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Cloppenburger Gesundheitsamt meldet 104 neue Coronafälle im Landkreis

Allein in Cloppenburg und Molbergen liegen am Donnerstag jeweils 19 positive Testergebnisse vor, in Friesoythe sind es 16. Das Gesundheitsamt berichtet außerdem von einem weiteren Todesfall.

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Symbolfoto: dpa

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Die Zahl der Todesfälle, die im Landkreis Cloppenburg in Zusammenhang mit einer Infektionen mit dem Coronavirus stehen, hat sich am Donnerstag abermals erhöht - auf nunmehr 144. "Eine 92-jährige Frau aus Friesoythe ist im Zusammenhang mit einer Covid-19-Infektion verstorben", berichtet Kreissprecher Sascha Sebastian Rühl am Donnerstag.

Darüber hinaus ist die Zahl der aktiven und nachgewiesenen Infektionen im Landkreis am Donnerstag wieder deutlich angestiegen - auf 1121. Dem Cloppenburger Gesundheitsamt liegen 104 neue positive Testergebnisse aus 11 von 13 Städten und Gemeinden vor - einzige Ausnahmen sind Lastrup und Lindern. Demgegenüber stehen 77 Personen, die seit Donnerstag wieder als genesen gelten.

Allein in der Stadt Cloppenburg und in der Gemeinde Molbergen werden am Donnerstag jeweils 19 Neuinfektionen gemeldet. In der Stadt Friesoythe sind es 16 neue Coronafälle. "Nach wie vor resultiert das Infektionsgeschehen nicht aus wenigen großen Herden, sondern aus vielen einzelnen privaten oder beruflichen Kontakten", erklärt Rühl die neuen Zahlen. Dementsprechend können auch weiterhin kein spezieller Infektionsschwerpunkt ausgemacht werden. Betroffen seien "Kaufleute, Beschäftigte im Handwerk, im Dienstleistungssektor, in der Ernährungsbranche, in der Industrie oder in der Wissenschaft, um nur einige der betroffenen Branchen zu nennen", so Rühl.

Gezielte Mahnung zu religiösen Veranstaltungen

Mit Blick auf sich anbahnende religiöse Veranstaltungen - die Kreisverwaltung nennt hier explizit die Erstkommunion, Konfirmation, Bat und Bar Mizwa - weist Rühl darauf hin, "dass diese unter Einhaltung der per Allgemeinverfügung aufgestellten Regeln in den Gotteshäusern erfolgen müssen." Anschließende Familientreffen oder gar Familienfeiern sind generell verboten. „Bei den aktuell hohen Infektionszahlen ist jedes Treffen mit einem hohen Ansteckungsrisiko verbunden“, betont Landrat Johann Wimberg. Es sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, jetzt durch Verzicht auf Kontakte und Familientreffen zu einer Senkung der Infektionszahlen beizutragen.

Die Lage in den 3 Krankenhäusern: Zurzeit müssen laut Angaben der Kreisverwaltung 29 infizierte Patienten stationär behandelt werden - 4 mehr als am Vortag. 5 dieser Patienten liegen auf der Intensivstation. Laut Angaben der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (kurz: DIVI) muss aktuell ein Patient beatmet werden. Nach derzeitigem Stand (15. April, 12.15 Uhr) sind 18 von 23 zur Verfügung stehenden Intensivbetten belegt.

Wie bereits berichtet hat das Landesgesundheitsamt am Donnerstagvormittag für den Landkreis Cloppenburg eine im Vergleich zum Vortag unveränderte 7-Tage-Inzidenz von 208,6 gemeldet. Das ist der dritthöchste Wert in ganz Niedersachsen. Seit Beginn der Pandemie wurden im Landkreis 9592 Infektionen nachgewiesen. Aktuell stehen 2018 Einwohner des Landkreises unter amtlich angeordneter Quarantäne.

Landkreis braucht für "Impfwochenende" neue Freigaben aus Hannover

Derweil bestätigt Kreissprecher Frank Beumker auf Anfrage von OM online, dass man über einen Erlass vom Land Niedersachsen von einem geplanten "Impfwochenende" am 24. und 25. April erfahren habe. Das Ziel: Über 70-Jährige, die noch immer in Niedersachsen auf der Warteliste stehen, sollen schneller mit dem Impfstoff von Astrazeneca versorgt werden. Das Problem: "Aufgrund unserer ganz offensichtlich äußerst erfolgreichen dezentralen Impfungen haben bis zum 17. April alle über 70-jährigen ein Impfangebot erhalten", erklärt Beumker. 

Sofern es das beabsichtigte Ziel der Landesregierung sei, den Impffortschritt im gesamten Bundesland voranzutreiben, müsste es speziell für den Landkreis Cloppenburg also "modifizierte Vorgaben" aus Hannover geben, erklärte Beumker. Soll heißen: Sofern sich auch der Landkreis Cloppenburg an dem "Impfwochenende" beteiligen soll, bedarf es einer Freigabe aus Hannover, dass man im Landkreis Cloppenburg zum Beispiel weitere Zielgruppe bei den über 60-Jährigen oder gar eine weitere Priorisierungsgruppe an dem Wochenende einladen darf. "Eine Anmeldung würde dann ganz regulär über die Hotline des Landes Niedersachsen oder online über das Impfportal Niedersachsen erfolgen", erklärt der Kreissprecher.

Sollte es keine "modifizierten Bedingungen" von Hannover geben, könne der Landkreis nicht an dem "Impfwochenende" teilnehmen, erklärte Beumker gegenüber OM online.  Er macht nochmal deutlich, dass es grundsätzlich an Impfstoff mangeln würde. "Wir haben keine Schwierigkeiten, den verfügbaren Impfstoff in der Woche vollständig zu verimpfen. Die Impfkapazitäten können in unserem Impfzentrum daher aktuell nicht ausgeschöpft werden", so Beumker. Wie Landrat Johann Wimberg bereits betonte, ist es im Landkreis Cloppenburg möglich, täglich bis zu 2000 Impfdosen zu verabreichen.

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