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Corona-Zahlen sind wohl erst ab Freitag wieder belastbar

Das Landesgesundheitsamt mahnt bei der Interpretation der Infektionszahlen, dass die Osterfeiertage immer noch nachwirken. Das führt dazu, dass auch im OM die Inzidenzwerte weiter sinken.

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Symbolfoto: dpa

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Die 7-Tage-Inzidenzen in den Landkreisen Cloppenburg und Vechta sind weiter gesunken - dieser Trend setzt sich aber auch in den meisten Landkreisen und kreisfreien Städten am Mittwoch fort. Der Grund: "Der aktuelle Rückgang der Fallzahlen und 7-Tage-Inzidenzen ist darauf zurückzuführen, dass während der Osterfeiertage weniger Arztbesuche und Tests stattgefunden haben und daher weniger Fälle gemeldet wurden." Darauf weist das Landesgesundheitsamt bei der Veröffentlichung der aktuellen Zahlen am Mittwochvormittag hin. Die Behörde schätzt, dass "eine stabile Interpretation der Fallzahlentwicklung erst ab Freitag möglich" sei.

Die Zahlen aus dem Landkreis Cloppenburg im Detail: Das Landesgesundheitsamt meldet am Mittwoch eine 7-Tage-Inzidenz von 164,6. Damit ist der Wert zum Vortag (182,8) abermals deutlich gesunken. Die aktuelle Berechnung basiert auf 281 Neuinfektionen in den letzten 7 Tagen. In der Statistik werden 9014 Gesamtfälle aufgeführt - das sind 28 mehr als am Vortag. Das Cloppenburger Gesundheitsamt hat in seinem letzten Corona-Update am Dienstagnachmittag 16 Neuinfektionen und 9007 Gesamtfälle gemeldet. Dementsprechend ist davon auszugehen, dass dem Landesgesundheitsamt bereits Neuinfektionen gemeldet wurden, die am Mittwochnachmittag vom Gesundheitsamt im nächsten Bericht veröffentlicht werden. 

Für die Einstufung als Hochinzidenzkommune werden diese jeweils tagesaktuell gemeldeten 7-Tage-Inzidenzen veröffentlicht (nachträgliche Korrekturen werden nicht berücksichtigt):

  • Donnerstag (1. April): 206,8
  • Freitag (2. April): 220,3
  • Samstag (3. April): 214,4
  • Sonntag (4. April): 242,0
  • Montag (5. April): 204,5
  • Dienstag (6. April): 182,8
  • Mittwoch (7. April): 164,6

Die Zahlen aus dem Landkreis Vechta im Detail: Das Landesgesundheitsamt meldet am Mittwoch eine 7-Tage-Inzidenz von 158,9. Damit ist der Wert zum Vortag (162,4) leicht gesunken. Die aktuelle Berechnung basiert auf 227 Neuinfektionen in den letzten 7 Tagen. In der Statistik werden 6721 Gesamtfälle aufgeführt - das sind 21 mehr als am Vortag. Das Vechtaer Gesundheitsamt hat in seinem letzten Corona-Update am Dienstagnachmittag 22 Neuinfektionen und 6728 Gesamtfälle veröffentlicht.

Für die Einstufung als Hochinzidenzkommune werden diese jeweils tagesaktuell gemeldeten 7-Tage-Inzidenzen veröffentlicht (nachträgliche Korrekturen werden nicht berücksichtigt):

  • Donnerstag (1. April): 146,3
  • Freitag (2. April): 174,4
  • Samstag (3. April): 183,5
  • Sonntag (4. April): 163,8
  • Montag (5. April): 172,3
  • Dienstag (6. April): 162,4
  • Mittwoch (7. April): 158,9

Die landesweite 7-Tagesinzidenz ist im Vergleich zum Vortag (97,5) ebenfalls gesunken - auf jetzt 88,9. Demnach haben die niedersächsischen Gesundheitsämter binnen 24 Stunden 800 Neuinfektionen nach Hannover gemeldet. Die Zahl der Todesfälle, die in Zusammenhang mit einer Infektion stehen, ist um 37 auf 4950 gestiegen. Die 7-Tage-Inzidenzen in den Nachbarlandkreisen:

  • Landkreis Osnabrück: 92,2 (Hochinzidenzkommune, 2. Tag unter 100)
  • Landkreis Oldenburg: 102,4 (Hochinzidenzkommune)
  • Landkreis Diepholz: 67,3
  • Landkreis Emsland: 111,0 (Hochinzidenzkommune)
  • Landkreis Ammerland: 67,3
  • Landkreis Leer: 140,0 (Hochinzidenzkommune)

Nachträgliche Korrekturen werden nicht mehr transparent dargestellt

Bereits seit vergangener Woche werden im täglichen Update des Landesgesundheitsamtes die zurückliegenden 7-Tage-Inzidenzen nicht mehr transparent auf der Niedersachsen-Karte abrufbar dargestellt. Durch diese Funktion konnten etwaige rückwirkende Korrekturen der zurückliegenden Werte nachvollzogen werden. Dies war bei den Werten für den Landkreis Cloppenburg nahezu täglich der Fall - Hauptgrund dafür waren die Nachmeldungen durch Fremdlabore, die dann nach dem Datum des durchgeführten Corona-Tests nachträglich in die Berechnung der 7-Tage-Inzidenz berücksichtigt wurden.

Wie Dr. Holger Scharlach, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit des Landesgesundheitsamtes, auf Anfrage von OM online bestätigt, habe es bereits seit März Überlegungen gegeben, die Funktion zu deaktivieren - die Entscheidung sei dann in der vergangenen Woche endgültig gefallen. Grund dafür seien "massive Beschwerden von diversen Seiten - auch von den Landkreisen" gewesen, so Scharlach. 

Die Überlegungen begannen mit der Veröffentlichung der neuen (mittlerweile überholten) Corona-Verordnung des Landes Niedersachsen am 7. März. Darin wurden erstmals Hochinzidenzkommunen definiert - und dabei spielt der 100er-Grenzwert bei der 7-Tage-Inzidenz eine fundamentale Rolle: Wird die Marke an 3 Tagen überschritten, gelten im betroffenen Landkreis wieder verschärfte Regeln. Das gilt auch in der aktuell gültigen Corona-Verordnung.

"Quasi über Nacht" habe das Landesgesundheitsamt darauf reagieren müssen, dass die wissenschaftliche Berechnung des Infektionsgeschehens nunmehr für jeden Bürger im Alltag relevant wurde und es verlässliche Werte für die Planungssicherheit geben müsse. Aus diesem Grund wurde eine neue Tabelle eingeführt. Darin fixiert: die jeweils tagesaktuell berechneten Werte. Das Problem: "Die korrigierten Werte der Vortage in der Karte weichten teils gravierend von den Zahlen in der Tabelle ab", so Scharlach. Das habe bei den Bürgern "zunehmend für Verwirrung" gesorgt. 

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