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Kindersegen in Bakum stellt Gemeinde vor Herausforderung

Die jüngsten Geburtenjahrgänge in Bakum sind stark. Zeitnah brauchen diese Kinder einen Betreuungsplatz. Die Gemeinde möchte dem gerecht werden – auch wenn das nicht einfach ist.

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"Klötzchen auf Klötzchen" heißt es nicht nur beim Spielen im Kindergarten. In Bakum startet bald der Bau der neuen Kindertagesstätte am Kapellenweg. Dies ist auch dringend nötig, da immer mehr Kinder in Bakum einen Betreuungsplatz benötigen. Symbolfoto: dpa/Vennenbernd

"Klötzchen auf Klötzchen" heißt es nicht nur beim Spielen im Kindergarten. In Bakum startet bald der Bau der neuen Kindertagesstätte am Kapellenweg. Dies ist auch dringend nötig, da immer mehr Kinder in Bakum einen Betreuungsplatz benötigen. Symbolfoto: dpa/Vennenbernd

In der Gemeinde Bakum sind die Betreuungsplätze für Kinder „randvoll“ belegt, wie Andrea Stuke-Lefferding vom Bakumer Familienbüro während der vergangenen Sitzung des Bakumer Ausschusses für Jugend, Familie und Demografie sagte, als sie die aktuelle Situation mit Zahlen darlegte. Derzeit kann jedem Betreuungswunsch zwar noch nachgekommen werden, doch aufgrund der starken Geburtenzahlen der vergangenen 3 Jahre droht der Gemeinde bald ein Platzproblem in den örtlichen Einrichtungen. Deshalb gab Bürgermeister Tobias Averbeck einen Ausblick darauf, wie die Gemeinde damit – kurzfristig – umgehen wird.

Die aktuelle Betreuungssituation in den drei Kindergärten der Gemeinde sieht wie folgt aus: Im St.-Josef-Kindergarten Bakum sind alle 100 Plätze im Regelgruppenbereich voll belegt. 5 Kinder, davon 2 aus der Ukraine, stehen auf der Warteliste, führte Andrea Stuke-Lefferding aus. Im Krippenbereich sind ebenfalls alle 45 zur Verfügung stehenden Plätze belegt. 11 Kinder stehen auf der Warteliste. „Nach jetzigem Stand stehen ab August 2023 nur 3 bis 5 Plätze in der Krippe zur Verfügung“, sagte Stuke-Lefferding.

Alle Betreuungsplätze sind belegt

Im St.-Antonius-Kindergarten Bakum sind zwar aktuell 23 von 25 freien Plätzen im Regelgruppenbereich belegt, sagte die Familienbüromitarbeiterin, doch diese 2 Plätze werden zum Jahreswechsel mit Kindern besetzt, die aus dem Krippenbereich wechseln. Damit werden zum 1. Januar 2 Plätze in der Krippe frei, deren 15 Plätze aktuell noch alle belegt sind. Die 18 Plätze in der integrativen Kindergartengruppe sind ebenfalls alle vergeben. Laut Anmeldungen in dem dafür genutzten Portal Little Bird gebe es bereits jetzt 11 Anfragen für einen Krippenplatz zum 1. August 2023 beziehungsweise zum 1. September 2023, sagte Stuke-Lefferding.

Ein ähnliches Bild zeigt sich im Kindergarten St. Josef in Lüsche. Im Regelgruppenbereich sind derzeit von 89 Plätzen 86 belegt. 3 Kinder wechseln aber bis März aus dem Krippenbereich, dessen 24 Plätze alle belegt sind. Nach jetzigem Stand stehen ab August 2023 nur 3 freie Plätze in der Krippe zur Verfügung, sagte Andrea Stuke-Lefferding.

Die 10 Plätze, die die beiden Tagesmütter in der Großtagespflege „Die Dorfspatzen“ anbieten, werden ebenfalls alle genutzt. Laut der Anmeldeliste bei Little Bord gibt es bereits 17 Anfragen für einen Platz ab Februar 2023, legte Stuke-Lefferding dar. Dabei würden Eltern erst im Januar auf die Anmeldemöglichkeiten aufmerksam gemacht werden, weshalb es voraussichtlich mehr Anfragen geben werde. Auf Nachfrage von Andrea Hoping-Bokern ließ die Familienbüromitarbeiterin zudem wissen, dass die weiteren 5 Tagesmütter vor Ort ebenfalls „zu 100 Prozent ausgelastet“ sind.

Übergangslösung soll kurzfristig Abhilfe schaffen

Bürgermeister Tobias Averbeck fasste daraufhin noch einmal zusammen, dass die Zahlen zeigen, dass man im Bereich der Kinderbetreuung im „Ist-Zustand voll“ sei. Das werde sich auf Sicht auch nicht ändern, sondern sich „eher noch fokussieren“. Er legte dar, dass in der Gemeinde mittlerweile das 3. Jahr in Folge zwischen 90 und 105 Geburten zu verzeichnen seien. Vorher seien es – mit „Ausreißer-Jahrgängen“, wie er sagte – rund 75 pro Jahr gewesen. Insbesondere im Krippenbereich holten diese Zahlen die Gemeinde schnell ein, so der Bürgermeister.

Zwar steht der Baustart – Mitte September – der neuen Kindertagesstätte am Kapellenweg bevor, doch die geplanten 2 neuen Krippengruppen stehen damit voraussichtlich zum 1. August 2023 zur Verfügung. Bedarf ist aber schon jetzt da. Deshalb wird bis dahin mit einer Übergangslösung gearbeitet, indem Kinder im evangelischen Gemeindehaus sowie angrenzenden Containern betreut werden. Averbeck betonte, dass alles daran gesetzt werde, dass der Betrieb zum 1. Oktober starten kann. Es könne allerdings sein, räumt er ein, dass es aufgrund von Lieferschwierigkeiten auch etwas später wird.

Doch auch mit der Fertigstellung der 2 zusätzlichen Krippengruppen in der neuen Kindertagesstätte könne möglicherweise der Bedarf noch nicht gedeckt werden, gibt der Bürgermeister während der Sitzung zu. Es komme „geballt eine Riesenwelle an Kindern auf uns zu“, sagte Averbeck, der dies jedoch positiv bewertete. Um dem damit einhergehenden Betreuungsbedarf gerecht zu werden, werde deshalb an Lösungen gearbeitet.

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