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Banger Blick auf die 7-Tages-Inzidenz

40,4 - diesen Wert meldet Hannover für den Landkreis Cloppenburg. Die Grenze von 50 rückt näher. Doch warum gibt es unterschiedliche Inzidenzzahlen? Und: Droht ein Lockdown?

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Corona-Tests: Die neuesten Ergebnisse entscheiden darüber, wie sich die 7-Tages-Inzidenz im Landkreis Cloppenburg entwickelt. Symbolfoto: dpa

Corona-Tests: Die neuesten Ergebnisse entscheiden darüber, wie sich die 7-Tages-Inzidenz im Landkreis Cloppenburg entwickelt. Symbolfoto: dpa

Die Neuinfektionen im Landkreis Cloppenburg steigen täglich - und deutlich. Nachdem die Kreisverwaltung mit einer Allgemeinverfügung den Sport- und Trainingsbetrieb untersagt hat, werden am Mittwoch und auch in den kommenden Tagen Schüler und Sportler getestet. Die große Sorge: Wird der Landkreis Cloppenburg die Grenze bei der Inzidenzzahl überschreiten?

Dieses Wort ist derzeit in aller Munde. Die Inzidenzzahl wird verwendet, um das Infektionsgeschehen in einem Landkreis zu bewerten. Berücksichtigt werden die Neuinfektionen der letzten 7 Tage und dann auf 100.000 Einwohner umgerechnet. Übersteigt dieser Index den Wert von 50, dann ist der betroffene Landkreis Cloppenburg dazu verpflichtet, Maßnahmen zu ergreifen, um die Ausbreitung des Coronavirus lokal einzudämmen. Darauf haben sich Bund und Länder nach Beendigung des bundesweiten Lockdowns geeinigt.

Wie hoch ist die aktuelle 7-Tages-Inzidenz für den Landkreis Cloppenburg? Sie liegt mit Stand vom 16. September bei 40,4. Der Wert wird täglich vom Niedersächsischen Landesgesundheitsamt gemeldet - basierend auf den Daten des Cloppenburger Gesundheitsamtes, die nach Hannover übermittelt werden.

Sticht deutlich auf der Karte hervor: Für den Landkreis Cloppenburg wird aus Hannover eine 7-Tagesinzidenz von 40,4 ausgegeben.Sticht deutlich auf der Karte hervor: Für den Landkreis Cloppenburg wird aus Hannover eine 7-Tagesinzidenz von 40,4 ausgegeben.

Die Cloppenburger Kreisverwaltung veröffentlicht bislang keine eigene berechnete Inzidenzzahl - und wird dies auch weiterhin nicht tun. Begründung: "Das würde nur für Verwirrung sorgen", erklärte Kreissprecher Frank Beumker gegenüber OM online.

Warum gibt es unterschiedliche Inzidenzzahlen? Das hängt mit der Uhrzeit der Veröffentlichung und Berechnung durch unterschiedliche Institutionen zusammen. Das Landesgesundheitsamt veröffentlicht die 7-Tages-Inzidenz für die Landkreise und kreisfreien Städte mit einem Datensatz von 9 Uhr. Das Robert-Koch-Institut hingegen aktualisiert sein Dashboard um Mitternacht. Dort wird am Mittwochvormittag für den Landkreis Cloppenburg eine Inzidenz von 28,3 ausgegeben - basierend auf einen Datensatz mit vom 16. September um 0 Uhr.

Das Dashboard des Robert-Koch-Institutes. Das Dashboard des Robert-Koch-Institutes. 

Der Landkreis Cloppenburg meldet für gewöhnlich zum frühen Nachmittag seine Zahlen - die beim Landesgesundheitsamt erst in der Erhebung des Datensatzes des Folgetages berücksichtigt werden können. Würde der Landkreis nun wenige Stunden nach dem Landesgesundheitsamt eine eigene 7-Tages-Inzidenz veröffentlichen, gäbe es an ein und demselben Tag unterschiedliche Werte und die berechtigte Frage wäre: Was zählt denn nun?

Meldung aus Hannover "ist entscheidend"

"Die Inzidenzzahl in Hannover ist entscheidend", erklärte Beumker am Mittwoch. Sollte dieser Wert die 50er-Grenze überschreiten, "dann werden auch die notwendigen Maßnahmen ergriffen", die vom Land Niedersachsen vorgegeben sind. Sprich: Ab dann könnte die Kreisverwaltung zum Beispiel einen Lockdown veranlassen. 

Kommt der Lockdown? Nein. Das hat die Kreisverwaltung am Mittwochnachmittag ausdrücklich betont. Derzeit gebe es keine Pläne, einen Lockdown zu verhängen - weder kreisweit, noch kommunal begrenzt in Löningen.

Kreisweiten Lockdown würde es ohnehin nicht geben

Selbst wenn sich die Kreisbehörde an einem gewissen Punkt für einen Lockdown als Schutzmaßnahme entscheiden würde - für den gesamten Landkreis würde er dann nicht gelten . Eine entsprechende Andeutung machte bereits Landrat Johann Wimberg im Rahmen einer Pressekonferenz am Montag.

Ein kreisweiter Lockdown wie in Gütersloh Ende Juni ist gerichtlich gestoppt worden. Auch dort gab es innerhalb der Kreisgrenzen stark abweichende Zahlen bei den Infektionen. Deshalb sei ein kreisweiter Lockdown nicht verhältnismäßig, urteilte das Oberwaltungsgericht Münster. Daraufhin wurde beschlossen, das öffentliche Leben im Falle eines größeren Ausbruchs lokal einzuschränken.


Hier geht es zur aktuellen Karte und Berechnung der 7-Tagesinzidenz des Landesgesundheitsamtes. 

Hier geht es zum Covid-19-Dashboard des Robert-Koch-Institutes.

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