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Wegen Schweinepest: Fleischverarbeiter fordern Eingreifen

Tausende Tiere müssen im Emsland dringend geschlachtet – dürfen es aber nicht, weil immer noch Schutzmaßnahmen nach einem Schweinepest-Fall im Juli greifen. Neue Fälle gab es indes nicht.

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Symbolfoto: dpa

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Wurstproduzenten haben an den Staat appelliert, sich um Zehntausende schlachtreife Tiere in der Schweinepest-Sperrzone in Niedersachsen zu kümmern. Es gehe darum, eine «Tierschutzkatastrophe» zu verhindern, sagte die Präsidentin des Bundesverbandes der Wurst- und Schinkenproduzenten, Sarah Dhem, der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Bundesagrarminister Cem Özdemir (Grüne) müsse sich der Sache annehmen. "Der Staat muss die Schweine übernehmen und die Schlachtung organisieren", sagte Dhem. Das Fleisch könnte dann eingelagert und die Verarbeitung per Ausschreibung angestoßen werden.

Sie greift damit einen Vorschlag auf, den zuvor auch schon der Verband der Fleischwirtschaft gemacht hatte, also die Dachorganisation der großen Schlachtunternehmen. Dhem widersprach dem Vorwurf, die Wurstproduzenten weigerten sich, das Fleisch der Tiere aus der Sperrzone zu verarbeiten. "Im Kern muss das Fleisch auf 80 Grad erhitzt werden. Das können wir in unserem Betrieb beispielsweise gar nicht und viele andere auch nicht", sagte die Verbandspräsidentin.

Anfang Juli war in einem Betrieb in Emsbüren im Emsland die Afrikanische Schweinepest (ASP) festgestellt worden. Rings um den Hof wurde eine Schutz- und Überwachungszone eingerichtet, von der 300 Betriebe mit mehr als 190.000 Tieren betroffen sind, obwohl es bislang keinen weiteren Ausbruch der Tierseuche gegeben hat. Tausende Tiere müssen dringend geschlachtet werden, sonst wird es in den Ställen zu eng. Auch die Landwirte warnten bereits vor massiven Tierschutzproblemen.

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