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Bienen züchten will gelernt sein: Imkervereine bieten Grundkurs an

Theorie und Praxis werden sich abwechseln. Mit bestandener Abschlussprüfung gibt es Fördermöglichkeiten beim Imker-Landesverband Niedersachsen.

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Freuen sich auf den Kurs (v.l.): Imker und Lehrgangsleiter Siegfried Arnold, Dr. Christiane Osterloh, Norbert Meyer und Alfons Rüwe. Foto: Heinzel

Freuen sich auf den Kurs (v.l.): Imker und Lehrgangsleiter Siegfried Arnold, Dr. Christiane Osterloh, Norbert Meyer und Alfons Rüwe. Foto: Heinzel

Bienen sind faszinierende Wesen: Beim Sammeln von Pollen und Nektar bestäuben sie eine Vielzahl von Pflanzen und helfen so bei der Erhaltung der Artenvielfalt von rund 800 Nutz- und Wildpflanzen. Das Sammelgebiet eines Bienenvolkes erstreckt sich über ein Fläche die so groß ist wie das Innenstadtgebiet von Köln - also etwa 50 Quadratkilometer. Für 500 Gramm Honig legen Arbeitsbienen eine Flugstrecke von rund 120.000 Kilometern zurück - was einer dreimaligen Erdumrundung entspricht, so der Deutsche Imkerbund (DIB). Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft meint: „Die Biene ist das kleinste Haustier der Welt und doch leistet sie Herausragendes!“

„Der Umgang mit einem Bienenvolk muss gelernt werden.“Siegfried Arnold, stellvertretender Vorsitzender Imkerverein Dinklage

Aktuell gebe es aber einen gefährlichen Trend, so Siegfried Arnold, der stellvertretende Vorsitzende des Imkervereins in Dinklage, nämlich sich über das Internet ein Bienenvolk zu organisieren, es sich auf den Balkon oder den Garten zu stellen und sich damit ohne Vorkenntnisse an die Haltung der Tiere zu machen. „Der Umgang mit einem Bienenvolk muss gelernt werden“, betont Arnold. Diese Möglichkeit bieten die Imkervereine Lohne und Dinklage nun mit einem gemeinsamen Imkergrundkurs, welcher am 5. Februar 2022 starten wird. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Die Kursgebühr beträgt 100 Euro. Eine Anmeldung ist noch bis zum 15. Januar 2022 über 0177/8648735 bei Alfons Rüwe möglich.

Rüwe züchtet seit bald 20 Jahren Bienen und wird zusammen mit Dr. Christiane Osterloh (Tierärztin und Imkerin), Siegfried Arnold, Norbert Meyer (Vorsitzender Imkerverein Lohne), Johannes Blömer (Vorsitzender Imkerverein Dinklage) und Daniel Petter den Kursteilnehmer den Unterrichtsstoff näher bringen.

Der Grundkurs für zukünftige Freizeitimker wird in Blockseminaren an zwölf Samstagen jeweils zwischen 14 und 17 Uhr stattfinden. Theorie und Praxis wechseln sich dabei ab. Auf dem Stundenplan stehen u.a. die Biologie der Biene, Bienenkrankheiten, eine Hygiene- und Honigschulung sowie praktische Arbeiten wie Volksentwicklung, imkerliche Eingriffe, Honigernte, Fütterung und vieles mehr. Letztlich richtet sich dieser Imker-Grundkurs nach den Vorgaben des Deutschen Imkerbundes. „Jeder der an dem Kurs teilnimmt, sollte auch an einem Bienenvolk arbeiten“, sagt Alfons Rüwe.

Bienen umrunden dreimal die Welt um 500 Gramm Honig zu produzieren. Foto: HeinzelBienen umrunden dreimal die Welt um 500 Gramm Honig zu produzieren. Foto: Heinzel

Das Ziel des Kurses ist es seine Teilnehmer in die Lage zu versetzen am Ende des Jahres eigenständig und ohne Hilfe ein Bienenvolk führen zu können, erläutert Siegfried Arnold. Das werde am Ende über eine Urkunde zertifiziert, sofern die Teilnehmer ihren Abschlusstest erfolgreich bestanden haben. Mit diesem Zertifikat ist es auch möglich sich um eine Förderung durch den Landesverband Niedersachsen zu bewerben.

„Wir wollen die Interessenten an die Hand nehmen.“Siegfried Arnold, stellvertretender Vorsitzender Imkerverein Dinklage

„Wir wollen die Interessenten an die Hand nehmen“, sagt Siegfried Arnold. Er selbst startete vor drei Jahren das Abenteuer Bienenzucht und betont wie wichtig für ihn ein entsprechender Imker-Grundkurs gewesen ist und wie entscheidend noch heute die Hilfestellung von erfahreneren Imkern sein kann. Bienenhaltung „ist sehr komplex und detailreich“, sagt Siegfried Arnold. Als Imker arbeite man in und mit der Natur, das bedeutet, dass jedes Jahr anders sei und anders Anforderungen stelle. Alfons Rüwe meint daher, dass die Praxis oft wichtiger sei, als die Theorie. Es sei ein durchaus zeitintensives Hobby, sagen Christiane Osterloh und Siegfried Arnold übereinstimmend, aber es lohne sich den Umgang mit Bienstock, Stockmeißel, Bienenbesen, Smoker und einer entsprechenden Schutzkleidung zu lernen. Bienen seien eben einfach faszinierende Wesen.

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