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Cloppenburger Museumsdirektorin: Brand ist ein schwerer Schnitt

Der Brand in einem Depot des Museumsdorfes Cloppenburg zwingt zum Umdenken. Jetzt muss das Konzept neu ausgearbeitet werden, erklärt Museumsdirektorin Julia Schulte to Bühne im Interview.

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Julia Schulte to Bühne steht am Tresen der erst kürzlich eröffneten Landdiskothek "Zum Sonnenstein". Der Brand in einer als Lager genutzten Halle ist ein schwerer Schnitt. Foto: dpa/Schuld

Julia Schulte to Bühne steht am Tresen der erst kürzlich eröffneten Landdiskothek "Zum Sonnenstein". Der Brand in einer als Lager genutzten Halle ist ein schwerer Schnitt. Foto: dpa/Schuld

Nach einem Brand in einem Depot muss das Museumsdorf Cloppenburg seine Pläne für ein Nachkriegsdorf um eine Dorfdiskothek herum überdenken. Nach langer Vorbereitung war am vergangenen Wochenende die frühere Landdiskothek "Zum Sonnenstein" im Museumsdorf eröffnet worden. Geplant war, um die Diskothek herum eine Siedlung aus der Nachkriegszeit aufzubauen, um auch die Freizeitkultur der damaligen Zeit zeigen zu können. Durch den Brand am Dienstag verlor das Museumsdorf einen Großteil seiner ausgelagerten Nachkriegssammlung. Was das für die Museumsarbeit bedeutet, erklärte Museumsdirektorin Julia Schulte to Bühne im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur.

Frau Schulte to Bühne, haben Sie einen Überblick, was alles zerstört wurde?
Es ist zum einen die Oldtimer-Sammlung, die wir erst im vergangenen Jahr bekommen haben, eine Trecker-Oldtimersammlung mit einem Lkw und 7 Traktoren. Dann hatten wir einen Bootskiosk aus Oldenburg, der dort zu dem Schlosspark gehörte, der ist auch verbrannt. Zerstört wurde auch ein Förster-Fertighaus, das ist ein spezielles Aluminium-Fertighaus aus der direkten Nachkriegszeit aus Cloppenburg. Einige Ladeneinrichtungen, die wir dort gelagert haben, sind auch zerstört. Wir haben noch andere Depots, wo Kleinobjekte, also Alltagsgegenstände gelagert sind.

Welche Folgen hat das denn für das Museumsdorf?
Die Großobjekte hatten wir zur weiteren Planung der neuen Baugruppe. Das ist für uns ein schwerer Schnitt, weil wir in der Nachkriegszeit nach der Diskoeröffnung die nächsten Schritte machen wollten und hatten damit ein paar Möglichkeiten, die sind jetzt tatsächlich weg.

Foto: Museumsdorf CloppenburgSchulte to  BühneFoto: Museumsdorf Cloppenburg/Schulte to Bühne

War ein Nachkriegsdorf geplant?
Genau, zu einem Dorf gehört eine Siedlung aus der Nachkriegszeit. Wir wollten eine Siedlung aufbauen mit unterschiedlichen Gebäuden. Das war noch gar nicht alles festgelegt. Es ist unser Konzept, das sukzessive weiterzuentwickeln, mit Tankstelle, Siedlungshaus, Fertighaus, in der Nachkriegszeit ganz wichtig, oder der Bootskiosk für den Bereich der Freizeitaktivitäten. Wir müssen uns nun erst einmal neu mit dem Konzept auseinandersetzen und neu ausarbeiten.

Ist es denn denkbar, dass Sie noch einmal gleichwertige Exponate bekommen?
Gerade der Oldenburger Bootskiosk ist ein Einzelstück gewesen. Was in der Nachkriegszeit errichtet worden ist, was gerade für den Bereich Freizeitkultur eine Rolle spielt, ist oft schon beseitigt, ergänzt oder erweitert worden und ist natürlich weg. Gerade den Bootskiosk in seiner typischen Art neu zu finden, wird sehr schwierig, glaube ich. Da muss man kreativ sein, dass man andere Objekte wie einen Minigolf-Platz oder andere Dinge, die wichtig für die Freizeit waren in der Nachkriegszeit, aufbaut. Da überlegen wir noch.

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