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Tarifstreik bei der Bahn: Sisyphosarbeit

Thema: Tarifstreit bei der Deutschen Bahn – Es bedarf Verständnis für die Anliegen der Gewerkschafter.

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Das Positive zuerst: Die Deutsche Bahn und die Eisenbahnergewerkschaft haben laut eigenen Angaben bisher konstruktiv miteinander verhandelt. Die Bahngewerkschaften sind ein Teil der Gewerkschaften, die noch Zähne zeigen und sich nicht zu schade sind, in Streiks zu treten – auch wenn das heißt, dass die Bevölkerung Tage oder sogar Wochen auf Zugfahrten verzichten muss.

Dementsprechend ist die Sympathie mit den Bahnarbeitern bei vielen Bahnreisenden und -pendlern nicht besonders hoch. Vor Jahren hatte sich der Youtuber „Juliens-Blog“ sogar dazu hinreißen lassen, die Forderung aufzustellen, die Mitglieder der Bahngewerkschaft GDL „vergasen zu lassen“. Die Aussage sei laut „Juliens-Blog“ nur schwarzer Humor – natürlich. Und das nur, weil die GDL sich aus seiner Sicht dazu erdreistet hat, ihn davon abzuhalten, mit dem Zug zu reisen. Das ist aber eine Konsequenz des Arbeitskampfes. Und man kann den Gewerkschaften in Deutschland, die sich noch für ihre Mitglieder einsetzen, nur applaudieren.

"Die jetzigen Gespräche scheinen eine Sisyphosarbeit zu sein."

Sören Kemnade

Am Freitagabend war nun immer noch nicht klar, ob und wie sich die Bahn und EVG einigen könnten. Bisher hatte die Gewerkschaft zweimal schon während der laufenden Tarifrunde den Bahnverkehr in Deutschland teilweise lahmgelegt.

Die jetzigen Gespräche scheinen eine Sisyphosarbeit zu sein. Das muss nichts Schlechtes sein, kann aber an den Nerven zerren, wenn es wieder zu einem Streik kommen sollte. Wichtig ist, dass sich Hass der Bürger nicht gegen Gewerkschafter richtet, wenn es zum Streik kommt. Es geht ja bei einem Streik genau darum, aufzuzeigen, wie wichtig man für die Gesellschaft ist. Das hatten zuletzt die Apotheker bewiesen.

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