10 Jahre danach: Lohne blickt auf die Flüchtlingskrise zurück
Der Runde Tisch und die Stadt sind stolz auf die Entwicklung seit 2015. Das Thema greift auch eine Veranstaltung im Industriemuseum auf.
Redaktion | 06.04.2026
Der Runde Tisch und die Stadt sind stolz auf die Entwicklung seit 2015. Das Thema greift auch eine Veranstaltung im Industriemuseum auf.
Redaktion | 06.04.2026

Der Leiter des Amtes für Familie und Soziales, Sebastian Wolke (von links), die Leiterin der Abteilung Integration, Lena Engelmann sowie Kerstin Sommer und Ursula große Holthaus vom Runden Tisch für Integration und Völkerverständigung. Foto: Tombrägel/ Stadt Lohne
Flucht und Migration sind auch heute ein aktuelles Thema. 10 Jahre nach der großen Fluchtbewegung von 2015/2016 blickt Lohne auf die damaligen Erfahrungen zurück. Anlass ist der Mitteilung der Stadt zu Folge eine öffentliche Veranstaltung am 19. April (Sonntag) im Industriemuseum Lohne. Als 2015 und 2016 zahlreiche Geflüchtete nach Deutschland kamen, stand auch Lohne vor einer großen Herausforderung, so die Mitteilung. Innerhalb kurzer Zeit erreichten rund 800 bis 900 Menschen die Stadt. Die Situation erforderte schnelles Handeln – sowohl in der Verwaltung als auch im ehrenamtlichen Bereich. Die Stadt Lohne sorgte in dieser Phase vor allem für die notwendige Infrastruktur, heißt es in der Mitteilung. Um kurzfristig Unterbringungsmöglichkeiten zu schaffen, wurden zunächst provisorische Lösungen genutzt, etwa leerstehende Gebäude oder Containeranlagen. Parallel dazu entstanden in kurzer Zeit weitere Unterkünfte im Stadtgebiet. In den folgenden Jahren wurden zusätzliche Wohnhäuser errichtet, um langfristige Lösungen zu schaffen. Einige dieser Gebäude werden bis heute genutzt. „In kurzer Zeit mussten viele organisatorische und infrastrukturelle Fragen geklärt werden – von der Unterbringung über die Anmeldung bis hin zu Schul- und Kitaplätzen“, sagt Lena Engelmann, Leiterin der Abteilung Integration der Stadt Lohne. Aus den Erfahrungen dieser Zeit seien in der Verwaltung neue Strukturen entstanden, heißt es in der Mitteilung. Seit 2018 bündelt die Abteilung Integration im Amt für Familie und Soziales verschiedene Angebote und Projekte rund um Migration und Integration. Neben den organisatorischen Aufgaben der Stadt spielte das ehrenamtliche Engagement vieler Bürgerinnen und Bürger eine wichtige Rolle beim Ankommen der Geflüchteten, teilt die Stadt weiter mit. Eine zentrale Plattform dafür war und ist der Runde Tisch für Integration und Völkerverständigung. Nach Angaben des Vereins engagierten sich damals rund 25 Ehrenamtliche in der Unterstützung Geflüchteter. Aus dieser Unterstützung entstanden im Laufe der Zeit verschiedene Projekte und Initiativen. Dazu gehören das Hauspatenprojekt, Sportangebote wie FC Unlimited, das Sprachcamp der Vielfalt für Grundschulkinder sowie weitere Begegnungsformate wie Frauentreffen oder kulturelle Veranstaltungen. Viele Kontakte aus der damaligen Zeit bestünden bis heute fort. Wie viele der damals angekommenen Geflüchteten heute noch in Lohne leben, lasse sich nach Angaben der Stadt nicht genau beziffern. Nach aktuellen Daten aus dem Bürgerbüro leben derzeit 1131 Personen aus typischen Fluchtländern – darunter Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Libanon, Libyen und Syrien – in der Stadt. 10 Jahre nach den Ereignissen zeige sich laut Mitteilung, dass sich viele Strukturen aus dieser Zeit verstetigt haben. Auch aus Sicht des Runden Tisches sei in Lohne ein neues Miteinander entstanden. „Wir sind zu einem neuen ,Wir’ zusammengewachsen, weil wir uns kennengelernt und schätzen gelernt haben“, heißt es aus dem Verein. Der Rückblick auf die vergangenen Jahre steht auch im Mittelpunkt einer Veranstaltung des Runden Tisches am 19. April (Sonntag) um 15 Uhr im Industriemuseum Lohne. Unter dem Titel „10 Years After“ wird mit Bildern, Musik und Gesprächen auf die Entwicklungen seit 2015 zurückgeschaut. In der Verwaltung sind neue Strukturen entstanden
„Viele Menschen, die damals nach Lohne kamen, standen zunächst vor ganz praktischen Fragen des Alltags“, sagt Kerstin Sommer vom Runden Tisch. Ehrenamtliche hätten unter anderem bei Behördengängen begleitet, beim Übersetzen geholfen oder erste Kontakte vermittelt.Viele Kontakte bestehen bis heute
Danke, OM für 10.000 Digital-Abos! Lesen Sie jetzt OM-Plus ein Jahr lang für nur 8,99€ / Monat und sparen Sie so bis zu 40%. Hier geht es zum Angebot.