Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Schneiderkruger Genossenschaft mit 350 Millionen Euro Umsatz

Die "GS agri eG" verzeichnet laut Angaben ihrer Geschäftsführer 2019 ein gutes Betriebsergebnis. Die Mitglieder erhalten eine Warenrückvergütung von 1,2 Prozent.

Artikel teilen:
Die Genossenschaft Schneiderkrug ist an 23 Standorten vertreten. Grafik: Genossenschaft

Die Genossenschaft Schneiderkrug ist an 23 Standorten vertreten. Grafik: Genossenschaft

Auch die Genossenschaft Schneiderkrug "GS agri eG" hat wegen der andauernden Coronavirus-Pandemie die diesjährige Generalversammlung der Mitglieder abgesagt. Als systemrelevantes Unternehmen sei man jedoch olide durch die "herausfordernde Zeit" gekommen, betonen in ihrem in Papierform vorgelegten Geschäftsbericht die beiden Geschäftsführer Cord Schiplage und Engelbert Klövekorn. Der Umsatz lag bei 350 Millionen Euro. "Die GS agri konnte das Jahr 2019 mit einem guten Ergebnis abschließen", resümiert Schiplage.

Die Genossenschaft mit Sitz in Schneiderkrug verzeichnet eine Bilanzsumme von 96,45 Millionen Euro. Auf der Eigenkapitalseite summieren sich allein das Geschäftsguthaben und die Rücklagen auf rund 65,3 Millionen Euro. Neben dem Materialaufwand, der bei rund 313 Millionen Euro liegt, ist der zweitgrößte Aufwandsposten der für das Personal mit etwa 17,3 Millionen Euro. Derzeit beschäftigt man rund 440 Mitarbeiter. GS agri bilanziert im vergangenen Jahr einen geringeren Mengenumschlag im Bereich der Rohware und bei Düngemitteln, so Schiplage weiter.

"Der Rohertrag konnte aber deutlich gesteigert werden und die Kostensteigerungen überkompensieren. Dadurch wurde ein um 600.000 Euro besseres Betriebsergebnis erwirtschaftet." Den Jahresüberschuss gibt Schiplage mit rund 1,4 Millionen Euro an, er liegt damit leicht über dem Vorjahr. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen den Mitgliedern deshalb eine Warenrückvergütung in Höhe von 1,2 Prozent auf den Bezugsumsatz vor.

Die Genossenschaft hat 2.921 Mitglieder

Gegenwärtig sind nach eigenen Angaben 2.921 Mitglieder der Genossenschaft angeschlossen. Zu 40.000 Kunden pflegt man regelmäßige Geschäftsbeziehungen.

Das Jahr 2019 zeigte sich ab der Jahresmitte insbesondere für die Schweinehalter von seiner freundlichen Seite heißt es im Bericht. Die Ernte fiel allerdings trockenheitsbedingt unterdurchschnittlich aus. Insbesondere Futterbaubetriebe hatten zu kämpfen. Im laufenden Jahr wurde der Aufschwung für die Schweinehalter durch die Corona-Krise und insbesondere durch den Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest gestoppt. Insbesondere wegen des Wegfalls der Exportmärkte kam es zu dramatischen Erzeugerpreisrückgängen.

Die GS agri-Geschäftsführer Cord Schiplage (links) und Engelbert Klövekorn. Foto: GenossenschaftDie GS agri-Geschäftsführer Cord Schiplage (links) und Engelbert Klövekorn. Foto: Genossenschaft

Mit dem Jahr 2020 ist man bislang zufrieden, so Schiplage. Der Mengenumschlag insbesondere im Futtermittelbereich konnte gesteigert werden und auch alle anderen Bereiche seien "in Bezug auf Umsatz und Ertrag auf Kurs". Außerordentlich positiv verläuft nach Ansicht der beiden Vorstände die Entwicklung des Biosegments. Im Bereich Agrar (Saatgut, Düngemittel, Pflanzenschutz) befinde man sich "in einem schwierigen Umfeld", so Schiplage. Er erwartet "strukturelle Anpassungen".

2020 ist geprägt von Investitionen. Am 1. Januar wurde das Viehgeschäft neu strukturiert. Die GS Regio-Schwein GmbH soll unter anderem "hochwertige Ferkel an unsere Kunden liefern", erklärt Schiplage. Im Frühjahr wurde der Standort Melchiorshausen fertig. Dort entstanden sechs Rundsilos mit je 4.100 Kubikmeter Lagervolumen. In den 30 Meter hohen Silos können 18.000 Tonnen Getreide lagern.

In Friesoythe wird ein völlig neuer Standort gebaut

In Friesoythe entstehen aktuell ein Lager für Dünge- und Pflanzenschutzmittel, Lagerboxen und -hallen sowie Lkw-Waage. Angegliedert sind Tankstelle mit Shop und Waschanlage für Autos und Lkw, ein Haus- und Gartenmarkt und Büroräume. Der Standort Altenoythe wird im Frühjahr 2021 geschlossen.

Zum 1. September 2020 wurden die Baustoffstandorte Sögel, Esterwegen und Rhede (Ems) von der Agravis Baustoffhandel GmbH übernommen. Die Übernahme stärke das gesamte wirtschaftliche Fundament der GS agri, so Schiplage.

Aus Umweltgründen wird der Bahnanschluss am Standort Garrel wieder in Betrieb genommen. Im Frühjahr 2021 soll der Bau starten.

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Schneiderkruger Genossenschaft mit 350 Millionen Euro Umsatz - OM online