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10 Prozent der Geschäftsflächen in der Cloppenburger Innenstadt stehen leer

Damit befindet sich die Stadt im bundesweiten "Vor-Corona-Durchschnitt". Laut einer Studie könnte die Leerstandsquote in Deutschland drastisch steigen. Wie geht es in Cloppenburg weiter?

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Steht schon seit 4 Jahren leer: die Geschäftsfläche des ehemaligen Juweliers "Horstmann-Reher" an der Mühlenstraße.  Foto: Niemeyer

Steht schon seit 4 Jahren leer: die Geschäftsfläche des ehemaligen Juweliers "Horstmann-Reher" an der Mühlenstraße.  Foto: Niemeyer

Etwa 10 Prozent der Geschäftsflächen in der Cloppenburger Innenstadt stehen zurzeit leer. Das teilt die Stadt auf Nachfrage von OM-Medien mit. Bei insgesamt 189 Geschäftsflächen gebe es aktuell 18 Leerstände im Bereich der Lange Straße, der Bahnhofstraße, der Mühlenstraße, in Teilen der Osterstraße und in Teilen der  Soestenstraße, so die Stadt. Alle ermittelten Geschäftsflächen befänden sich im privaten Besitz.

Zur Einordnung: Deutschlandweit lag die Leerstandsquote vor der Corona-Pandemie in den Innenstädten ebenfalls bei rund 10 Prozent. So steht es in der Studie „Zukunftsfeste Innenstädte“, die im November vom Imakomm-Institut veröffentlicht wurde. Im Rahmen der Studie wurden im Frühsommer 2021 Verwaltungen aller deutschen Kommunen mit mehr als 5000 Einwohnern sowie innenstadtnahe Wirtschaftsvereinigungen befragt. Zahlreiche Kommunen gaben an, dass sie einen weiteren Anstieg der Leerstandsquote auf 14 bis 15 Prozent erwarten. 

Sorgenkind ist die Mühlenstraße

„Trotz unserer guten Basis ist auch in Cloppenburg ein gewisser Grad von Leerstand da, der eine Herausforderung darstellt, denn jeder Leerstand ist einer zu viel“, teilt die Stadt mit. Wie also geht es weiter?  Laut Stadt werden in der Fußgängerzone zeitnah einige leerstehende Geschäftsflächen wieder geschäftlich genutzt. Der Geschäftsführer von Cloppenburg Marketing, Hubert Kulgemeyer, bestätigt das auf Nachfrage. Ein Beispiel sei die ehemalige Geschäftsfläche von Schuhbeck. Dort wird sich die Optikerkette "Eyes and more" ansiedeln. Und auch die Geschäftsfläche der Commerzbank sei schon wieder vermietet, sagt Kulgemeyer. Der Leerstand in Cloppenburg halte sich im Rahmen. Es gebe zwar den einen oder anderen Leerstand, allerdings gebe es viele andere Städte in der Region, bei denen dies ein größeres Problem darstelle, zum Beispiel in Oldenburg.

Insbesondere die Cloppenburger Fußgängerzone hebt Kulgemeyer positiv hervor, auch wegen der guten Lage. Tatsächlich liegt der Leerstand hier bei lediglich 7 Prozent, wie die Stadt mitteilt. "Die Quotenbringer wie H&M oder C&A bleiben", sagt Kulgemeyer. Viel Leerstand gebe es allerdings beim "Sorgenkind" der Stadt, der Mühlenstraße. Die Stadt erhofft sich von der geplanten Sanierung dieses Randbereichs der Fußgängerzone eine positive Entwicklung. Hier sollen drei Millionen Euro investiert werden.

Zwei Förderprogramme sollen Stadt voranbringen

Künftig will die Stadt weitere Anreize schaffen, um wieder mehr Geschäfte in die Innenstadt zu locken. So will sie im Rahmen des EU-Förderprogramms "Perspektive Innenstadt" und den bereits bewilligten 755.000 Euro an Fördergeldern zum Beispiel ein freies WLAN-Netz in der Fußgängerzone und im Stadtpark einrichten. Auch will die Verwaltung mit dem Geld ein Innenstadtkonzept erstellen und im Rahmen dessen konkrete Schritte formulieren, wie die Stadt attraktiver gestaltet werden kann. Zudem soll die Gründerkultur gestärkt werden. Ebenfalls ist geplant, ein Leerstandskataster zu erstellen.

Über ein weiteres Förderprogramm ("Offensive Innenstadt"), das bereits seit letztem Jahr läuft, will die Stadt mit einer Summe von einer Million Euro die Stadt weiter verschönern. Hierfür sei eigens ein Arbeitskreis gegründet worden, über den sich Stadt, Gastronomie, Händlerschaft und Kulturschaffende austauschen und konkrete Ideen besprechen können. 

Hierzu seien auch weitere Beteiligte eingeladen, denn: "Cloppenburg kann diese Herausforderung (...) nicht alleine angehen, da sind alle Akteure gefordert", heißt es.

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