nicht nur für Einheimische, sondern auch für neu Zugezogene“, betonte Josef Kläne, stellvertretender Landrat. Er schätzte Lutten für die besten Eigenschaften, die die Region ausmachen: ein aktives Vereinsleben, eine aktive Dorfgemeinschaft und eine gute Nachbarschaft. „Wenn wir uns die Gemeinschaft erhalten, die Lutten ausmacht, können wir auch die aktuellen Schwierigkeiten überstehen.“

Wer in die Zukunft blickt sollte auch die Vergangenheit nicht vergessen: Mit der Kranzniederlegung gedenken Hans Böging (von links), Alfred Kuhlmann, Bürgermeister der Gemeinde Goldenstedt und Otto Themann, stellvertretender Bürgermeister, zusammen mit der Gemeinde den verstorbenen Vorfahren. Foto: SeelhorstWer in die Zukunft blickt sollte auch die Vergangenheit nicht vergessen: Mit der Kranzniederlegung gedenken Hans Böging (von links), Alfred Kuhlmann, Bürgermeister der Gemeinde Goldenstedt und Otto Themann, stellvertretender Bürgermeister, zusammen mit der Gemeinde den verstorbenen Vorfahren. Foto: Seelhorst

Pastor Boby Pallickamalil führte in seiner Ansprache den Menschen noch einmal vor Augen, wozu sich Lutten mittlerweile entwickelt hat. „Hier gibt es eigentlich alles“, behauptete er und untermauerte diese Aussage zugleich mit einer Aufzählung von Einrichtungen, Geschäften und Freizeitmöglichkeiten, die alle in Lutten zu finden seien.

Geschlossen wurden die Reden mit dem „Lutter-Lied“, was schließlich beinahe jeden der Anwesenden zum Mitsingen animierte und den Festsaal wirken ließ, als treffe man sich mit 150 Freunden, um gemeinsam zu feiern. Danach startete die Party mit DJ Schmunki.

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