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Der Bioboom sichert der Schneiderkruger GS die Gewinne

Das Kerngeschäft wackelt: Die regional größte Genossenschaft verzeichnet einen auf  540.000 Tonnen sinkenden Absatz herkömmlichen Mischfutters. Das schlägt auf das operative Ergebnis durch.

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Präsentierten die Zahlen des GS-Geschäftsjahres 2021: (von links) Cord Schiplage, Thomas Gardewin (Aufsichtsratsvorsitzender), Engelbert Klövekorn, Friedhelm Sander, Hubertus Meyer (Vorstandsvorsitzender), Jana Scholz (Marketing). Foto: Kühn

Präsentierten die Zahlen des GS-Geschäftsjahres 2021: (von links) Cord Schiplage, Thomas Gardewin (Aufsichtsratsvorsitzender), Engelbert Klövekorn, Friedhelm Sander, Hubertus Meyer (Vorstandsvorsitzender), Jana Scholz (Marketing). Foto: Kühn

In mittlerweile 4 Landkreisen ist "GS Die Genossenschaft" präsent. Nach 2 Jahren in digitaler Pandemieform, fand die Generalversammlung am 17. Juni (Freitag) wieder in Präsenz am Stammsitz in Schneiderkrug statt. Die GS habe "trotz der Widrigkeiten ein solides Jahr hinter sich", man investiere viel Energie und Geld in Zukunftsprojekte, um das Unternehmen "nachhaltig zukunftsfähig aufzustellen", meinte Vorstand Cord Schiplage. Der Umsatz stieg im Jahr 2021 auf rund 395 Millionen Euro (2020: 350 Millionen Euro). Der Bilanzgewinn betrug circa 2,5 Millionen Euro. Davon werden 1, 1 Millionen Euro an die Mitglieder gezahlt. Sie erhalten eine Rückvergütung von 0,5 Prozent.

"Das operative Ergebnis stellt uns nicht zufrieden", sagte Schiplage. Der dennoch "respektable Gewinn" stamme aus den erfolgreichen Beteiligungen der Genossenschaft. Gewinntreiber ist "Biofino". An den boomenden Aktivitäten der Biogeflügelmarke ist GS auf fast allen Ebenen der Wertschöpfungskette, von der Mast bis zur Schlachtung beteiligt. Dass GS Gewinn ausweise, liege vor allem daran, dass man "super breit" aufgestellt sei, erklärte Schiplage.

Die Bilanzsumme steigt auf 131 Millionen Euro

Im Pressegespräch blickten die geschäftsführenden Vorstände Schiplage, Friedhelm Sander und Finanzchef Engelbert Klövekorn gemeinsam auf 2021 zurück. Schiplage sprach von einem "herausfordernden" Jahr. Das Tagesgeschäft sei stark von der anhaltenden Pandemie, haussierenden Rohwarenmärkten und erhöhten Energiepreisen getrieben worden. Die Bilanzsumme wuchs um 30 Millionen Euro auf rund 131 Millionen Euro. Klövekorn sieht als Grund die Preissteigerungen in allen Geschäftsbereichen, die höhere Neubewertung der eigenen Vorräte sowie den Erwerb dreier Baustoffhandel-Standorte im Emsland.

GS hat etwa 450 Mitarbeiter an 27 Standorten. Für die 2950 Mitglieder und 40.000 Kunden ist die Genossenschaft Rundumdienstleister. Man betreibt Baustoffzentren, Tankstellen und Raiffeisenmärkte. Hauptgeschäftszweig ist aber nach wie vor Produktion und Vertrieb von hochwertigem Mischfutter. Die Genossenschaft hat 3 Mischfutterwerke.

Der Biofutterbereich wächst um gleich 10 Prozent

Beim Blick auf die Geschäftsbereiche bereitet insbesondere der Hauptzweig Sorgen. Die abgesetzten Mengen des konventionellen Mischfutters gingen zurück. Insgesamt wurden 540.000 Tonnen verkauft – 40.000 Tonnen weniger als 2020. Dabei gestaltete sich insbesondere das Putenfuttergeschäft schwierig. Im Bereich Schwein und Rind konnten die Mengen gehalten werden, der Marktanteil stieg sogar. "Der Bereich Schwein hat mich dabei angesichts der sinkenden Tierzahlen überrascht", meinte Schiplage. Der Bereich "GS bio" konnte dagegen den Absatz ökologischen Futters um mehr als 10 Prozent auf jetzt 48.000 Tonnen steigern.

Der Sektor "agri", also Landwirtschaft, hat sein Umsatzvolumen "trotz Herausforderungen gehalten". Derer gebe es viele, so unter anderem mit der neuen Düngeverordnung und der Ausweisung der roten Gebiete.

"Wir befinden uns längst auf dem Weg von der Tanke zum Energiemarktplatz."Friedhelm Sander, GS-Vorstand

Der seit dem 1. November 2021 bei GS tätige Sander ist zuständig für Bau, Raiffeisenmärkte und Energie. Der 55-Jährige sah den Baustoffhandel vom Boom am Bau profitieren. Der Umsatz stieg – auch bedingt durch die anziehenden Materialpreise, um 50 Prozent auf knapp 39 Millionen Euro. Die "GS Raiffeisenmärkte" konnten ihren Umsatz trotz Pandemie "kräftig" auf rund 7,3 Millionen Euro steigern. Im Bereich Energie "stabilisierte" sich der Absatz. Er lag bei rund 110 Millionen Litern Mineralölerzeugnissen. GS sucht neuen Absatz über alternative Kraftstoffe. So soll noch 2022 eine LNG-Tankstelle in Schneiderkrug errichtet werden, investiert wird – beginnend in Friesoythe – in Stromladesäulen. Auch mit dem Thema Wasserstofftankstelle beschäftigt man sich derzeit. Sander: "Wir befinden uns längst auf dem Weg von der Tanke zum Energiemarktplatz."

Die Partnerschaft mit Fleming und Wendeln (Garrel) zahlt sich bereits aus

Schiplage hob die kontinuierliche Weiterentwicklung der GS hervor. Er wies besonders auf die Vorteile des Zusammenschlusses mit der Fleming und Wendeln-Gruppe (Garrel) hin. Rund 50 Mitarbeiter in den 3 beteiligten Firmen GS, F+W sowie AWE sollen Synergien im Rohwareneinkauf, in der Produktion und Logistik sowie in der Mischfutteroptimierung heben. Am 1. Januar 2023 geht die gemeinsame Gesellschaft "Futter-Allianz Nordwest" an den Start. Bereits jetzt zeigten sich insbesondere in der Logistik, die "enormen Vorteile", die man auch erwartet habe, so Schiplage.

Dem Mitgliedertreffen am Abend war ein Schautag vorgeschaltet. An 7 Ständen stellten sich die Geschäftsbereiche und Partner der GS den Besuchern vor.

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