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Die Seefahrerschule in Mühlen hat in Teilen ein neues Reetdach erhalten

Die Gemeinde Steinfeld zahlt circa 20.000 Euro für den Austausch des Naturmaterials. Der Heimatverein Mühlen bietet wieder Führungen in dem Fachwerkhäuschen an.

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Bildungsstätte für nautische Kenntnisse: Das eher unscheinbare Fachwerkhäuschen ist die älteste Seefahrerschule im Oldenburger Land, rund 130 Kilometer von der Küste entfernt. Foto: Timphaus

Bildungsstätte für nautische Kenntnisse: Das eher unscheinbare Fachwerkhäuschen ist die älteste Seefahrerschule im Oldenburger Land, rund 130 Kilometer von der Küste entfernt. Foto: Timphaus

Die Gemeinde Steinfeld hat auf Antrag des Heimatvereins Mühlen das Reetdach der Seefahrerschule in Mühlen sanieren lassen. Laut dem Vorsitzenden Norbert Krogmann – die Heimatfreunde kümmern sich um das Bauwerk an der Münsterlandstraße – wurde die westliche Seite komplett ausgetauscht. Auf der Ostseite haben Handwerker einige Teile erneuert.

Krogmann teilt mit, dass eine Sanierung nach 22 Jahren bei Reetdächern durchaus normal sei. Zumal das Gebäude von vielen Bäumen umgeben sei, die bald eingekürzt werden sollen. Krogmann beziffert die Sanierungskosten mit circa 20.000 Euro.

Im Jahr 2000 wurde die Seefahrerschule wieder zum Leben erweckt. Initiator und treibende Kraft des Projekts war der 2016 verstorbene Rudi Timphus. Es handelt sich um die älteste Seefahrerschule im Oldenburger Land, rund 130 Kilometer von der Nordseeküste entfernt. Der Heimatverein Mühlen bietet wieder Führungen an. Ansprechpartner ist Gästeführer Alfons Völkerding (Telefon 05492/962600).

Die Seefahrerschule bestand nur 14 Jahre

Ein Blick in die Historie: Am 11. August 1817 erhielt der damalige Mühler Dorflehrer Johann Heinrich Rabe vom Großherzog in Oldenburg die Erlaubnis, eine nautische Schule zu errichten. Die Einrichtung einer solchen Schule war eine Folge der bäuerlichen Sozialstruktur der Region. Die Heuerleute, ihre Entstehung geht bis ins 16. Jahrhundert zurück, waren stets auf der Suche nach einem Nebenerwerb, um das Ackerleben ihrer Familien zu sichern. Zunächst wandte man sich nach dem 30-jährigen Krieg dem Hollandgang zu. Mit Beginn des 19. Jahrhunderts sah man im Heringsfang („Büs“) und auf „großer Seefahrt“ die Chance zur Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Lage.

Die Notwendigkeit, die jungen Männer vor dem Aufbruch zur See zu schulen, erkannte Rabe. Da fast alle Söhne der Heuerleute im Sommer zur See fuhren, war es sein Ziel, ihnen nautische Kenntnisse beizubringen.

14 Jahre bestand die Schule, dann musste sie geschlossen werden, weil die meisten Jungen und Männer wohl der Ansicht waren, die praktische Ausbildung auf den Schiffen sei ausreichend; vielleicht wollten sie aber auch das – sehr geringe – Schulgeld sparen.

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