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#Bicycle – Die ewige Mär des Cloppenburger Radverkehrs

Kolumne: Irgendwas mit # – Sie glauben: Cloppenburg und Fahrradstadt, das passt? Da muss ich Sie leider enttäuschen. Wenig könnte einander fremder sein. Aber was nicht ist, kann noch werden?

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Cloppenburg und Fahrradstadt: Das passt so gut zusammen wie Nudeln mit Milch und Zucker. Für die einen eine Delikatesse. Für die anderen Vaterlandsverrat.

Gut, das scheint vielleicht etwas übertrieben. Aber im Endeffekt ist es so. Die Debatte ist von Schwarz-Weiß-Denken geprägt. Pro oder Contra. Mittelweg? Fehlanzeige. So ist sie, die moderne Verkehrswende. Der Bund macht's vor mit Volker Wissing (FDP), der sich als Vertreter der Benzin- und Dieselfahrer versteht. Gleichzeitig will das sonst so gegenüber Umbrüchen und Innovationen so standhafte Cloppenburg  Fahrradstadt sein. Wer ist unglaubwürdiger: Bund oder Kommune? Und wieder: Schwarz-Weiß-Denken.

Nehmen wir doch das gallische Dorf Cloppenburg unter die Lupe: Ist die Kreisstadt wirklich so sehr Fahrradstadt, wie sie es zu sein glaubt? Und wenn nicht, wird sie jemals auf dem Weg dahin sein können? Zahlreiche Berichte in der Münsterländischen Tageszeitung beweisen das Gegenteil. Trotz guten Zuredens und beschwichtigender Worte seitens der Polizei hat es nicht einmal die Kirchhofstraße geschafft, zu einer verkehrsberuhigteren und Autos ausbremsenden Zone zu werden. Warum? Weil – und ja, Cloppenburg ist eine Kreisstadt – die Verkehrswende auf dem Land nicht von heute auf morgen in den Köpfen der Leute steckt.

"Gleichzeitig ist es hanebüchen zu glauben, die große Mehrheit der Autofahrer im Oldenburger Münsterland würde von ihrem Privileg des Autofahrens ablassen."Max Meyer

Und seien wir mal ehrlich: Ich wünsche jeder und jedem Renter/in bis ins hohe Alter die Gesundheit, mit dem Fahrrad mobil zu sein. Aber den Mut, sich gegen drängelnde Autofahrer durchzusetzen und einfach sturr auf der Straße zu fahren, in der Gefahr, überholt zu werden und dabei die Kontrolle über das Rad zu verlieren, kann keiner verlangen. Nicht mal die Polizei.

Gleichzeitig ist es hanebüchen zu glauben, die große Mehrheit der Autofahrer im Oldenburger Münsterland würde von ihrem Privileg des Autofahrens ablassen. Vor allem nicht, weil’s jetzt chic und hip ist, sich auf ein E-Bike zu setzen. E-Auto? Ja, vielleicht. Aber Komfort muss sein. Und den hat man nun mal mehr im sicheren Auto, als auf zwei Rädern inmitten brummender Motoren.

"Bicycle, bicycle, I want to ride my bicycle" hat Freddie Mercury einst inbrünstig ins Mikrofon geträllert. Die Vision vom eigenen queen’schen "Bicycle Race" in der Kreisstadt ist nett und schön. Doch das Einzige, was diese "Fahrradstadt" vorerst mit dem Song gemein haben wird, ist das Klingeln von Radlern, die sich allerdings auf der einzigen Fahrradstraße in Cloppenburg weniger wohlfühlen, als sie sollten.


Zur Person:

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

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