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Kuntstoffverarbeiter Thees investiert über 15 Millionen Euro

Am Dinklager Ring in Dinklage entsteht ein hochmodernes Werk, in dem Plastikabfälle recycelt werden. Die Verarbeitungskapazität soll bis 2026 auf 60.000 Tonnen erhöht werden.

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Es wird ein hochmoderner Standort: Thees Kunststoffverarbeitung errichtet in Dinklage am Dinklager Ring seinen Neubau. Foto: Thees

Es wird ein hochmoderner Standort: Thees Kunststoffverarbeitung errichtet in Dinklage am Dinklager Ring seinen Neubau. Foto: Thees

Ein Stahlträger nach dem anderen wird derzeit für die Hallenskelette auf der Baustelle am Dinklager Ring aufgestellt. Zug um Zug wird damit sichtbar, dass Thees Kunststoffverarbeitung aus Dinklage seinen Neubau vorantreibt. Auf einer Gesamtfläche von 40.000 Quadratmetern errichtet das Unternehmen eine Produktionshalle, eine Lagerhalle für Fertigware sowie ein Verwaltungsgebäude. In der Nähe der A 1 werden über 15 Millionen Euro investiert. Ab Juli soll hier die Produktion sukzessive aufgenommen worden. Erste Linien sind bereits bestellt.

Thees setzt inmitten des "Kunststoffclusters Oldenburger Münsterland" mit dem neuen Werk Akzente in puncto Nachhaltigkeit, berichtet Geschäftsführer Ansgar Thees-Ovelgönne. Mit dem neuen Werk wächst auch die Zahl der Arbeitsplätze bei Thees. "Im ersten Schritt werden es rund 30 neue Arbeitsplätze sein, mittelfristig sind mehr als 60 geplant", erläutert er. Aktuell sind 70 Mitarbeiter beschäftigt. 

2021 wurden durch die Arbeit von Thees über 60.000 Tonnen CO₂ eingespart

Die Wiederverwertung mithilfe des Einsatzes innovativer Technologien spiele mit Blick auf die Ressourcenschonung eine immer wichtigere Rolle, betont Prof. Dr. Carsten Bye vom Zentrum für Werkstoffe und Technik (ZWT) am Standort Diepholz der Privaten Fachhochschule für Wirtschaft und Technik Vechta/Diepholz. Das Bauvorhaben in Dinklage, das wegen der Wahl des Bauplatzes in direkter Nähe des Burgwaldes nicht unumstritten ist, habe Modellcharakter in puncto Nachhaltigkeit. Der Wiedereinsatz recycelter Kunststoffe anstelle der Produktion von Neuware habe mit Blick auf Umwelt- und Klimaschutz herausragende Bedeutung.

Kunststoffverwerter Thees hat durch seine Arbeit im vergangenen Jahr dazu beigetragen, 62.423 Tonnen Kohlendioxid einzusparen. Diesen Wert hat die Hochschule Magdeburg im Rahmen eines Ökomonitorings ermittelt. Mit dem neuen Werk wird die doppelte Menge erreicht, heißt es vonseiten der Geschäftsführung. Möglich wird das durch zwei neuartige Aufbereitungslinien für Kunststoffe aus Haushalts- oder gewerblichen Abfällen. Weitere Anlagen für die Aufarbeitung von schwer recycelbaren Industrieabfall-Kunststoffen befinden sich in der Testphase. Dabei wird unter anderem mit Hochschulen zusammengearbeitet.  

Die Kooperation mit zahlreichen Wirtschaftsbereichen, darunter die Automobil- oder die Getränkeindustrie, wird weiter ausgebaut. Die Schwesterfirma Thees Mobile ist dafür wichtig, sammelt diese doch international über eigene Recyclinganlagen direkt vor Ort Kunststoffabfall ein.  

Will weitere Arbeitsplätze schaffen: Ansgar Thees-Ovelgönne. Foto: KühnWill weitere Arbeitsplätze schaffen: Ansgar Thees-Ovelgönne. Foto: Kühn

Auf die Kritik am Standort geht das Unternehmen mit einer gesamtheitlichen Nachhaltigkeitsstrategie ein, erklärt Thees-Ovelgönne. Auf den Dächern werde eine Solaranlage mit einer Nennleistung von fast einem Megawatt installiert. Auf dem Firmengelände bleibt ein Wald mit 6.000 Quadratmeter Fläche jetzt doch stehen. In einem weiteren Bereich entstehe auf einem halben Hektar Fläche ein Biotop mit Regenrückhaltebereich.  

Thees ist seit 1976 in der Aufarbeitung von Kunststoffabfällen tätig. Bis zum Jahr 2026 soll die aktuell stationär verarbeitete Jahrestonnage von mehr als 30.000 Tonnen auf 60.000 Tonnen verdoppelt werden. Hinzu kommen die mobil produzierten Mengen von Thees Mobile. Neben der Aufbereitung von Standardpolyolefinen wie PE (Polyethylen) und PP (Polypropylen) richten sich die Aktivitäten bei Thees zunehmend auf schwer recycelbare Stoffströme.

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