Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Studie: 15 Millionen Tonnen mehr CO₂ mit AKW-Abschaltung

Am Samstag sollen die letzten drei deutschen Atomkraftwerke abgeschaltet werden. Wäre die Atomenergie eine gute Option für die Klimarettung? Umweltministerin Lemke bezweifelt das.

Artikel teilen:
Das Kernkraftwerks Isar 2 in Bayern - laut Atomgesetz soll die endgültige Abschaltung am 15. April erfolgen. Foto: dpa/Weigel

Das Kernkraftwerks Isar 2 in Bayern - laut Atomgesetz soll die endgültige Abschaltung am 15. April erfolgen. Foto: dpa/Weigel

Mit der geplanten Abschaltung der drei verbliebenen deutschen Atomkraftwerke am kommenden Samstag wird das Weltklima einer Studie zufolge mit 15 Millionen Tonnen zusätzlich ausgestoßenem Treibhausgas CO₂ pro Jahr belastet.

"Es ist mit hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass der Wegfall der Kernenergie kurzfristig durch stärkere Kohleverstromung und mehr Strom aus Gaskraftwerken kompensiert wird. Dies geht zulasten der CO₂-Bilanz des deutschen Stromsektors und damit zu Lasten der deutschen Klimaschutzverpflichtungen", sagte Studien-Autor und Physiker der Universität Stuttgart, André Thess, der "Bild"-Zeitung, der die Studie vorlag.

Lemke: Atomkraft keine gute Option für die Klimarettung

Nach Ansicht von Umweltministerin Steffi Lemke ist Atomkraft jedoch keine gute Option für die Klimarettung. "Atomkraft ist weder CO₂-frei noch ist sie die CO₂-ärmste Art der Energieerzeugung. Denn gerade die energieintensive Brennstofferzeugung ist klimaschädlich", sagte die Grünen-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Zudem sei sie wegen des enormen Kühlwasserbedarfs nicht robust gegen die Klimakrise.

Auch die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hinterfragt die Nachhaltigkeit mit Blick auf immer häufigere Hitzeperioden aufgrund des Klimawandels. "In Zeiten knappen Wassers muss man eben auch mit dem Wasser haushalten und Atomkraftwerke sind sehr große Wasserverbraucher", sagte der Bundesgeschäftsführer Sascha Müller-Kraenner der dpa. Das widerlege auch das Argument, dass der Strom aus Atomkraftwerken verlässlich und immer zur Verfügung stehe. "Das tut er eben nicht."

Am Samstag sollen die drei verbliebenen Kernkraftwerke in Deutschland endgültig vom Netz gehen. Eigentlich sollte dies schon Ende vergangenen Jahres passieren. Wegen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine und der dadurch ausgelösten Energiekrise entschied die Ampel-Koalition im vergangenen Jahr jedoch, die drei Meiler über den Winter weiterlaufen zu lassen.

Unser neuer Podcast: "OM-Kompakt. Der Tag." Der tägliche Nachrichtenüberblick aus dem Oldenburger Münsterland. Klar, verständlich und auf den Punkt beleuchten wir, was unsere Region heute bewegt hat. Jetzt hier anhören!

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Studie: 15 Millionen Tonnen mehr CO₂ mit AKW-Abschaltung - OM online