Transformation ist nur gemeinsam zu schaffen
Auf dem 1. „OM-Forum Wirtschaft“ stellen sich der Region drängende Zukunftsfragen.
Ulrich Suffner | 08.03.2025
Auf dem 1. „OM-Forum Wirtschaft“ stellen sich der Region drängende Zukunftsfragen.
Ulrich Suffner | 08.03.2025

Noch ist die Wirtschaft im Oldenburger Münsterland stark, aber bleibt das so? Die Welt verändert sich – von Technologien über Klimawandel und Demografie bis zum Konsumverhalten. Da stellen sich Führungskräften drängende Fragen. Von ihren Antworten hängt unser Wohlstand ab. Wie maßgebliche Branchen der Region der digitalen Disruption begegnen, zeigte eindrucksvoll das 1. OM-Forum Wirtschaft im OM-Medienhaus. Die erste gute Nachricht: Viele heimische Firmen erfinden sich gerade neu, digitalisieren und investieren in umweltschonende Kreislaufwirtschaft und Energieeffizienz. Sie entwickeln neue Produkte und erarbeiten sich die Absatzmärkte der Zukunft. Die zweite gute Nachricht: Wichtige Unternehmerfamilien sind weiter bereit, auch gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. Sie werden eben nicht nur von Unternehmergeist getrieben, sondern weiterhin auch von Gemeinsinn. Das wird wichtig, wenn sich schon bald in vielen Wirtschaftsbereichen die Frage stellt: Mensch oder Roboter? Mit Blick auf den anhaltenden Fachkräftemangel sollte in Südoldenburg die richtige Antwort lauten: Mensch und Roboter. „Führungskräfte sind gut beraten, sich strategisch mit der Zukunft auseinanderzusetzen. Innovationskraft hat eben viel mit Vorstellungskraft zu tun.“ Ganz sicher werden im Zuge der Entwicklungen auf dem Gebiet künstlicher Intelligenz auch in hiesigen Werkhallen viele neue Tätigkeiten mit neuen Anforderungen entstehen. Das wird erhebliche Anstrengungen in der Um- und Weiterqualifizierung von Beschäftigten erfordern. Wie sehr die Denkweise über den Erfolg von Transformation entscheidet, das verdeutlichte im Ecopark Zukunftsforscher Sven Göth aus Hannover. Er hat recht: Führungskräfte sind gut beraten, sich strategisch mit der Zukunft auseinanderzusetzen. Innovationskraft hat eben viel mit Vorstellungskraft zu tun. Allerdings auch mit Teamgeist. Noch einmal sei der Business Futurist zitiert: „Sie schaffen das 21. Jahrhundert nicht allein.“ Ein Satz, den sich auch Kommunalpolitiker in den beiden Landkreisen Vechta und Cloppenburg hinter die Ohren schreiben sollten. Kooperation muss im Oldenburger Münsterland zukünftig weit mehr sein als Regionalmarketing. Marschiert man gemeinsam, bietet gerade der Energiebereich im Nordwesten große Chancen. Schon heute wird enorm viel Energie aus erneuerbaren Quellen erzeugt – ein Exportgut für die Versorgung ganz Deutschlands. Diese Energie muss aber auch vor Ort unbürokratisch genutzt werden können, um unabhängiger von weltweiten Krisen zu werden. Außerdem wird der Widerstand gegen Windmühlen und Stromtrassen erst enden, wenn Betroffene auch angemessen profitieren. Das Fazit des Abends: Das Oldenburger Münsterland muss weiter mächtig Tempo machen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Auf Arbeitsmigranten kann die Wirtschaftsregion dabei so wenig verzichten wie auf eine anständige Verkehrsanbindung – insbesondere den schnellstmöglichen Ausbau der E233. Das größte Hindernis für zupackendes Unternehmertum bleibt derweil die ausufernde Bürokratie – von der kommunalen Ebene bis nach Brüssel. Auch Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies versprach auf dem Forum wieder einmal Besserung. Nur, wer glaubt Politikern bei diesem Thema noch? Nach jahrzehntelangen Ankündigungen müssen endlich Taten folgen.Auch vor Ort muss Energie genutzt werden können
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