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Das Derby steht an: Rasta will ein nerviger Nachbar sein

Nach dem Coup gegen Ulm hofft der heimische Basketball-Bundesligist am Freitagabend auf eine weitere Überraschung in Oldenburg. Hier gibt's alles Wichtige zum 10. Weser-Ems-Derby in der BBL.

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Mischt er am Freitag wieder auf dem Feld mit? Rastas Kapitän Josh Young, hier als Zuschauer gegen Ulm. Foto: Schikora

Mischt er am Freitag wieder auf dem Feld mit? Rastas Kapitän Josh Young, hier als Zuschauer gegen Ulm. Foto: Schikora

Die Hoffnung ist zurück an der Pariser Straße. Der 92:77-Überraschungssieg gegen Ulm, gepaart mit den Niederlagen von Gießen, Göttingen und dem Mitteldeutschen BC, hat bei Rasta Vechta neue Kräfte im Abstiegskampf der Basketball-Bundesliga freigesetzt. Das deutliche Lebenszeichen tat gut nach zuvor acht Niederlagen in Serie und diversen Hiobsbotschaften aus dem Lazarett. Das eigene Selbstvertrauen ist also gestärkt – und die Konkurrenz im Keller, mehrheitlich ausgestattet mit einem Vorsprung von drei Siegen, hat den Warnschuss vernommen.

Und nun? Josh Young, Kapitän des Tabellenvorletzten, gibt die Marschroute vor. „Wir dürfen uns nicht auf dem Sieg gegen Ulm ausruhen“, sagt der US-Guard, der die letzten vier Spiele wegen einer Schulterverletzung verpasst hat und womöglich am Freitag (19.00 Uhr) im Derby bei den EWE Baskets Oldenburg sein Comeback feiert. Und er ergänzt: „Wir haben noch einen langen Weg vor uns.“ Gemeint ist die Schwere der Aufgabe, der Rückstand auf das rettende Ufer. Elf Spiele bleiben noch, um die Lücke zu schließen und den 16. Platz zu erobern.

Die Hürde in Oldenburg gehört mit Blick auf das Restprogramm zu den höchsten. Rasta ist der krasse Außenseiter – mal wieder. Natürlich hofft Vechtas Trainer Thomas Päch, dass die EWE Baskets das Kellerkind auf die leichte Schulter nehmen. „Die großen Teams springen ja oft nicht höher, als sie müssen. Wenn wir eine Chance bekommen, müssen wir sie entschlossen nutzen. Aber ob wir diese Chance bekommen, liegt nur zum Teil in unserer Macht“, sagt Päch. Will heißen: Oldenburg müsste dem Underdog schon ein Stück entgegenkommen – so wie Ulm am letzten Samstag.

„Ulm muss uns eine Warnung sein. Wir dürfen nicht nachlassen“Oldenburgs Coach Mladen Drijencic vor dem Spiel gegen Rasta  Vechta.

An der Hunte hat man die Zeichen offenbar erkannt. Der Tabellenfünfte spricht von einer „mentalen Herausforderung im Derby“ – und bei Coach Mladen Drijencic hört es sich so an: „Ulm muss uns eine Warnung sein. Wir dürfen nicht nachlassen.“ Und: Ein Patzer wie gegen Gießen Mitte Februar (93:97) soll sich nicht wiederholen.

Päch, dessen Team bereits im Hinspiel alles in die Waagschale geworfen und am Ende knapp mit 80:82 den Kürzeren gezogen hatte, ist guter Dinge, „dass wir das Spiel wieder lange eng gestalten können“. Der Coach bringt das Ansinnen seiner Crew auf den Punkt: „Wir wollen Oldenburg ein bisschen nerven.“

Ob Young dabei helfen kann, ist noch nicht ganz klar. Das Ulm-Spiel kam zu früh für ein Comeback. Und Oldenburg? „Es wird jeden Tag ein bisschen besser“, sagt Young, der unter der Woche „langsam ins Teamtraining“ eingestiegen ist. „So gut es geht, mache ich, was ich kann. Ich versuche, am Freitag bereit zu sein“, so Young. Sein Trainer hört sich recht optimistisch an. „Ich gehe davon aus, dass Josh bereit ist“, sagt Päch.

Sollte der Taktgeber in den Kader zurückkehren, hätte Rasta einen Ausländer zu viel im Aufgebot. Wer ist der Streichkandidat? Jordan Barnett, der gegen Ulm nach schwachem Start nur 5:46 Minuten spielte und die komplette zweite Halbzeit auf der Bank schmorte? „Das entscheide ich erst kurz vor dem Spiel“, sagt Päch, für den es am Mittwoch im Training wieder einen Schreckmoment gab.

Center-Duell im Hinspiel: Rastas Dennis Clifford (links) gegen Oldenburgs Martin Breunig. Foto: SchikoraCenter-Duell im Hinspiel: Rastas Dennis Clifford (links) gegen Oldenburgs Martin Breunig. Foto: Schikora

Center Dennis Clifford, gerade erst von einer Gehirnerschütterung genesen und gegen Ulm wieder ein Fixpunkt in der Offense sowie ein Anker in der Defense, bekam im Eifer des Gefechts einen Ellbogen ins Gesicht und erlitt dabei eine klaffende Platzwunde an der Lippe, die im Krankenhaus mit ein paar Stichen genäht werden musste. „Alle Zähne noch da“, atmete Päch auf. Er weiß: Clifford hat großen Anteil an jener Stabilität, die gegen Ulm ein Schlüssel zum Erfolg war.

Und eine Stabilität, die in der EWE-Arena auf dem Prüfstand steht. „Oldenburg hat offensiv unglaublich viel Qualität“, erklärt Päch. Die Fakten dazu: Die „Donnervögel“, die den Heimvorteil im Playoff-Viertelfinale anstreben, haben mit 93,0 Punkten pro Spiel und einer Dreier-Quote von 41,6 Prozent zwei Liga-Bestwerte inne. Ob Nathan Boothe, im Hinspiel mit 23 Punkten überragend, seine Entzündung im Fuß auskuriert hat, sickerte vor dem Derby nicht durch. Päch sagt dazu: „Oldenburg hat genug Leute, die mal 25 Punkte machen können. Da fällt es kaum auf, wenn ein Leistungsträger mal fehlt.“

Sein Kollege Drijencic warnt derweil vor Rasta: „Vechta spielte zuletzt physischer, verteidigte besser und spielt auch offensiv effektiver. Daran trägt natürlich auch Edgar Sosa einen großen Anteil.“ Oldenburg hat eine harte Auswärtsserie hinter sich. Binnen neun Tagen traten die Baskets bei den Top-3-Teams Ludwigsburg (87:98), Alba Berlin (89:81) und Bayern München (102:108) an. „Das Ziel muss sein, diese Leistungen zu bestätigen“, so Drijencic vor dem Derby.


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